China verteidigt umstrittene Zentren

USA sprechen von Folter

Foto: epa/Magali Girardin
Foto: epa/Magali Girardin

GENF (dpa) - China hat Vorwürfe über eine massenhafte Internierung von Angehörigen muslimischer Minderheiten zurückgewiesen. Die Behörden brächten lediglich Menschen, die von religiösem Extremismus beeinflusst seien, wieder auf den rechten Weg, sagte der Vizegouverneur der Provinz Xinjiang im Westen Chinas, Aierken Tuniyazi, am Dienstag im UN-Menschenrechtsrat in Genf.

Er sprach von «beruflichen Trainingszentren», in denen getanzt und gesungen werde. Die persönliche Freiheit der Anwesenden sei geschützt, diese könnten regelmäßig nach Hause fahren. In den Schlafsälen gebe es Fernsehen, Telefone und Klimaanlagen. Die Bewohner bekämen berufliche Fähigkeiten vermittelt, außerdem nähmen sie an Programmen zur «Entradikalisierung» teil. «Wir wollen die, die durch religiösen Extremismus beeinflusst wurden und kleinere Straftaten begangen haben, erziehen und retten», sagte Tuniyazi.

Menschenrechtsorganisationen und ausländische Regierungen sprechen dagegen von brutalen Umerziehungslagern. Darin sollen bis zu einer Million Menschen - oder sogar mehr - inhaftiert sein. Die meisten Betroffenen gehören nach Angaben von Entlassenen muslimischen Minderheiten an, viele sind Uiguren.

Die US-Vertretung in Genf sprach von Folter, grausamer und unmenschlicher Behandlung sowie totaler Überwachung in den Zentren. Sie kritisierte den UN-Menschenrechtsrat, aus dem die USA vor einem Jahr ausgetreten waren, scharf. Er habe erneut China, einem der größten Verletzer von Menschenrechten, eine Plattform für Propaganda gegeben. «Der Rat sollte Regierungen und deren Vertreter, die Menschenrechte verletzen, zur Rechenschaft ziehen, wenn er auf der Weltbühne Rechtmäßigkeit und Glaubwürdigkeit darstellen will.»

Es gibt nach Schätzungen etwa zehn Millionen Uiguren in China. Sie sind ethnisch mit den Türken verwandt. In Xinjiang gab es jahrelang blutige Zwischenfälle. Uiguren und viele andere Minderheiten fühlen sich von den herrschenden Han-Chinesen unterdrückt und ausgebeutet. Die Regierung wirft uigurischen Gruppen Separatismus vor.

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TheO Swisshai 01.07.19 17:11
@Rudolf Lippert / Neuer Stil
Da beklagt sich gerade der Richtige. Austeilen ist halt schöner wie einstecken, nicht ? Stichwort: Thema verfehlt. Was das von Ihnen als Quelle angegebene You-Tube-Video mit dem Titel, "Frisst der Kapitalismus die Demokratie", zwischen Richard David Precht und Robert Habeck angeht, beziehen Sie sich offensichtlich auf einen rund 1,09 Minuten langen, aus dem Zusammenhang gerissenen Ausschnitt des 43 minütigen Gesprächs. Ich empfehle Ihnen dringend, das ganze Gespräch anzusehen, dann würden Sie auch die von Herrn Obermaier richtigerweise angebrachte Kritik "Nebelkerze werfen, Halbwahrheiten und Verdrehungen verbreiten" verstehen. Schon bei der ersten Frage von Precht an Habeck: " Wenn die deutsche Wirtschaft die Wahl hätten zwischen, mehr Umsatz und weniger Demokratie ( System China ), oder weniger Umsatz und mehr Demokratie, wie würden sie entscheiden ? ", antwortet Habeck nämlich ohne zu zögern; "ganz klar, mehr Demokratie" !
Rudolf Lippert 30.06.19 11:40
at Obermeier
Nebelkerzen? Gesinnungsgenossen? Was für eine Gesinnung habe ich denn? Halbwahrheiten und Verdrehungen? Ich habe erwähnt was jemand in einem Interview gesagt hat und die Quelle angegeben. Soll ich Sie jetzt auch ankacken? Wofür? Ist das der neue Stil?
Joerg Obermeier 30.06.19 00:08
@ Herr Lippert
was für dümmliche Nebelkerzen versuchen Sie hier schon wieder zu werfen? Richard David Precht ist ein deutscher Philosoph und Publizist. Er ist Honorarprofessor für Philosophie an der Leuphana Universität Lüneburg und Honorarprofessor für Philosophie und Ästhetik an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin (Wikipedia). Ferner moderiert er eine Fernsehsendung im ZDF. Aber vermutlich gehört das zur Taktik des parlamentarischen Armes der rechten Extremisten und Terroristen in Deutschland (AfD) zur Bekämpfung des "Hauptfeindes". Dazu müssen Sie aber schon früher aufstehen. Mit solchen Halbwahrheiten und Verdrehungen können Sie bestenfalls noch Ihre Gesinnungsgenossen erreichen.
TheO Swisshai 29.06.19 17:10
@Rudolf Lippert / Zugemüllt
Ich geb's auf. Der Aussage, dass die Welt von Chinesischen Waren zugemüllt wird, kam doch nicht von mir, sondern von Herrn Hermann. Genau diesen Aussage hatte ich nämlich kritisiert. Bitte Herr Lippert, lesen Sie die Kommentare genau, oder lassen Sie das kommentieren bleiben.
Jürgen Franke 29.06.19 16:04
Man könnte sich glatt der Meinung
der UN anschließen, wenn auch die Verbrecher Bush und Obama wegen der Kriegsführung ohne UN Mandat zur Rechenschaft gezogen werden.