China spendiert El Salvador neues Stadion und Bibliothek

Foto: Twitter/@nayibbukele
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PEKING/SAN SALVADOR (dpa) - China baut seinen Einfluss in Lateinamerika weiter aus.

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt finanziert in dem kleinen mittelamerikanischen Land El Salvador eine Reihe von Infrastrukturprojekten, wie beide Regierungen bei einem Besuch des salvadorianischen Präsidenten Nayib Bukele in Peking bekanntgaben. Die Investitionssumme muss demnach nicht zurückgezahlt werden. «Es ist kein Kredit, sondern eine Spende», schrieb Bukele am Mittwoch auf Twitter. «Und alle Bauwerke werden im Besitz von El Salvador sein.»

Unter anderem wollen die Chinesen ein neues Nationalstadion und eine neue Nationalbibliothek errichten, den Bau einer Trinkwasseraufbereitungsanlage finanzieren, die archäologische Stätte Joya de Cerén restaurieren und bei der Modernisierung des Hafens von La Libertad helfen. Über die Höhe der Investitionen wurden zunächst keine Angaben gemacht. Zudem unterzeichneten El Salvador und China Kooperationsabkommen in den Bereichen Landwirtschaft, Handel, Tourismus und technische Unterstützung.

Welche Gegenleistung China für seine Spende erwartet, war zunächst unklar. Allerdings bekannte sich El Salvador in einer gemeinsamen Erklärung zur Ein-China-Doktrin. Bereits im vergangenen Jahr hatte das mittelamerikanische Land die diplomatischen Beziehungen zu Taiwan abgebrochen, um sein Verhältnis zu China zu stärken.

Die kommunistische Führung in Peking erlaubt es keinem Land, diplomatische Beziehungen sowohl mit der Volksrepublik als auch mit Taiwan zu unterhalten. Die Inselrepublik wird von China als abtrünnige Provinz angesehen. Zuletzt hatten mehrere Staaten in Mittelamerika und der Karibik die Seiten gewechselt. Offenbar erhoffen sie sich von einem guten Verhältnis zu China wirtschaftliche Vorteile.

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Mike Dong 07.12.19 10:18
Immerhin (noch) keine Umerziehungslager für 1 Million Menschen einer Minderheit und Kirchen werden auch (noch) nicht dem Erdboden gleichgemacht.
Jürgen Franke 05.12.19 21:41
Es ist schon interessant, mit welchen Mitteln
China seinen Einfluß in der Welt erweitert. In diesem Fall handelt es sich um eine Spende und keinen Kredit. Diese Masche ist eigentlich neu, denn wir kennen andere Einflußmöglichkeiten, entweder durch die CIA über Korruption oder gleich mit Krieg.