China im Handelskrieg mit USA

«Wir sind vorsichtig optimistisch»

Foto: epa/Erik S. Lesser
Foto: epa/Erik S. Lesser

PEKING (dpa) - Ungeachtet der neuen Eskalation im Handelskrieg zwischen den USA und China sollen die Verhandlungen zwischen beiden Seiten fortgesetzt werden. Chinas Chefunterhändler, Vizepremier Liu He, äußerte sich vor der Abreise aus Washington zuversichtlich und sagte, eine neue Runde sei «in der näheren Zukunft» in Peking geplant. «Ich denke nicht, dass die Gespräche geplatzt sind. Im Gegenteil. Es ist normal und unausweichlich, kleine Rückschläge und Wendungen in Gesprächen zu haben.»

Beide Seiten hätten in Washington ihre Standpunkte geklärt und die Inhalte der nächsten Runde diskutiert. «Wir sind vorsichtig optimistisch», sagte Liu He. Auf die unmittelbar nach den zweitägigen Gesprächen angekündigte Ausweitung der Sonderzölle der USA auf alle Importe aus China ging Liu He nicht ein.

Nach der Erhöhung der Sonderabgaben auf Einfuhren aus China im Wert von 200 Milliarden US-Dollar von gegenwärtig 10 auf 25 Prozent hatte US-Präsident Donald Trump angeordnet, Sonderabgaben in dieser Höhe auf weitere Einfuhren aus China im Wert von rund 300 Milliarden Dollar vorzubereiten. Eine endgültige Entscheidung ist aber noch nicht gefällt.

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Joerg Obermeier 15.05.19 00:01
@ Herr Herrmann, da muss ich Ihnen leider widersprechen. Die US Wähler sind in relativer Mehrheit in der Tat so dumm dieser Argumentationskette, wie auch von Ihnen dargelegt zu glauben. Wer zahlt denn letztendlich die Zölle welche der Herr Trump aus dem Ärmel schüttelt? Nicht nur, aber auch der dumme US Wähler nämlich. Der Herr Trump muss nämlich seinen Haushalt wieder irgendwie ins Lot bringen. Nachdem er die richtig Reichen und Großunternehmen mit seiner Steuerreform ohne Gegenfinanzierung maßlos beschenkt hat. Wenn man sich je nach Weltsicht nur einzelne Details aus einem hochkomplexen Handelssystem raus zieht, dann klingt das einfach. Ist es aber leider nun mal nicht. Aber das ist ja derzeit modern, einfach gestrickte Antworten auf komplizierte Fragen zu geben. Das mag wenig bis nix mit der Realität zu tun haben, aber was soll's?
Jürgen Franke 14.05.19 09:36
Herr Hermann, ich akzeptiere Ihre
Meinung in allen Punkten, da ich keinen Einfluss darauf habe, wohin Sie meine Meinung verbuchen.
David Hermann 13.05.19 23:42
Lieber Herr Franke, Ihre Frage warum (Zitat) "ein großes und starkes Land ... mehr Waren einführen, als ausführen muss" (Zitat Ende) verbuche ich hier mal unter der Rubrik "Rhetorik". Kann das etwas damit zu tun haben dass ein Arbeitnehmer in China ein Siebentel eines Amis verdient? In China gibts ja ein chices gewerkschaftliches Organisationsverbot. Und wenn nun die USA Null bis niedrigste Importzoelle kassiert, China jedoch ein Vielfaches um laestige Importe draussen zu halten - tja, dann wird das ganz halt immer mehr zur Einbahnstrasse. Ums noch lustiger zu gestalten blockieren die Kommunisten in Peking nach Lust und Laune US-Dienstleistungen (Googel, FB, WhatsApp, etc etc), raubkopiert was ihnen in die Finger kommt, begeht Raubbau an der Umwelt um dann vor der WTO das "arme Opfer" des poesen Yankee zu spielen und in BRD um Entwicklungshilfe zu kratzen. Bis heute sponsern wir (EU) den Import chin. Waren zu unseren Endverbrauchern. So bloed ist halt nur unser Kulturkreis. ... ich gebe Ihnen recht dass die Ami-Waehler nicht so bloed sind wie uns unsere Medien das einreden wollen. Deswegen wird D. Trump auch in einer zweiten Amtszeit jene Probleme bearbeiten die von seinen Vorgaengern und einer ewig feigen EU bis zur Selbstaufgabe weggedrueckt wurden. China ist erst der Anfang. Auch Thailand wird antreten zum waschen und rasieren. Pickups von Thailand nach USA Zoll 7%. USA nach Thailand 100%. Fair Trade? Nicht fuer die USA. Irgendwo ist halt Schluss mit lustig. Genau jetzt!
Jürgen Franke 13.05.19 10:26
Herr Hermann, es freut mich, dass ich Sie
mit meinen Zeilen zum Schmunzeln bringen konnte, obwohl ich mich lediglich über die kriegsbedingte Staatsverschuldung der USA ausgelassen habe. Aber es ist doch interessant, wie Sie meinen Kommentar noch zusätzlich interpretieren konnten. Möglicherweise stellen Sie sich gelegentlich die Frage, wie es wohl kommt, dass so ein großes und starkes Land, mit den besten Universitäten der Welt, mehr Waren einführen, als ausführen muss. Sehen Sie sich heute, als Beispiel die Stadt Detroit hat, um zu erkennen, wie das Land Amerika aussieht, das Trump übernommen hat. Die Wähler Amerikas sind nicht so dumm, wie es die Medien uns gerne einreden wollen.
Ingo Kerp 12.05.19 17:13
Ohne Frage sind beide, die USA und CHN stark verschuldet.Geographisch gesehen, haben die USA keinen großen Spielraum, sich wirtschaftlich auszudehnen. CHN hingegen liegt auf der asiat./europ. Bodenplatte und hat es verstanden, das es neben der Wirtchaftsmacht USA noch andere Schwergewichte gibt. Schlauerweisw haben die Chinesen deshalb mit der "Seidenstraße" begonnen, die sie in vielerlei Hinsicht, auf Zukunft gerechnet, unabhängiger von den USA macht.