Burda-Vorstand sieht Pressefreiheit auch in Europa bedroht

Archivbild: epa/Clemens Bilan
Archivbild: epa/Clemens Bilan

WIEN (dpa) - Vor einer wachsenden Bedrohung der Pressefreiheit auch in Europa hat Burda-Vorstand Philipp Welte gewarnt. «Es kann Journalisten heute ihr Leben kosten, wenn sie einfach ihrem Auftrag nachgehen», sagte Welte am Montag zur Eröffnung des European Publishing Congress in Wien. Weltweit seien im vergangenen Jahr mehr als 80 Journalisten getötet worden, Hunderte säßen in Haft. Auch die wirtschaftliche Bedrohung für die Branche sei immens.

2018 hätten die 2000 Zeitschriften in Deutschland 915 Millionen Euro Werbeumsatz erlöst - und damit weniger als Facebook im selben Markt mit 1,2 Milliarden Euro, sagte Welte, der auch Vize-Präsident des Verbands der Deutschen Zeitschriftenverleger ist. 30 Prozent der Deutschen informierten sich mittels sozialer Netzwerke mit deren manchmal manipulierten Inhalten.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) erinnerte vor mehreren Hundert Medienschaffenden aus 35 Ländern an die Einführung einer Digitalsteuer für Konzerne wie Google, Amazon und Facebook. Die Alpenrepublik will mit einem Teil der Erlöse von insgesamt etwa 200 Millionen Euro Medien in Österreich bei der digitalen Entwicklung unterstützen.

Für den Abend war die Verleihung wichtiger Auszeichnungen geplant. Der Branchendienst «kress» will Verlegerin Friede Springer mit einem Sonderpreis für ihr Lebenswerk ehren. «Tagesspiegel»-Herausgeber Sebastian Turner wurde in einer Publikumswahl unter «kress»-Lesern zum «Medienmanager des Jahres» gekürt. «Chefredakteurin des Jahres» ist Julia Bönisch (sueddeutsche.de).

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