Bunte Traumwelt: Jubel für Achim Freyers «Oedipe» in Salzburg

Foto: Twitter/@fbreysse
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SALZBURG (dpa) - Die bildermächtige Neuinszenierung von George Enescus Opernrarität «Oedipe» ist am Sonntagabend bei den Salzburger Festspielen fast einhellig positiv aufgenommen worden. Umjubelter Star des Abends war der britische Bariton Christopher Maltman in der Titelrolle des Oedipus, der der Legende nach unschuldig schuldig wird, weil er seinen Vater unwissentlich tötet und seine Mutter heiratet, ohne ihre wahre Identität zu kennen.

Einen Sonderapplaus bekam der britische Bass John Tomlinson als Seher Tirésias. Tomlinson hatte viele Jahre in der Rolle des Göttervaters Wotan in Richard Wagners «Ring des Nibelungen» bei den Bayreuther Festspielen weltweit Furore gemacht. Die Wiener Philharmoniker und die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor hatten das selten gespielte Werk unter Dirigent Ingo Metzmacher hörbar gut einstudiert und wurden ebenfalls mit viel Beifall bedacht.

Regisseur Achim Freyer musste einzelne Buhrufe hinnehmen, die jedoch schnell niedergeklatscht wurden. Der Multikünstler hatte sich, wie gewohnt, auch um Bühne und Lichtregie gekümmert und die Felsenreitschule in eine knallbunte Traumwelt verwandelt. Die Sängerinnen und Sänger sowie die Choristen steckten in aufwendigen oft überlebensgroßen Kostümen. Oedipe selbst war als Boxer angetan, der mit dem ihm von den Göttern auferlegten Schicksal den Kampf aufnimmt.

George Enescu (1881-1955) ist einer der bekanntesten rumänisch-französischen Komponisten. Seine einzige Oper «Oedipe» schrieb Enescu, der auch ein hervorragender Geiger und Kammermusiker war, in den Jahren 1910 bis 1931. Die Pariser Uraufführung im Jahre 1936 war ein großer Erfolg, doch verschwand das Werk dann von den Spielplänen.

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