Bundesregierung verurteilt tödlichen Anschlag in Kabul

Foto: epa/Hedayatullah Amid
Foto: epa/Hedayatullah Amid

BERLIN (dpa) - Die Bundesregierung hat den verheerenden Anschlag mit Dutzenden Toten in Kabul auf das Schärfste verurteilt. «Deutschland steht im Kampf gegen die terroristische Gefahr weiterhin fest an der Seite Afghanistans», schrieb Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem am Mittwoch veröffentlichten Kondolenztelegramm an den afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani. «Ich möchte Ihnen und den Angehörigen der Opfer mein tief empfundenes Mitgefühl aussprechen. Den vielen Verletzten wünsche ich eine rasche und vollständige Genesung», so Merkel.

Zuvor hatte sich das Auswärtige Amt in einem Tweet am späten Dienstagabend tief erschüttert vom «menschenverachtenden Terror» in der Hauptstadt Afghanistans gezeigt, wo ein Selbstmordattentäter Stunden zuvor mindestens 55 Menschen mit in den Tod gerissen und mehr als 90 verletzt hatte.

Nach Angaben des afghanischen Innenministeriums hatte sich der Attentäter am Dienstag während einer religiösen Zeremonie anlässlich des Feiertags zum Geburtstag des Propheten Mohammed in die Luft gesprengt. Der Fernsehsender ToloTV zitierte Augenzeugen, denen zufolge sich zum Zeitpunkt der Explosion mindestens 1.000 Menschen in der Hochzeitshalle an der Straße zum Flughafen befanden. Dort reihen sich mehrere Hochzeitshallen aneinander, die abends alle festlich beleuchtet sind.

Wer den Anschlag verübte, ist noch unklar. In den vergangenen Monaten hatte sich vor allem die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu Anschlägen auf Hochzeitshallen, Moscheen und religiöse Treffen bekannt. Die radikalislamischen Taliban verurteilten den Anschlag. Seit mehreren Monaten distanzieren sich die Taliban ihrerseits von Anschlägen auf Zivilisten. Es gibt Spekulationen, dass sie von Selbstmordattentaten in großen Städten absehen, während sie Gespräche mit den USA über mögliche Friedensverhandlungen ausloten.

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