Bundesliga-Vierkampf bleibt spannend

Endspiele für Kohfeldt?

Foto: epa/Sascha Steinbach
Foto: epa/Sascha Steinbach

BERLIN (dpa) - Leipzig und Dortmund haben dem Druck Stand gehalten. Die schärfsten Bayern-Verfolger legten am Samstag nach und bleiben am Spitzenreiter FC Bayern dran. In Berlin feiern treffsichere Kölner mit einem Gruß nach Kalifornien spöttisch Karneval.

Der Titelkampf bleibt spannend. Aus dem Spitzenquartett lässt am 23. Spieltag der Fußball-Bundesliga nur Borussia Mönchengladbach Punkte liegen. Im Tabellenkeller erleben Werder Bremen und Hertha BSC ganz bittere Momente.

BEREIT FÜR CHELSEA: Der Dusel-Sieg gegen Paderborn ist für die Bayern abgehakt. Jetzt zählt nur die Königsklasse. «Wir bereiten uns gut vor und attackieren dann dort», kündigte Thomas Müller vor dem Auftritt des Bundesliga-Spitzenreiters in der Champions League am Dienstag (21.00 Uhr) an der Londoner Stamford Bridge gegen den FC Chelsea an. Fast acht Jahre nach dem verlorenen «Finale dahoam» wollen die Bayern diesmal gegen die Blues zumindest im Achtelfinale die Oberhand behalten. Das 3:2 gegen Paderborn war für Trainer Hansi Flick keine Generalprobe: «Das ist ein komplett anderes Spiel.»

VERFOLGER: RB Leipzig schnell und supereffizient, Borussia Dortmund geduldig und souverän. Nur Borussia Mönchengladbach hat durch einen späten Gegentreffer im Vierkampf um die Bundesliga-Spitze gepatzt. Nach dem 3:2 der Bayern gegen Paderborn standen die Verfolger unter Druck. Leipzig löste die Aufgabe bei Schalke 04 mit dem 5:0 und Dortmund gewann 2:0 in Bremen. Der alte Abstand von einem Punkt für Leipzig und vier Zählern für den BVB bleibt bestehen. Gladbach ist nach dem 1:1 gegen Hoffenheim sechs Zähler zurück, hat aber noch die Nachholpartie gegen den 1. FC Köln in der Hinterhand.

SHOWDOWN FÜR KOHFELDT?: Wäre Frank Baumann eine Schallplatte, würde man sagen, er hat einen Sprung. Jede Woche wiederholt er nach der nächsten Werder-Niederlage das gleiche Treuebekenntnis zu Trainer Florian Kohfeldt. «Wir reden weiter mit dem Trainer und nicht über den Trainer», sagte Baumann nach dem 0:2 gegen Dortmund - der fünften Niederlage in Serie. In Bremen ist aber auch klar. Angesichts von Tabellenplatz 17 geht es so nicht mehr lange weiter. Nach den Partien gegen Eintracht Frankfurt in Liga und Pokal und bei Mitkonkurrent Hertha BSC in der ersten Märzwoche, wird, wenn die sportliche Krise nicht endet, Baumann wohl doch andere Aussagen treffen müssen.

BIG CITY CHAOS: Die Kölner Fans hatten nach dem 5:0-Schützenfest in Berlin das Gespür für bitterböse Ironie. Zum Hohn der Hertha skandierten sie: «Jürgen Klinsmann». Der freiwillig in die USA zurückgekehrte Ex-Coach hätte das Desaster auch nicht schönreden können. Beim selbsterklärten Big City Club ist das Chaos nach dem Wirbel in der sportlichen Führungsebene nun auch auf dem Rasen präsent. Trainer Alexander Nouri sagte: «Wir müssen uns bei den Zuschauern heute entschuldigen.» Nationalspieler Niklas Stark fasste zusammen: «Dann war es ein Scheiß-Spiel». Sechs Punkte trennen die Hertha nur vom Relegationsrang. Geht es so weiter, heißt es möglicherweise bald Big City Zweitliga-Club.

HOPP: Das Konterfei von Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp im Fadenkreuz auf einem Fanplakat hat beim 1:1 zwischen Mönchengladbach und der TSG 1899 die sportlichen Aspekte in den Hintergrund gedrängt. Gladbachs Manager Max Eberl war entsetzt und forderte die eigenen Fans auf, die Täter zu enttarnen. Gladbachs Anhänger verunglimpften zudem mit einem Spruchband Hopp, Dortmund-Fans und den DFB allesamt als «Hurensöhne». Zu viel für Eberl. Und auch für TSG-Trainer Alfred Schreuder, der sogar erwog, seine Mannschaft vom Feld zu holen. Mit Spannung darf erwartet werden, wie der DFB reagiert, der unter der Woche Dortmunds Anhang wegen wiederholter entsprechender Vergehen für zwei Jahre von Spielen bei Hoffenheim ausgeschlossen hatte.

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