Brutaler Frauenmord in Türkei

Täter zu 23 Jahren Haft verurteilt

Symbolfoto: Pixabay/Gentle07
Symbolfoto: Pixabay/Gentle07

ISTANBUL: Der Mord an einer Studentin sorgte 2020 über die Türkei hinaus für Entsetzen. Nach einem langen Verfahren ist nun ein 32-Jähriger zu 23 Jahren Haft unter erschwerten Bedingungen verurteilt worden, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Montag berichtete. Frauenrechtlerinnen und Oppositionellen zeigten sich jedoch enttäuscht von dem Urteil.

Die 27-jährige Pinar Gültekin war im Juli 2020 tot im westtürkischen Mugla aufgefunden worden. Wenig später hatte der Mörder, der in einer Beziehungen mit Gültekin gestanden haben soll, die Tat gestanden. Die brutale Tötung hatte über die Landesgrenzen hinaus Proteste ausgelöst, weltweit teilten Menschen in sozialen Netzwerken den Namen der ermordeten Kurdin. Der Mörder soll die damals 27-Jährige getötet, angezündet und in einem Fass in einen Wald geschafft haben.

Die Entscheidung des Gerichts stieß auf scharfe Kritik, weil «ungerechtfertigte Provokation» als strafmildernder Grund auf das Urteil angewendet wurde. Aus Sicht vieler wurde dem Opfer damit eine Mitschuld an der Tat gegeben. Die Föderation der Frauenverbände in der Türkei schrieb dazu auf Twitter, die Leute hinter der Entscheidung trügen das «Blut von Frauen» an ihren Händen. Der Oppositionspolitiker und Jurist Sezgin Tanrikulu twitterte, mit dem Verfahren sei erneut das Recht «ermordet» worden.

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Hartmut Wirth 21.06.22 12:10
@Maddin
Müsste es. Aber nachdem man in Deutschland die Sprache "verbiegt", dürfte es egal sein, wie man was schreibt.
Maddin 21.06.22 07:20
Überschrift
Mit Verlaub: Muss das nicht "in der Türkei" heißen?