Brustkrebs ist längst kein Todesurteil mehr

Je früher der Krebs erkannt wird, desto einfacher ist die Behandlung

Brustkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten bei Frauen. Die Diagnose bedeutet jedoch längst kein Todesurteil mehr.
Brustkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten bei Frauen. Die Diagnose bedeutet jedoch längst kein Todesurteil mehr.

BANGKOK: Brustkrebs (Mammakarzinom) zählt weltweit zu den häufigsten Krebserkrankungen, besonders bei Frauen. Studien belegen, dass etwa eine von acht Frauen zu irgendeinem Zeitpunkt in ihrem Leben an Brustkrebs erkrankt. Dank optimierter Früherkennung, innovativen Therapiekonzepten, verbessertem Management der Nebenwirkungen und einer interdisziplinären Betreuung ist die Heilungsrate in den letzten zehn Jahren jedoch erheblich gestiegen.

Die Diagnose Brustkrebs ist für die meisten Patienten zunächst ein Schock. Für betroffene Frauen stellt sie eine zusätzliche psychische Verunsicherung dar, weil sie zutiefst deren Weiblichkeit berührt. Doch nicht nur Frauen, auch Männer können an Brustkrebs erkranken, wenn auch sehr selten: Auf etwa 115 Erkrankungen bei Frauen kommt eine bei einem Mann.

Aufgrund der Nähe der Brüste zu den Lymphdrüsen und der Lunge, war das Sterberisiko bei der Erkrankung früher sehr hoch. Seitdem Frauen durch Sensibilisierungs- und Aufklärungskampagnen ermutigt werden, Selbstuntersuchungen an der Brust vorzunehmen sowie ab einem Alter von 40 Jahren regelmäßig eine Mammografie oder eine Ultraschalluntersuchung durchführen zu lassen, konnte die Heilungsrate in den letzten zehn Jahren erfreulicherweise erheblich erhöht werden. Frauen, in deren Familienanamnese Brustkrebs vor den Wechseljahren aufgetreten ist, sollten sich bereits ab 30 Jahren regelmäßig auf Brustkrebs untersuchen lassen.

Überlebensrate von 89,9 Prozent

Mit 89,9 Prozent ist die Überlebensrate bei Brustkrebs eine der höchsten aller Krebsarten. Durch neue Therapiekonzepte hat sich heutzutage die chirurgische Entfernung eines kleinen Brustkrebsknotens (Lumpektomie) als die häufigste Behandlungsmethode durchgesetzt und die vollständige Entfernung der Brust (Mastektomie) ersetzt. Ist hingegen keine brusterhaltende Operation möglich, kann eine Mastektomie in einigen Fällen weiterhin erforderlich sein. Nach der Amputation gibt es verschiedene Möglichkeiten, die ursprüngliche Brustform auch nach Entfernung wieder zu erlangen: Mit einer Brustprothese oder durch die Rekonstruktion der Brust durch das Einsetzen eines Implantats oder den Aufbau der Brust mit Eigengewebe. Auch Strahlen- und Chemotherapie spielen eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Brustkrebs, da sich in den letzten Jahren im Zuge des medizinischen Fortschritts die Nebenwirkungen stark reduziert haben.

Der Anstieg der Überlebensrate ist auch der wissenschaftlichen Entdeckung zu verdanken, dass Brustkrebszellen auf bestimmte Hormone und Proteine reagieren, weshalb Medikamente entwickelt wurden, die das Wachstum der Krebszellen hemmen, indem sie genau diese Hormone und Proteine kontrollieren und blockieren. Da jedoch die Eigenschaften und die Reaktivität der Krebszellen von Patientin zu Patientin variieren, sind vorausgehende Tests unausweichlich, um feststellen zu können, welche Medikamente eingesetzt werden können. Denn den EINEN Brustkrebs gibt es nicht.

Diagnose von HR+/HER2

• Tests auf das Vorhandensein von Hormonrezeptoren auf den Krebszellen: Hormonrezeptor-positive Krebszellen (HR+) sind anfällig für Medikamente, die ihre Fähigkeit hemmen, durch Hormone stimuliert zu werden.

• Test auf den „vom Menschen stammender (humaner) an der Zelloberfläche befindlicher (epidermaler) Wachstumsfaktor-Rezeptor 2“ (HER2): Krebszellen, die diesem Rezeptor (HER2+) aufweisen, neigen dazu, sich tendenziell schneller auszubreiten als Krebszellen, die diesen Rezeptor nicht aufweisen.

Beide Faktoren (HR+/HER2) sind entscheidend für die Beurteilung des jeweiligen Behandlungsweges. In den meisten Fällen sind die Zellen HR-positiv, jedoch HER2-negativ (HR+/HER2-), was der gerings­ten Rückfallwahrscheinlichkeit entspricht. In diesem Szenario ist die Durchführung einer Hormontherapie für die Patientinnen sinnvoll. Falls die Krebszellen jedoch HR-negativ und HER2-positiv (HR-/HER2+) sind, wird eine HER2-gezielte Therapie verschrieben. Und für den Fall, dass beide positiv sind, kann sich die Patientin beiden Behandlungsarten unterziehen. Waren die Überlebenschancen von Patientinnen früher noch sehr gering, die sowohl HR-negative als auch HER2-negative Krebszellen aufweisen, ist es den jüngsten Fortschritten in der zielgerichteten Therapie zu verdanken, dass die Wissenschaft und Medizin auch diese Lücke längst geschlossen haben. Die Chancen auf eine komplette Remission und eine Rückkehr ins normale Leben sind dadurch heutzutage deutlich höher, als an einer unheilbaren Krebserkrankung zu sterben.

Dennoch gilt nach wie vor: Je früher der Krebs erkannt wird, desto einfacher ist die Behandlung. Frauen sollten deshalb auch weiterhin Selbstuntersuchungen an der Brust durchführen. Der beste Zeitpunkt dafür ist sieben Tage nach der Menstruation. Für den Fall, dass ungewöhnliche Knoten ertastet werden, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Selbstuntersuchungen können in jedem Alter durchgeführt werden, jedoch ist das Erkrankungsrisiko ab dem Alter von 40 Jahren deutlich höher. Auch wenn in der eigenen Familie keine Krebserkrankung bekannt ist, sollten Frauen regelmäßig eine Mammografie durchführen lassen. Mehr unter www.bumrungrad.com.

Das Brustzentrum befindet sich im 16. Stock des Gebäudes der Bumrungrad International Clinic (BIC) in Bangkok. Tel.: +66 (0)2-011.3694. 

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