Bruneis Vizeaußenminister soll Myanmar-Krise lösen helfen

Der Zweite Minister für Auswärtige Angelegenheiten und Handel von Brunei Darussalam Dato Erywan Yusof. Foto: epa/Sergei Chirikov
Der Zweite Minister für Auswärtige Angelegenheiten und Handel von Brunei Darussalam Dato Erywan Yusof. Foto: epa/Sergei Chirikov

JAKARTA: Die Vereinigung südostasiatischer Staaten (Asean) hat einen Sondergesandten für Myanmar ernannt. Er soll helfen, das Land aus der tiefen Krise zu führen, in das es mit dem Militärputsch am 1. Februar gestürzt war. Dato Erywan Yusof solle mit Zugang zu allen Parteien in Myanmar «Vertrauen und Zuversicht» schaffen, erklärte die Asean am Mittwoch. Erywan Yusof ist Zweiter Außenminister des kleinen Sultanats Brunei, das derzeit den Vorsitz des regionalen Bunds aus zehn Staaten innehat. Myanmar droht nach dem Putsch und der blutigen Niederschlagung von Protesten der Putschgegner ein Bürgerkrieg.

Bundesaußenminister Heiko Maas begrüßte Yusofs Ernennung als wichtigen Schritt zu einer politischen Lösung. «Wichtig ist jetzt, dass das Militärregime mit dem Sondergesandten zusammenarbeitet und ihm unbeschränkten Zugang zu allen Teilen des Landes ermöglicht», erklärte Maas. «Gemeinsam mit unseren europäischen Partnern werden wir den Sondergesandten bei seiner Aufgabe aktiv unterstützen.»

Der Asean war Untätigkeit vorgeworfen worden, weil sie keinen Sondergesandten auf die Krise angesetzt hatte, wie es der Asean-Gipfel bereits am 24. April vereinbart hatte. Menschenrechtsgruppen zufolge wurden seit dem Sturz der Regierung der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi mehr als 900 Bürger bei Protesten von Soldaten getötet.

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Thomas Knauer 06.08.21 15:14
In Myanmar hat das Militär seit der Gründung des Staates eine staatstragende Rolle.
Ohne dessen Einsatz wäre der Vielvölkerstaat schon lange zerfallen. Alle bisherigen Bemühungen demokratische Strukturen in diesem Land einzuführen, das keinerlei demokratische Kultur oder Struktur in seiner Tradition kennt, gelang immer nur soweit es das Militär zuließ.
Was eine Einmischung ob direkt mit Truppen und erzwungenen Wahlen bringt kann in vielen Staaten beobachtet werden (Afghanistan, Somalia….)
Hinter den Kulissen versuchen die Großmächte hier massiv Einfluss zu nehmen und das von den USA hinterlassene Vakuum wird durch China und Russland gefüllt. Deren Interesse an Demokratie ist hinlänglich bekannt.
Detlev Neufert 06.08.21 01:20
Die Generäle und Soldaten und die Polizei werden nicht nachgeben. Über diese Vermittlungsversuche gehen sie ungerührt hinweg. Ich bin täglich in Kontakt mit meinem Team. Das Vertrauen in Hilfe von außen ist weg. Was bleibt sind Waffen.
Rene Amiguet 05.08.21 14:00
Kochendes Myanmar
Es gibt nur eine Lösung. Nämlich unverzüglich die Demokratie wieder einführen und unter internationaler, zuverlässiger Überwachung Neuwahlen zu organisieren. Das Resultat muss unbedingt von allen Parteien und insbesondere vom Militär akzeptiert werden! Das sollte durch internationale Friedenstruppen, nach den Wahlen, mit den notwendigen Kompetenzen ausgestattet, überwacht werden können. So etwas wird wohl kaum zustande kommen und das Chaos mit dem Risiko eines bald ausbrechenden Bürgerkriegs mit vielen unschuldigen Opfer ist leider vorprogrammiert.