Anlagen des Ex-Königspalastes beschädigt

Foto: epa/Spiros Kouros
Foto: epa/Spiros Kouros

ATHEN: Bei den schweren Bränden im Norden der griechischen Hauptstadt sind weite Teile des Waldes sowie zahlreiche Gebäude des ehemaligen Sommerpalastes der 1974 abgesetzten königlichen Familie Griechenlands in Tatoi zerstört worden. «Das kann man nur schwer akzeptieren», sagte die griechische Kulturministerin Lina Mendoni am Mittwoch auf einer Pressekonferenz.

Das Hauptgebäude des Sommerpalastes sei zwar intakt; sieben andere Gebäude seien jedoch beschädigt worden. Der größte Teil des gut 760 Hektar großen Waldes sei zerstört worden. Auch die Bäume rund um die Gräber der ehemaligen königlichen Familie Griechenlands, die aus dem dänisch-schleswig-holsteinischen Haus der Glücksburg-Sonderburg stammte, seien vollständig zerstört worden, hieß es.

Der Sommerpalast von Tatoi und sein Wald sollten zu einem Museum und Ausflugsziel werden. Die Arbeiten dafür sollen nun trotz der schweren Schäden fortgesetzt werden, kündigte die griechische Kulturministerin an.

Das Verhältnis des ehemaligen griechischen Königshauses zum Volk war fast immer gestört. Das Ende kam, als sich der unerfahrene Konstantin II. nach seiner Inthronisierung (1964) schnell in Streitigkeiten mit der politischen Führung verwickelte. Am 21. April 1967 putschte dann in Griechenland eine Militärgruppe. Um - wie er immer wieder sagt - ein Blutvergießen abzuwenden, duldete der König die Putschisten. Er ließ sich mit ihnen fotografieren und billigte sogar per Unterschrift die Bildung einer Militärregierung. Viele Griechen haben ihm das nie verziehen.

Nach der Wiederherstellung der Demokratie wurde die Monarchie in Griechenland im Dezember 1974 abgeschafft. Konstantin - heute 81 Jahre alt - wurde enteignet und erst nach einem Beschluss des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte aus dem Jahr 2000 entschädigt.

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