Brände lodern weiter in Teilen Italiens

Brand in der Region Ragusa auf der Insel Sizilien. Foto: epa/Francesco Ruta
Brand in der Region Ragusa auf der Insel Sizilien. Foto: epa/Francesco Ruta

ROM: Eine Vielzahl von Wald- und Buschbränden hält die Brandbekämpfer in Italien weiter in Atem. Die Feuerwehr meldete am Samstagvormittag 400 Einsätze in den vergangenen zwölf Stunden. In der Region Kalabrien an der Fußspitze des italienischen Stiefels seien fünf Löschflugzeuge im Raum Cosenza und Reggio Calabria in der Luft. Das Feuer in Tivoli östlich von Rom sei in der Nacht gelöscht worden. Der Ort ist für seine Unesco-Welterbe-Stätten Villa d'Este und Villa Adriana (Hadriansvilla) bekannt.

Auf Sizilien warnte der Zivilschutz für Samstag vor Waldbrandgefahr in den Provinzen Catania, Caltanissetta und Enna sowie vor extremer Hitze im Raum Palermo. Auf Sardinien warnten die Behörden vor extremer Brandgefahr für den zentralen Westen der Mittelmeerinsel. In Kalabrien brennen viele Feuer in der Gegend um den Nationalpark Aspromonte. Dort gab es bislang vier Tote im Zusammenhang mit den Waldbränden.

Es brannte auch in der nördlich an Kalabrien angrenzenden Region Kampanien, in der Neapel und der Vesuv liegen. Die Feuerwehr zeigte ein Video eines Hubschraubereinsatzes in Taurasi in der Provinz Avellino. Von der Neapel vorgelagerten Insel Ischia meldete die Nachrichtenagentur Ansa einen größeren Buschbrand, der auch einige Häuser erfasst habe und in der Nacht zum Samstag gelöscht worden sei.

Extreme Hitze und anhaltende Trockenheit begünstigen seit Ende Juli in weiten Teilen des Südens die Flammen. Hinter vielen Feuern vermuten die Behörden Brandstiftung. Am Samstag meldeten die Carabinieri auf Sizilien die Verhaftung von zwei Viehzüchtern in der Provinz Syrakus. Dem Vater (60) und seinem Sohn (27) werde vorgeworfen, Dornengestrüpp abgefackelt zu haben, um so ihr Weideland zu erweitern. Nach intensiven Ermittlungen sei Haftbefehl gegen die beiden erlassen worden.

Das italienische Gesundheitsministerium warnte für Samstag und Sonntag vor extremer Hitze der höchsten Alarmstufe drei unter anderem für Bari, Bologna, Bozen, Neapel und Rom. Der Landwirteverband Coldiretti meldete, dass 20 Prozent der Wassermelonenernte dem Extremwetter zum Opfer gefallen seien, im Süden der Hitze und im Norden dem Hagel. «Addio für eine von fünf Wassermelonen», hieß es in einer Pressemitteilung.

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