Biden und Macron reden über U-Boot-Streit

Der französische Präsident Macron veranstaltet eine Zeremonie zu Ehren der Harkis im Elysee-Palast in Paris. Foto: epa/Gonzalo Fuentes
Der französische Präsident Macron veranstaltet eine Zeremonie zu Ehren der Harkis im Elysee-Palast in Paris. Foto: epa/Gonzalo Fuentes

PARIS: Im U-Boot-Streit wollen US-Präsident Joe Biden und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron an diesem Mittwoch miteinander reden. Wie es in Paris aus Élyséekreisen hieß, gehe es Macron in dem Telefongespräch um die Vertrauenskrise, die zum Rückruf der französischen Botschafter aus den USA und Australien geführt hat. Es sollten die Grundlagen geklärt werden, wie man wieder auf einer Vertrauensbasis zueinander finden könne.

Macron erwarte in dem Gespräch von amerikanischer Seite das Eingeständnis, dass eine erforderliche Unterrichtung Frankreichs über die neue Sicherheitsallianz im Indopazifik versäumt worden sei. Diese habe zu einem Vertrauensproblem geführt, aus dem alle gemeinsam nun die Konsequenzen ziehen müssten, hieß es aus Élysée-Kreisen.

Nötig sei ein zeitlich abgesteckter Prozess, bei dem auf hoher Ebene die Bedingungen für eine Rückkehr zum Vertrauen auf Grundlage konkreter Taten und nicht bloß Worte bestimmt werden. Dabei gehe es insbesondere um die strategische Bedeutung des französischen und europäischen Engagements im Indopazifik.

Die amerikanischen Verbündeten müssten die Notwendigkeit der Stärkung der europäischen Souveränität sowie deren wachsende Verteidigungs- und Sicherheitsbemühungen und den gemeinsamen Einsatz im Kampf gegen den Terrorismus anerkennen. Diese Klarstellungen und eindeutige Zusagen der amerikanischen Verbündeten seien für ein neues Engagement notwendig, von dem Frankreich sich einen positiven Beitrag für die Beziehungen zwischen den USA und der EU verspricht, hieß es aus Élysée-Kreisen.

Die USA, Australien und Großbritannien hatten eine neue Allianz gegen sich «rasch entwickelnden Bedrohungen» verkündet, die sich offensichtlich gegen China richtet. Dazu gehört der Schwenk Australiens zur Beschaffung atomgetriebener Jagd-U-Boote mit Hilfe der beiden Partner anstelle französischer U-Boote. Frankreich hätte dieselelektrisch angetriebene Boote geliefert.

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Ingo Kerp 23.09.21 14:00
Vertrauen hin oder her, worum es in erster Linie geht ist ein weggebrochenes Geschäft über 65 Mrd Euro. Das schmerzt und das Loch läßt sich auch mit lieben Worten nicht stopfen.