Trump zieht Strafzölle durch

 US-Präsident Donald J. Trump. Foto: epa/Jim Lo Scalzo
US-Präsident Donald J. Trump. Foto: epa/Jim Lo Scalzo

WASHINGTON (dpa) - WASHINGTON (dpa) - Beim Thema Handel kennt Trump nach wie vor kein Pardon. Die angedrohten Strafzölle von 50 Milliarden US-Dollar gegen China sollen tatsächlich kommen - am Freitag sollen sie verkündet werden. Ein möglicher Handelskrieg wird sehr konkret.

Dem Welthandel droht eine weitere schwere Belastung: Berichten zufolge macht US-Präsident Donald Trump ernst und lässt an diesem Freitag gegen China Strafzölle im Umfang von 50 Milliarden US-Dollar verhängen. Eine Bestätigung des Weißen Hauses gab es dafür zunächst nicht.

Die Entscheidung habe Trump am Donnerstag nach Beratungen mit seinen engsten Handelsberatern getroffen, berichtete unter anderem das «Wall Street Journal» in der Nacht zu Freitag. Es sei aber unklar, wann die Zölle tatsächlich wirksam werden.

Bei dem Treffen waren nach einem CNN-Bericht unter anderem Finanzminister Steven Mnuchin, Handelsminister Wilbur Ross und Trumps Handelsbeauftragter Robert Lighthizer anwesend.

Noch am Donnerstag hatte China das Weiße Haus deutlich vor Strafzöllen gewarnt. Etwaige Wirtschafts- und Handelsabkommen, über die beide Regierungen verhandelt haben, würden in diesem Fall nicht zustandekommen. Peking hatte klargemacht, dass man keine Angst vor einem Handelskrieg habe und mit Strafen im gleichen Umfang reagieren wolle.

Die angedrohten Zölle würden nicht nur die beiden größten, sondern auch viele weitere Volkswirtschaften belasten. Der Internationale Währungsfonds hatte vor sehr negativen Auswirkungen gewarnt, die ein Handelskonflikt bei Konsumenten, Investoren und auf den Finanzmärkten auslösen würde.

Die deutsche Wirtschaft fürchtet, von US-Strafzöllen gegen chinesische Produkte empfindlich getroffen zu werden.

Die drohenden Zölle waren noch am Donnerstag in Peking Thema bei einem Treffen von US-Außenminister Mike Pompeo mit seinem chinesischen Kollegen Wang Yi. Pompeo erklärte, das Handelsdefizit der USA gegenüber China sei noch immer zu hoch. Wang Yi äußerte gleichwohl die Hoffnung, dass Washington «nicht weitere Hindernisse schafft». Pompeo berichtete im Anschluss von sehr konstruktiven Gesprächen.

Obwohl beide Regierungen zunächst vielversprechende Verhandlungen geführt hatten, kündigte das Weiße Haus Ende Mai überraschend an, am 15. Juni eine Liste mit chinesischen Waren im Umfang von 50 Milliarden Dollar (43 Milliarden Euro) vorlegen zu wollen. Auf diese sollen Zölle von 25 Prozent erhoben werden.

«Kurz danach» sollten zusätzlich Zölle in Höhe von 25 Milliarden verhängt werden, hatte es bei der ersten Ankündigung geheißen. Die Zölle waren ursprünglich im März bekanntgegeben worden.

Bisher war offen gewesen, ob Trump die Zölle tatsächlich am Freitag bekanntgeben oder eine Entscheidung womöglich in die nächste Woche verschoben würde.

China hatte den angekündigten Schritt der USA scharf kritisiert. Eine weitere Eskalation in dem Streit wäre auch deswegen brisant, weil die USA China für eine Lösung des Atomkonflikts mit Nordkorea brauchen.

Das Handelsdefizit der USA mit China ist Trump seit langem ein Dorn im Auge. Er hatte schon im Wahlkampf angekündigt, es deutlich reduzieren zu wollen. Allein im vergangenen Jahr exportierte die Volksrepublik für 375 Milliarden Dollar (303,3 Milliarden Euro) mehr Waren in die USA, als es von dort einführte. Trump will auch Pekings staatlicher Unterstützung für eigene Technologie-Firmen einen Riegel vorschieben. China wird der Diebstahl geistigen Eigentums vorgeworfen.

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Leserkommentare

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Andy 15.06.18 14:46
Trump kann nicht mit Geld umgehen!
Das wird offensichtlich. Nachdem er bislang nur als "Pussygrabber" und mit geliehenen Millionen operierte, kann er plötzlich mit Milliarden, die ihm auch nicht gehören, spielen. So wie man Kindern kein Feuer geben sollte, sollte man ihm die Möglichkeit des Spielens mit Geld wegnehmen. Die Gegenreaktion der Chinesen wird nicht lange auf sich warten lassen. Am Ende müssen die Amis Staub fressen!
Ingo Kerp 15.06.18 14:20
Noch ein bißchen Geduld muß sein. Wenn die treuen republ. Wähler, die den Trump für den Groeßten halten ploetzlich arbeitslos sind oder die von ihnen geliebten Artikel nur noch zu einem überhoehten Preis kaufen koennen, werden sie dem Trump schon zeigen, wie schnell eine Ära zu Ende gehen kann. Ist alles nur eine Zeifrage.
Beat Sigrist 15.06.18 10:55
Trump steht kurz vor seinem eigenen Grab
sollten die Republikaner nicht in der Lage sein Ihren Präsidenten etwas mehr auf die richtige Spur zu bringen wird seine Zeit als Präsident bald abgelaufen sein.Wenn die ganze Welt weniger Waren aus den USA importiert sollte sich Trump mal fragen warum. Liegt es vielleicht an der schlechten Qualität bei Made in USA wie dies bei der Automobilbranche seit Jahren dies der Fall ist ? Gibt es eigentlich noch ein Land auf diesem Planeten welche gerne und freiwillig Waren aus den USA kaufen und importieren ? Trump hat schon einige eigenen Firmen in den Konkurs getrieben durch seine Art Geld zu verdienen. Und genau dies betreibt er jetzt mit seinem eigenen Land ebenso. Es wird wohl nicht mehr lange gehen, bis sein Volk erwacht und auf die Strasse gehen wird weil sie keinen Job mehr haben und ebenso auch keine Krankenkassen mehr besitzen oder einfach weil sie Hunger haben und das notwendige Kleingeld nicht mehr besitzen um Nahrungsmittel zu kaufen.Der Niedergang der USA ist bereits zu 50% eingeleitet und kann nur noch durch eine Hauruck Aktion *weg mit Trump* gestoppt werden.Mit der moslemischen Welt,mit Asien,mit Russland und vor allem mit Europa steht Trump eigentlich schon heute auf Kriegsfuss was den freien Handel betrifft und es wird nicht bei einem Handelskrieg bleiben sondern noch mehr eskallieren ! Es wird eine neue Machtverteilung auf diesem Planeten geben dank Trump.