US-Justiz ermittelt in 1MDB-Skandal auch gegen Deutsche Bank

Foto: epa/Justin Lane
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NEW YORK (dpa) - Im Skandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB ermitteln US-Behörden laut einem Zeitungsbericht auch gegen die Deutsche Bank. Das US-Justizministerium prüfe, ob der Finanzkonzern bei seiner Arbeit für den Fonds gegen Korruptions- und Geldwäschegesetze verstoßen habe, schrieb das «Wall Street Journal» am Mittwochabend (Ortszeit) unter Berufung auf Insider. Bislang steht vor allem die US-Bank Goldman Sachs wegen ihrer Rolle bei der Affäre unter Druck.

«Die Deutsche Bank hat bei allen Anfragen von Regulierungs- und Justizbehörden in Verbindung mit 1MDB vollumfänglich kooperiert», erklärte ein Unternehmenssprecher in New York. Das Justizministerium habe in Unterlagen zu dem Fall befunden, dass 1MDB «erhebliche Falschdarstellungen» gegenüber der Deutschen Bank gemacht habe. Dies decke sich mit den eigenen Erkenntnissen. Das Justizministerium wollte eine Anfrage zu dem Bericht nicht kommentieren.

Der 1MDB-Fonds, aus dem Geld verschwunden und an malaysische Regierungsmitglieder zurückgeflossen sein soll, war 2009 zur Wirtschaftsförderung des Landes eingerichtet worden. Wegen Betrugs- und Geldwäscheverdachts laufen jedoch schon länger weltweite Ermittlungen unter Leitung des US-Justizministeriums. Im Zentrum des Skandals stand bislang vor allem Goldman Sachs, Malaysia forderte bereits Milliardenbußgelder und Gefängnisstrafen für Ex-Mitarbeiter.

Laut «Wall Street Journal» half die Deutsche Bank 1MDB unter anderem 2014 - als es bereits erste Bedenken gegenüber dem Fonds gab -, eine Finanzierung über 1,2 Milliarden Dollar zu besorgen. Zudem soll eine Mitarbeiterin, die zunächst bei Goldman mit 1MDB arbeitete, später auch bei der Deutschen Bank mit dem Fonds zu tun gehabt haben. Sie verließ die Bank angeblich 2018, nachdem diese von Nachrichten zwischen ihr und dem Hauptbeschuldigten in der 1MDB-Affäre erfahren hatte.

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Joerg Obermeier 11.07.19 16:31
Wo auch immer krumme Geschäfte auf dieser Welt auftauchen. Die Deutsche Bank ist fast garantiert dabei. Verständlich, dass diese 18.000 Mitarbeitern weltweit gekündigt hat und sich wieder in die deutsche Provinz zurückzieht. Wollen mal abwarten, ob das nicht schon zu spät war. Wenn ich mir überlege was in den letzten Jahren von Volkswagen & Co. dazu noch aufgekommen ist. Mein lieber Scholli, wird Zeit mal kräftig aufzuräumen.