Bergsteiger am Matterhorn baumelt nach Sturz stundenlang am Seil

das Matterhorn von verschiedenen Graten in Zermatt. Foto: epa/Dominic Steinmann
das Matterhorn von verschiedenen Graten in Zermatt. Foto: epa/Dominic Steinmann

ZERMATT: Am Matterhorn hat ein Spanier nach einem Absturz aus 4200 Metern stundenlang und über Nacht an einem Seil gehangen. Die Windverhältnisse und Nebel hätten eine Rettung am Samstagabend zunächst nicht zugelassen, teilte die Rettungsorganisation Air Zermatt am Mittwoch mit. Der 51-Jährige, der nur dünn bekleidet und mit Lauf- statt Bergschuhen unterwegs war, sich aber wenigstens angeseilt hatte, sei in Panik gewesen. Spezialisten und seine Mutter hätten über Telefon beruhigend auf ihn eingeredet.

Schließlich sei am frühen Sonntagmorgen erneut ein Hubschrauber aufgestiegen. Ein Rettungsspezialist habe sich mit dem Seil zu dem Spanier hinabgelassen und ihn an seine Winde gebunden. Dies sei eine höchst gefährliche Aktion, schrieb die Air Zermatt. Über das am Berg befestigte Seil des Bergsteigers sei der Hubschrauber bei einer solchen Aktion für einige Zeit direkt mit dem Berg verbunden und könnte in einer Gefahrensituation nicht sofort abdrehen. Der Rettungsspezialist muss deshalb zügig das Seil des Bergsteigers kappen. Die Rettung ging gut und der Mann wurde zu Boden gebracht.

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Pascal Schnyder 15.09.22 13:40
Gefährlicher
Am Matterhorn verlieren beim Auf- und Abstieg durchschnittlich mehr Menschen Ihr Leben, als am Mount Everest.