Behörden vernichten Fischkutter

Zerstörung alter Fischkutter durch die Behörden. Foto: epa/Diego Azubel
Zerstörung alter Fischkutter durch die Behörden. Foto: epa/Diego Azubel

SAMUT SAKHON: Behörden haben mit der Zerstörung von neun alten Fischkuttern in Samut Sakhon begonnen. Die Zeremonie fand vor Botschaftern aus 20 Ländern, einschließlich der Vereinigten Staaten sowie der EU und ASEAN-Mitgliedstaaten statt. Insgesamt will die Regierung 860 Schiffe aufkaufen, als einen Beitrag zu den in Gang gesetzten Reformen der Fischereiindustrie. Sie stand wegen ihrer sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen weltweit in der Kritik.

Laut dem stellvertretenden Premierminister General Chatchai Sarikulya erfüllen inzwischen fast 11.000 Schiffe die Standards der Marinebehörde, während mehr als 6.300 dauerhaft aus thailändischen Häfen verbannt wurden. In den letzten Jahren hat die Regierung ihre Bemühungen verstärkt, die seit langem bestehenden Probleme in der Fischereiindustrie durch die Einführung neuer Vorschriften zu lösen. Die Europäische Gemeinschaft hatte im Jahr 2015 damit gedroht, den Import thailändischer Meeresfrüchte zu verbieten, wenn sich die Praktiken nicht änderten.

Die Kampagne ist in Thailands vielen Häfen und bei den Fischern nicht gut angekommen. Im April streikten Pattani-Fischer wegen neuer Gesetze, die Arbeitsmissbrauch bekämpfen sollen. Anfang letzten Monats drohten thailändische Fischer mit einem landesweiten Streik über die Vorschriften, Boote so umzubauen, dass sie sicherer und hygienischer werden. Thailändische Fischer sagten, die Einhaltung der Gesetze würde der Industrie schweren Schaden zufügen. Sie forderten auch, die Regierung solle den Mangel an Arbeitskräften insofern lösen, indem sie den Fischern erlaubt, staatenlose und nicht dokumentierte ausländische Arbeiter einzustellen. Zudem fordern sie eine Entschädigung für Schiffe, die ihre Betriebsgenehmigung verloren haben. Eine neue EU-Bewertung ist für die kommenden Wochen angesetzt. Die Regierung hofft, dass die EU ihre gelbe Karte zurückziehen wird. Wenn Thailand die Probleme nicht löst und die Fischerei unkontrolliert weiterlaufen lässt, riskiert es bei der EU eine rote Karte, was zu Sanktionen für Meeresfrüchteexporte nach Europa im Wert von mehr als 30 Milliarden Baht pro Jahr führen kann. Thailand ist der weltweit drittgrößte Exporteur von Meeresfrüchten.

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Leserkommentare

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Hansruedi Bütler 15.09.18 19:23
Nicht die kleinen Boote .......,
das stimmt soweit schon Herr Harms, aber Kleinvieh macht auch Mist. Es ist bekannt, dass auch die kleinen thailändischen Fischerboote mit viel zu engmaschigen Netzen arbeiten und dies erst noch in Küstennähe, wo sich viele Jungfische aufhalten. Defekte Netze werden auch von denen zur Zierde des Meeres, über Bord geworfen. Also, nichts wie weg mit den Frevlern. Selbstverständlich gehören auch die großen Fangschiffe stark dezimiert, damit sich die Fische erholen können. Wie denn sonst, sollen sich Fische vermehren können, wenn schon die Jungfische weggefangen werden?
Oliver Harms 15.09.18 13:42
antrieb ausschlachten und versenken.
beakanntlich sind es ja nicht diese kleinen boote welche die bestände in den hoheitsgewässern thailands vernichten,sondern die hochseefangflotten so wohl der eu als auch china und japan mit ihren kilometerlangen schleppnetzen und grundbrechern welche die jungfische und riffe gleich mit vernichten. wissenschaftlich erwiesen wurde ja,das versenkte schiffe den tieren neue lebensräume bieten,da dort die schleppnetze nicht zum einsatz kommen können.
Hansruedi Bütler 14.09.18 15:42
Schade um die Vernichtung,
aber nicht schade um den schwindenden Fischbestand. Also, fangt mit noch mehr Kuttern alle Fische weg, dann könnt ihr die Fischkutter ins Museum bringen und sie dort schadlos bestaunen.
Roman Müller 14.09.18 15:34
Ja
da kann man auch mal wieder geteilter Meinung über Sinn oder Unsinn dieser Aktion sein. Dass damit die Arbeitsbedingungen verbessert werden kann bezweifelt werden.
Ingo Kerp 14.09.18 14:00
Gibt / Gab es keine andere Vewendung für die Fischkutter? Mußten alle zerstoert werden? Schade um die Vernichtung.