Befruchtungszentren statt Luxus-Condos

Immobilienentwickler Raimon Land richtet sich neu aus

Blick in den Eingangsbereich einer Bangkoker Klinik für künstliche Befruchtungen. Foto: epa/Rungroj Yongrit
Blick in den Eingangsbereich einer Bangkoker Klinik für künstliche Befruchtungen. Foto: epa/Rungroj Yongrit


BANGKOK: Da erwartet wird, dass sich das Wachstum am Immobilienmarkt in Thailand weiter verlangsamt, hat der börsengelistete Immobilienentwickler Raimon Land PLC mit Hauptgeschäftssitz in Bangkok angekündigt, in Hotels und Unternehmen im Bereich der In-vitro-Fertilisation (IVF) zu investieren, insgesamt 5,3 Milliarden Baht.

Vorstandsvorsitzender Lionel Lee begründete die Neuausrichtung seines Unternehmens damit, dass Hotels und IVF zwei Branchen mit regelmäßig wiederkehrenden Einnahmen seien. Bereits im letzten Jahr wurde der Geschäftsschwerpunkt von Raimon Land durch ein Joint-Venture mit dem Restaurant Baan Ying auf Lebensmittel und Getränke erweitert.

Künstliche Befruchtungen und Wellness ein aufsteigender Markt

Eine Neuausrichtung stellt auch die Bürobranche dar. Gemäß Zeitplan soll noch im Februar der Baustart für ein 65.000 Quadratmeter großes Office-Gebäude in der Phloenchit Road erfolgen, in dem Raimon Land auch ein IVF-Zentrum errichten will. Ein weiteres Zentrum für künstliche Befruchtungen und Wellness ist für Khao Yai geplant, nahe des bekannten „Toscana Valley“, in der Nordostprovinz Nakhon Ratchasima. Für den Bau wurde bereits ein 40 Rai großes Grundstück für 100 Millionen Baht gekauft. Fruchtbarkeitsbehandlungen betrachtet Lee als einen aufsteigenden Markt. „Es gibt rund 90 Millionen chinesische Paare, die nach dem Ende der Ein-Kind-Politik eine IVF wünschen, um ihr zweites Kind zu bekommen. Diese Zahl übersteigt bei Weitem das Angebot, das IVF-Unternehmen auf der ganzen Welt derzeit erbringen können“, erklärte er in der „Bangkok Post“.

Abschwächung des Wirtschaftswachstums in Übersee auch in Thailand zu spüren

Die anvisierte Diversifizierung im Nicht-Immobiliengeschäft ziele auf einen stabilen wiederkehrenden Einnahmenstrom ab, so Lee. Damit reagiere sein Unternehmen auf die Abschwächung des thailändischen Immobilienmarktes. So hängt die Nachfrage nach Luxusimmobilien – das bisherige Kerngeschäft von Raimon Land – von der makroökonomischen Situation ab, da die Hauptkundschaft der Branche vorwiegend aus dem Ausland stammt. Die Abschwächung des Wirtschaftswachstums in China und Europa habe Lee folgend zu einer Inves­titionszurückhaltung geführt, die auch in Thailand spürbar ist.

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Leserkommentare

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Jürgen Franke 12.02.19 01:25
Das Befruchtungszentrum ist offensichtlich eine
ganz hervorragende Idee, da aufgrund der großen Nachfrage aus China, sich eine derartige Investition rechnen wird. Normalerweise sind Investition in Immobilien, weltweit probate Mittel, um Geld, deren Herkunft nicht immer ganz klar ist, unterzubringen. Wie es in China aussieht, interessiert mich nicht so sehr. Der Anblick an der Küste Spaniens ist teilweise auch nicht schön. Wenn jedoch Pattaya auf Dauer so verschandelt werden würde, kämen sicherlich weniger Touristen.
OTTO ULLMANN 11.02.19 19:02
Immobilien
In in Pattaya wurden viele Bauten auf Halde gebaut. Der Bauboom rächt sich. Es könnte noch eine Geister Stadt werden. Ähnlich wie in China.
Hermann Auer 10.02.19 17:30
Wohin bloß ....
... mit dem vielen Geld? Geld sucht verzweifelt Anlagemöglichkeiten, während ein großer Teil des Volkes nicht weiß, woher das Geld für das nächste Frühstück seiner Kinder zu nehmen ist. Diese Firma tut mir wirklich leid, sobald ich mal Zeit habe.
Marcel Edouard Petter 10.02.19 17:07
PLC oder so
Die 3 Buchstaben sind eine Abkürzunf für "Public Company Limited", richtig wäre also PCL.
Konrad Stoll 10.02.19 16:24
Immobillienmarkt
Die Abkühlung wird sich mit den neuen Visabestimmungen sofern diese denn auch durchgezwängt werden noch drastisch beschleunigen.