Beben erschüttert Indonesiens Hauptstadt

​Keine Tsunami-Gefahr mehr

Foto: EPA-EFE/Usgs
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JAKARTA (dpa) - Schon wieder bebt die Erde in Indonesien. Diesmal trifft es die Hauptstadt Jakarta auf der Insel Java. Die gefürchteten hohen Wellen in den Küstengebieten bleiben aber aus. Im Dezember hatte ein Tsunami in derselben Region mehr als 430 Menschen den Tod gebracht.

Die indonesische Hauptstadt Jakarta auf der Insel Java ist von einem Erdbeben der Stärke 6,9 erschüttert worden. Das nationale Geophysik-Institut gab am Freitagabend (Ortszeit) vorübergehend eine Tsunami-Warnung für den Westen von Java sowie einen Teil der nördlichen Nachbarinsel Sumatra aus und warnte vor bis zu drei Meter hohen Wellen. Früher als zunächst geplant hob die Behörde die Warnung aber wieder auf: Es habe keinen signifikanten Anstieg des Wasserspiegels gegeben, sagte Leiterin Dwikorita Karnawati. Über größere Schäden oder Opfer im Großraum Jakarta sowie in den Küstengebieten war zunächst nichts bekannt.

In derselben Region, der Sunda-Meerenge zwischen Java und Sumatra, war im vergangenen Dezember der Vulkan Anak Krakatau ausgebrochen und hatte einen Tsunami ausgelöst. Mindestens 437 Menschen kamen damals ums Leben, mehr als 14 000 wurden verletzt.

Indonesien liegt wie auch die Philippinen und Australien am hufeisenförmigen Pazifischen Feuerring, der sich um den Pazifischen Ozean zieht. Dort gibt es unzählige Vulkane und jedes Jahr Tausende, meist kleinere Erdbeben. Ausgelöst werden sie von der Bewegung der Erdplatten, die dort aufeinanderstoßen.

Das Beben vom Freitag ereignete sich gegen 19.00 Uhr (Ortszeit) 147 Kilometer südwestlich von Sumur in der Provinz Banten im Westen Javas in einer Tiefe von zehn Kilometern, wie das Geophysik-Institut weiter mitteilte. Die Behörde hatte die Stärke des Bebens zunächst mit 7,4 angegeben.

Medien berichteten über Panik unter Einwohnern eines Wohnhauses in Jakarta. Sie seien auf die Straße gestürzt, als das Hochhaus schwankte und Knackgeräusche zu hören waren.

Das Fernsehen zeigte zudem Bilder, wie Küstenbewohner in Pandeglang an der westlichen Spitze Javas zu Fuß oder auf Motorrädern zu höher gelegenen Gebieten eilten, um sich vor einem möglichen Tsunami in Sicherheit zu bringen. Auf der nördlichen Nachbarinsel Sumatra hatte die Tsunami-Warnung für das Gebiet West Lampung im Südwesten gegolten. «Die Menschen können wieder nach Hause gehen, sie sollten aber aufmerksam bleiben», sagte Behörden-Chefin Dwikorita Karnawati.

Schwere Erdbeben waren Mitte Juli in Australien, Indonesien und den Philippinen mit Stärken zwischen 5,5 und 7,2 registriert worden. Auf den zu Indonesien gehörenden Nord-Molukken wurden zwei Frauen den Behörden zufolge von Trümmerteilen ihrer Häuser erschlagen.

Am 26. Dezember 2004 hatte ein Beben der Stärke 9,1 vor Sumatra einen gewaltigen Tsunami ausgelöst, der rund um den Indischen Ozean etwa 230 000 Menschen tötete.

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