Bananenblätter statt Plastik: Thai-Supermarkt stellt um

Foto: wikimedia/Gunawan Kartapranata
Foto: wikimedia/Gunawan Kartapranata

CHIANG MAI (dpa) - Im Kampf gegen den Plastikmüll ist ein Thai-Supermarkt zu Methoden aus alten Zeiten zurückgekehrt: Im Supermarkt «Rimping» der nordthailändischen Stadt Chiang Mai wird das Obst und Gemüse jetzt wieder in Bananenblätter eingepackt, wie das früher einmal üblich war. Im Unterschied zu Plastiktüten vermodern die Blätter dann irgendwann auf natürliche Weise, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Bananenblätter sind in dem südostasiatischen Königreich weit verbreitet, auch in der Küche.

Geschäftsführer Atitarn Srisa-nga sagte der dpa am Dienstag, der Verzicht auf Plastik gehöre zu einer «grünen Initiative». «Die Sachen werden dann zwar etwas schneller alt, aber wir kehren trotzdem nicht zu Plastik zurück.» Thailand ist weltweit einer der größten Verursacher von Plastikmüll. Nach einer Studie der Umweltschutzorganisation Greenpeace produziert das Land pro Jahr mehr als eine Million Tonnen. In einer weltweiten Statistik der schlimmsten Ozean-Verschmutzer liegt es auf Platz sechs.

Oft gibt es Plastik sogar doppelt und dreifach: Bananen zum Beispiel sind in Supermärkten normalerweise mit Plastikband verklebt und in einer Plastiktüte verpackt. An der Kasse gibt es dann eine weitere Tüte. Ein Großteil des Mülls landet einfach auf der Straße. Asien-Kenner erklären dies auch damit, dass vor allem ältere Thai es gewohnt sind, Verpackungen einfach wegzuschmeißen - so wie in früheren Zeiten Bananenblätter.

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Leserkommentare

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Hansruedi Bütler 28.03.19 15:37
Die Idee ist gut und hat sich in der Vergangenheit
auch bewährt. Den heutigen Anforderungen von Verpackungen für die diversen heißen und kalten, zum Teil sauerstoffempfindlichen, unterschiedlichen Lebensmitteln, genügen Bananenblätter nicht. Was hindert die Kunststoffverpackungsbranche, nicht auf modernste, bewährten und biologisch vollkommen abbaubaren Kunststoff aus flüssigem Holz, wo es immer geht, umzuschwenken??? Die Produkte der Firma Tecnar (Erfinder: Helmut Nägele und Jürgen Pfitzer) mit ihrem Markenprodukt Arboform® beliefern weltweit hochrangige Firmen. So finden ihre Produkte sich in High Steel Schuhen von Gucci, Lebensmittelbehälter und Gebrauchsgegenstände, Kaffeekapseln, Musikinstrumente, Bremsscheiben für Porsche und Ferrari um nur einige Einsatzgebiete zu nennen. 80% des für die Produktion diverser Anwendungen benötigten Plastiks könnte so durch biokompatibles Flüssigholz ersetzt werden. Der Rohstoff dazu fällt bei der Herstellung von Papier an, der bis dahin verbrannt werden musste!!! "Schwachsinn komm raus"!!! Warum bemüht man sich so wahnsinnig, lösbare Probleme der Umwelt, nicht korrekt anzugehen???
Wilfried Stevens 28.03.19 00:27
@Siam Fan - Grosskraftwerke
Deshalb schrieb ich auch "nur" als Metapher = Großkraftwerke für Biomüll würden dies entschärfen ... es gab ja auch im FARANG schon einen Bericht darüber... https://der-farang.com/en/pages/regierung-plant-ueber-300-muellverbrennungsanlagen... Thailand verfügt derzeit nur über kleine und mittlere 30-35 Verbrennungsanlage...mal wieder oder noch immer 5 vor 12..oder es wird zu viel geredet...
Siam Fan 27.03.19 16:18
TH einer der größten Verursacher!?
Auch das ist wieder relativ, ähnlich wie bei den Verkehrstoten. Ansonsten werden Essensverpackungen bereits aus Wasserhyazinthen hergestellt. Das ist eigentlich deswegen so genial, weil diese Pflanzen, wie eine biologische Kläranlage das Wasser reinigen. Hauptproblem ist nur, es ist alles viel zu teuer! Wenn dann der Fleischspieß statt 5Baht (Thai-Preise) mit neuer Verpackung 15 Baht kostet, ist eigentlich auch keinem damit gedient!? Wobei die vollständigen "Kosten" noch gar nicht enthalten sind! @WilfriedStevens, TH hat KEINE Großkraftwerke/ Verbrennungsanlagen! Zumindest ist nach dem Modell in Hot/Chiang Mai (Vorbild für weitere 350Anlagen) keine eigentliche Müllverbrennung vorgesehen. Es wird nur Deponiegas gefaßt und zur Energiegewinnung verbrannt. Der nach der "RDF"-Methode sortierte Plastik wird nicht direkt in den Deponie verbrannt. Nach meinem Kenntnisstand, darf RDF-Plastik in Europa gar verbrannt werden, nur Plastikabfall nach dem "SRF"-Standard. Ich denke, das ist auch der Grund, warum soviel "RDF"Plastik nach Asien, Afrika "exportiert" wird. Wobei ich befürchte, statt in geeigneten Verbrennings-Anlagen, wird der Abfall zB bei der Zementherstellung verheizt.
Thomas Thoenes 27.03.19 13:00
Der letzte Satz im Bericht beschreibt das
Problem trefflich. ...es gewohnt sind... Bloß mal nichts ändern oder dazu lernen.
Wilfried Stevens 27.03.19 12:59
Umkehrschluss nicht so optimal...
...am Ende bleibt Müll, der z.b. in der Region Bangkok nur zu 50% verarbeitet werden kann...auch durch Verbrennung können nur 80% entsorgt werden...folglich werden die Deponien immer grlsser...bei Bioabfall sieht es noch schlechter aus...Grosskraftwerke für Biomüll würden dies entschärfen...am Ende sollten doch realistisch Bioverpackungen staatlich gefördert werden...sonst werddn die Bananen teurer 555 ;)