Baerbock fordert mehr Geld von China für Umgang mit Klimaschäden

Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock. Foto: epa/Christophe Petit Tesson
Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock. Foto: epa/Christophe Petit Tesson

SCHARM EL SCHEICH: Außenministerin Annalena Baerbock hat von China mehr Geld zur Unterstützung ärmerer Länder bei Schäden durch den Klimawandel gefordert. «Es stimmt, wir in Europa und in Nordamerika als Industriestaaten tragen mit unserem fossil aufgebauten Wohlstand die Verantwortung für die Klimaschäden der jüngeren Vergangenheit und auch die meisten der Gegenwart», sagte Baerbock am Donnerstag bei der Weltklimakonferenz im ägyptischen Scharm el Scheich. «Aber alle großen Emittenten von heute tragen die Verantwortung für die Klimaschäden der Zukunft. Alle Staaten können jetzt zeigen, dass sie zu mehr Ambition und mehr Solidarität bereit sind.»

In einem Interview mit RTL und n-tv hatte Baerbock zuvor deutlich gemacht, auf welches Land sie damit im Besonderen abzielt. «China muss dann auch für die Schäden der Zukunft mit aufkommen, wenn sie nicht bereit sind, ihre eigenen Emissionen in Zukunft radikal herunterzubringen», sagte sie. Mengenmäßig stößt die Volksrepublik inzwischen weltweit die meisten Treibhausgase aus.

Die Gruppe der G77 - ein Zusammenschluss von mittlerweile mehr als 130 Entwicklungsländern - fordert zusammen mit China die Einrichtung eines Finanztopfs, in den Industriestaaten für die Schäden durch Dürren, Überschwemmungen oder Stürme einzahlen sollen, die sich wegen der Erderhitzung häufen. Es gibt Kritik an Chinas Position bei diesem Streitthema, da sich die Volksrepublik trotz ihrer massiven Treibhausgasemissionen und ihrer Wirtschaftskraft nicht als Geldgeber in der Verantwortung sieht.

Baerbock forderte, sich endlich an die Umsetzung von bei früheren Konferenzen vereinbarten Klimazielen zu machen. «Deswegen wollen wir als Ergebnis dieser Klimakonferenz ein langfristiges und ambitioniertes Arbeitsprogramm mit ganz konkreten Minderungsschritten auf den Weg bringen, das uns dann als Welt auf den 1,5-Grad-Pfad führt.» Eine Erderwärmung von 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit gilt als gerade noch erträglich.

Seit dem Pariser Klimaabkommen von 2015 hätten auch europäische Staaten viel zu lange über Ziele in mittlerer Zukunft gesprochen, in 20, 25 oder 30 Jahren. «Aber wir wissen alle, dass CO2 sich in der Luft ansammelt. Das kann man in 15, 20, 30 Jahren da nicht mehr rausholen.»

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.