Azteken-Schau macht Station im Wiener Weltmuseum

Foto: Twitter/@wa1ja
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WIEN: Glanz und Untergang der Azteken sind nun in einer umfangreichen Schau im Weltmuseum in Wien zu sehen. Mehr als 200 Objekte und Leihgaben aus europäischen und mexikanischen Museen geben Einblick in die hohe Kultur des Volkes, das von seiner Hauptstadt Tenochtitlan im heutigen Mexiko aus im 15. Jahrhundert weite Teile Mittelamerikas beherrschte. Die Ausstellung, die vom 15. Oktober bis 13. April 2021 dauert, will auch auf Missverständnisse hinweisen.

So sei der Opferkult mitsamt der Tötung von Menschen wohl von den Zeitzeugen aus Europa übertrieben dargestellt worden, hieß es. Die Tötung von Kriminellen und Feinden sei zwar nicht ungewöhnlich gewesen, jedoch wesentlich seltener geschehen als es die von den kolonialzeitlichen Autoren angegebenen Zahlen vermuten ließen.

Der spanische Eroberer Hernán Cortéz hatte im frühen 16. Jahrhundert die Azteken besiegt. Innerhalb kürzester Zeit zerstörten die fremden Truppen, deren einheimische Verbündete und eingeschleppte Krankheiten ein blühendes Reich und dessen Kultur.

Teil der Schau ist auch der in der Dauerausstellung des Weltmuseums Wien ausgestellte weltberühmte Federkopfschmuck mit Hunderten langen Quetzal-Federn und mehr als tausend Goldplättchen. Dieser Kopfschmuck ist der einzige seiner Art, der erhalten blieb.

Die Sonderausstellung wurde vom Linden-Museum Stuttgart, wo sie 2019 bis 2020 zu sehen war, in Kooperation mit dem Nationaal Museum van Wereldculturen in den Niederlanden und dem Instituto Nacional de Antropología e Historia (INAH) in Mexiko konzipiert. Sie wird nach der Station in Wien ab Juni 2021 im Museum Volkenkunde in Leiden (Niederlande) zu sehen sein.

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