Australien cancelt Trainingslager in Thailand

Der Trainer des australischen U23-Teams, Graham Arnold. Foto: epa/Ali Haider
Der Trainer des australischen U23-Teams, Graham Arnold. Foto: epa/Ali Haider

BANGKOK/CANBERRA (dpa) - Aus Protest gegen die Inhaftierung eines Fußballers aus Bahrain hat der australische Fußballverband FFA ein Trainingslager seiner U23-Nationalmannschaft in Thailand abgesagt.

Der Verband forderte am Mittwoch die sofortige Freilassung des Ex-Nationalspielers Hakeem Al-Araibi (25), der seit November in Bangkok im Gefängnis sitzt. Sein Heimatland Bahrain verlangt von Thailand die Auslieferung. Australien, wo Al-Araibi inzwischen als anerkannter Flüchtling zuhause ist, lehnt dies strikt ab.

Der Trainer des U23-Teams, Graham Arnold, begründete die Absage damit, dass der Fußballer in Thailand gegen seinen Willen festgehalten werde. Die Football Federation of Australia (FFA) will mit dem Trainingslager nun in ein anderes asiatisches Land ausweichen. Dabei geht es um die Vorbereitung eines Qualifikationsspiels für die Asien-Meisterschaften im kommenden Jahr.

Al-Araibi war festgenommen worden, als er in Thailand Urlaub machen wollte. Nach seiner Flucht spielte er zuletzt für einen Verein aus Melbourne. In Bahrain, einem autoritär regierten Königreich im Persischen Golf, wurde er 2014 in Abwesenheit zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Der Ex-Nationalspieler soll sich 2011 während der arabischen Aufstände an Ausschreitungen beteiligt haben. Die Entscheidung über seine Abschiebung liegt formell bei der thailändischen Justiz.

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Leserkommentare

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Thomas Thoenes 08.02.19 10:57
Kann mich meinen
Vorrednern nur anschließen. Bravo für ein Land das auch für das Recht einzelner seiner Bürger eintritt und ganz offiziell echte Maßnahmen ergreift Mutti hätte lediglich sowas abgelassen wie: Wir schaffen das und denken an dich!