Neue Demonstrationen gegen Corona-Sperren

Proteste bei Zusammenstößen mit der Polizei bei einem Protest gegen die neuen Coronavirus-Maßnahmen im Hauptbahnhof. Foto: epa/Paolo Salmoirago
Proteste bei Zusammenstößen mit der Polizei bei einem Protest gegen die neuen Coronavirus-Maßnahmen im Hauptbahnhof. Foto: epa/Paolo Salmoirago

ROM: In Italien setzt sich die Welle der Demonstrationen gegen die seit Anfang der Woche verschärften Corona-Schutzmaßnahmen fort. Am Mittwoch demonstrierten Unternehmer und Beschäftigte aus Restaurants, Bars und anderen Lokalen in vielen Städten, darunter in Mailand, Triest, Florenz und Neapel, gegen die Beschränkungen. Aufgerufen zu Protesten «auf 24 Plätzen im ganzen Land» hatten Verbandsvertreter aus dem Bereich Dienstleistung und Gastronomie.

Nach Angaben des Verbands Fipe-Confcommercio drohen durch die Corona-Krise und die Einschränkungen der Geschäftszeiten, die die Regierung erlassen hat, viele Insolvenzen und Arbeitsplatzverluste. Die Lokale hätten massiv in den Corona-Schutz für Gäste investiert, argumentieren Kritiker der Mitte-Links-Regierung. Sie seien nicht Schuld am Anstieg der Neuinfektionen mit dem Virus.

In den vergangenen Tagen war es bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. So hatte es in der Hauptstadt Rom am Dienstagabend auf der Piazza del Popolo Auseinandersetzungen zwischen Hunderten Menschen - darunter Anhängern der neofaschistischen Partei Forza Nuova - und der Polizei gegeben. Demonstranten zündeten Müllcontainer an. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein.

Nach den Zusammenstößen ergingen Anzeigen gegen 16 Personen wegen Gewalt sowie Widerstands gegen die Polizei, wie die Nachrichtenagentur Ansa am Mittwoch schrieb. Unter den Krawallmachern seien auch Minderjährige und radikale Fußballfans, sogenannte Ultras, gewesen.

Das 60-Millionen-Einwohner-Land hatte am Dienstag fast 22.000 bestätigte Neuinfektionen mit Corona innerhalb eines Tages gezählt. Seit Montag müssen alle Lokale um 18.00 Uhr für Gäste schließen. Kinos, Theater, Fitnessstudios, Bäder, Skiresorts und Konzerthallen dürfen nicht mehr öffnen.

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Hansruedi Bütler 29.10.20 01:13
Ab 4. November
Ein sehr interessantes Datum!?
Sollte da nicht etwas beendet werden?
Sollten die Menschen vor lauter Freude auf die Strasse wollen, sollte man dies tunlichst unterbinden.
Juergen Bongard 28.10.20 12:37
So ein Unsinn, das die Coronamassnahmen
einen hoeheren Schaden anrichten als Corona. Durch die hohen Ansteckungen werden die Intensivbetten in den Kliniken langsam rar und irgendwann koennen die Menschen nicht mehr behandelt werden. Mit Schuld sind die Coronaleugner und rechten Hetzer, welche massiv zur Verbreitung des Virus mittragen. Gibt es einen hoeheren Schaden als der Tod von Menschen Herr Francis Light?
Francis Light 27.10.20 19:37
Kein Wunder
Wenns einmal zu viel ist, ists zu viel. Irgendwann sind Geduld und Verständnis am Ende, die Leute haben mehr als genug davon und ordentlichen Frust.Corona Massnahmen haben schon bei weitem viel mehr Schaden angerichtet als Corona selbst. Und die Ausschreitungen werden noch zunehmen.