Auslieferungsversuch für Red-Bull-Erben läuft ins Leere

Red-Bull-Erbe Vorayuth „Boss
Red-Bull-Erbe Vorayuth „Boss" Yoovidhya. Foto: The Nation

BANGKOK: Die Polizei arbeitet immer noch daran, den Red-Bull-Erben Vorayuth „Boss" Yoovidhya zurückzubringen, damit er sich in Thailand wegen des tödlichen Autounfalls im Jahr 2012 vor Gericht verantworten muss – doch bisher lief der Auslieferungsversuch ins Leere läuft.

Laut dem stellvertretenden nationalen Polizeikommissar Jaruwat Waisaya, der die Ermittlungen gegen Vorayuth leitet, hat es von keinem der 194 Mitglieder von Interpol einen Hinweis auf den Aufenthaltsort von Vorayuth gegeben, seit die thailändische Polizei im Oktober eine Anfrage mit der Bitte um Informationen gestellt habe. „Niemand hat auf unsere Anfrage geantwortet", sagte Generalleutnant Jaruwat am Dienstag. „Ich werde die Ermittler bitten, nächste Woche eine weitere Anfrage zu stellen. Es liegt im Ermessen eines jeden Landes, auf unsere Anfrage zu reagieren."

Die thailändische Polizei behauptet, dass sie den Aufenthaltsort von Vorayuth, dessen Familie Miteigentümer des Red Bull Energy-Drink-Imperiums ist, nicht kennt. Im Oktober tauchten Berichte auf, dass Vorayuth in Dubai, Vereinigte Arabische Emirate, gesichtet wurde. „Wir haben die Behörden der VAE bereits um eine Bestätigung gebeten, aber auch darauf gibt es keine Antwort", so Jaruwat. Es ist drei Monate her, dass Interpol im September eine „Red Notice" für Vorayuth herausgegeben hat, die angeblich Polizeikräfte auf der ganzen Welt benachrichtigen sollte, um Vorayuth ausfindig zu machen und für eine Auslieferung zurück nach Thailand festzunehmen.

Vorayuth wird gesucht, weil er im Jahr 2012 einen Polizisten, Sgt. Maj. Wichian Klanprasert, mit seinem Ferrari angefahren und getötet hat. Der Fall kam nie vor Gericht. Es wird vermutet, dass sich Vorayuth im Ausland aufhält, seit er 2017 aus dem Land floh, nur wenige Tage bevor der erste Haftbefehl gegen ihn erlassen wurde. Ihm werden zwei Anklagen vorgeworfen - tödliche rücksichtslose Fahrweise und Kokainmissbrauch - zwei andere Vergehen, die bereits 2013 und 2017 gegen ihn erhoben wurden, sind verjährt. Die Verjährungsfrist der neuesten Anklagepunkte läuft am 3. September 2027 ab.

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Siam Fan 07.01.21 13:05
Zielfahnder sind unbewaffnet und koennen nicht ...
... verhaften.
Sie geben Ihre Erkenntnisse an Interpol und oertliche Polizei weiter.
Egon Seefeldt 07.01.21 12:36
Zielfander
Vor sehr langer Zeit gab es Steckbriefe mit Belohnung. Dafür fand sich immer jemand. Fertig, aus.
Heutzutage stehen sich die "Gesetze" selber im Weg.
Kurt Wurst 07.01.21 00:52
Zielfahnder
Ich vermute mal, dass Zielfahnder in Thailand in etwa die gleichen Rechte und Pflichten haben wie in Deutschland. Zur Arbeit der Zielfahnder in Deutschland gibt's was im Focus zu lesen (Donnerstag, 13.12.2018, 14:19).

Kurz zusammengefasst: Auf eigene Faust im Ausland ermitteln.....nein, das geht nicht.



Siam Fan 06.01.21 23:53
TH muss auch hier seine Hausaufgaben machen
Der Hinweis mit dem Zielfahnder, waere ein guter Anfang.
DAS macht ganz sicher Interpol NICHT fuer TH!
Georg Meyer 06.01.21 20:26
Ja Markus
Hr. Weil ist immer sehr "Thailand" freundlich, ja es sind Drogen und ein Toter im Spiel.