Ausland in Kürze

Von Venezuelas Grenzöffnung bis Regenbogenflaggen

Foto: epa/Stephanie Lecocq
Foto: epa/Stephanie Lecocq

Poroschenko ist Spitzenkandidat bei Parlamentswahl in Ukraine

KIEW (dpa) - Der abgewählte ukrainische Präsident Petro Poroschenko tritt als Spitzenkandidat seiner Partei Europäische Solidarität bei der Parlamentswahl Mitte Juli an.

Das wurde am Sonntag bei einem Parteikongress in Kiew beschlossen. Poroschenko versprach erneut einen Beitritt seines Landes zu EU und Nato. Sein Amtsnachfolger Wolodymyr Selenskyj hatte das Parlament aufgelöst und hofft, dort bei der Wahl am 21. Juli Poroschenkos Mehrheit zu brechen. Das Verfassungsgericht will prüfen, ob die Auflösung rechtmäßig war.


UNHCR: Abschiebungen nach Afghanistan nur im Ausnahmefall

BERLIN (dpa) - Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mahnt, wegen der Gefahrenlage in Afghanistan nur im Ausnahmefall abgelehnte Asylbewerber dorthin abzuschieben.

«Die Taliban haben dramatisch wieder an Boden gewonnen», sagte der UNHCR-Vertreter in Deutschland, Dominik Bartsch, am Sonntag in Berlin. Selbst Kabul sei kein sicherer Zufluchtsort mehr. Das UNHCR rät, jedes Asylgesuch genau zu prüfen, weil jede Region in Afghanistan anders sei und sich «die Gefahren für jeden Menschen anders darstellen, je nach Alter, Geschlecht und Herkunft».


Albaniens Präsident Meta sagt Kommunalwahl ab

TIRANA (dpa) - Der albanische Präsident Ilir Meta hat die für den 30. Juni angesetzte Kommunalwahl am Sonntag abgesagt, weil derzeit «keine echten, demokratischen und repräsentativen Wahlen möglich» seien.

Doch Ministerpräsident Edi Rama erklärte die Entscheidung für nichtig. Die Wahlen würden wie geplant stattfinden. Meta habe nun sein «Recht auf Verbleib in seinem Amt verwirkt», fügte der linke Politiker hinzu. Die rechte Opposition wirft Rama Wahlbetrug und Korruption vor und droht mit einem Boykott der Kommunalwahlen. Das Verfassungsgericht ist seit mehr als einem Jahr nicht beschlussfähig, weil mehrere Richter unter Korruptionsverdacht ausschieden.


Geflüchteter Ex-Premier Gruevski pflegt Regierungskontakte in Ungarn

BUDAPEST (dpa) - Der vor einer Haftstrafe wegen Korruption nach Ungarn geflohene ehemalige nordmazedonische Regierungschef Nikola Gruevski pflegt diskrete Kontakte zu Regierungsvertretern Ungarns.

Reporter des ungarischen Internet-Portals «444.hu» beobachteten Gruevski am Freitag in Gesellschaft des Vize-Staatssekretärs im Außenministerium, Istvan Joo. Fragen dazu wollte Gruevski nicht beantworten. Gruevski war vor seinem Haftantritt mit Hilfe ungarischer Diplomaten nach Ungarn geflohen, wo er im Eilverfahren politisches Asyl erhielt.


Tausende Venezolaner strömen nach Grenzöffnung nach Kolumbien

CÚCUTA (dpa) - Vier Monate nach der Schließung hat Venezuela seine Grenze zu Kolumbien am Samstag wieder geöffnet.

Tausende Venezolaner strömten am Wochenende in das Nachbarland, um dort Lebensmittel und Medikamente zu kaufen. Auf der Brücke Simón Bolívar bei Cúcuta bildeten sich lange Schlangen, wie der Fernsehsender RCN zeigte. Präsident Nicolás Maduro hatte die Grenze im Februar geschlossen, um von der Opposition organisierte Hilfslieferungen in das Land zu verhindern. Maduro sah darin ein Vorzeichen für eine militärische Intervention.


Bulgarien: Anschlag in Europas Kulturhauptstadt Plowdiw vereitelt

SOFIA (dpa) - Bulgariens Polizei hat in Plowdiw einen 16-Jährigen festgenommen, der im Auftrag der Terrormiliz Islamischer Staat einen Anschlag in der aktuellen europäischen Kulturhauptstadt vorbereitet haben soll.

Der zum Islam übergetretene Jugendliche habe Bomben gebastelt. Die insgesamt 14,5 Kilogramm Sprengstoff ähnelten dem Sprengstoff, der bei Terroranschlägen in Belgien, Frankreich und Bulgarien verwendet worden sei, erklärte die Staatsanwaltschaft am Samstag in Sofia. Der Jugendliche wurde nach einem Hinweis seiner Eltern festgenommen. Er war im Internet unter IS-Einfluss geraten.


Bericht: Huthi-Rebellen greifen saudischen Flughafen mit Drohnen an

SANAA (dpa) - Jemenitische Huthi-Rebellen haben nach einem Bericht des rebellennahen Fernsehsenders Al-Masirah den Flughafen des saudischen Küstenorts Dschisan mit Drohnen angegriffen.

Es sei eine Vergeltung für von dort ausgehende Angriffe, hieß es. Unabhängig bestätigen ließ sich die Information nicht. Die Huthis setzen zunehmend Drohnen ein, darunter neben kleinen Modellfluggeräten auch Drohnen mit einer Reichweite bis 1.500 Kilometer.


Feldbrände im Irak vertreiben Hunderte - IS soll verantwortlich sein

MOSSUL (dpa) - Schwere Brände auf Getreidefeldern haben im Nordirak um Sindschar rund 700 Familien in die Flucht getrieben.

Die Brände sollen von Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gelegt worden sein, die früher das Gebiet beherrscht hatte. Zwei Bauern seien wegen der Feuer umgekommen, sagte Polizeimajor Dschalal Ali. In den vergangenen Wochen hatte es mehrere solche Brandstiftungen gegeben. Sie fallen in die Erntezeit für Weizen und Gerste.


US-Botschaften dürfen Regenbogenflagge nicht hissen

WASHINGTON (dpa) - Das US-Außenministerium hat Medienberichten zufolge seinen Auslandsvertretungen verboten, die Regenbogenflagge zum Gay-Pride-Month an den Fahnenstangen der Botschaften zu hissen.

Zahlreiche Diplomaten zeigten daher das Symbol der LGBTQ-Gemeinde anderswo auf dem Botschaftsgelände, berichteten US-Medien am Wochenende. «Das ist ein Aufstand der ersten Kategorie», zitierte die «Washington Post» (Sonntag) einen Diplomaten. LGBTQ ist die englische Abkürzung für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender und queer. Nach Berlin hat US-Präsident Donald Trump mit Richard Grenell einen Botschafter entsandt, der offen homosexuell ist.


Griechische Küstenwache zerschlägt Schleuserring

ATHEN (dpa) - Die griechische Küstenwache hat drei Griechen und zwei Ausländer festgenommen, als sie 41 Migranten mit einer Segeljacht aus der Region der Touristeninsel Lefkada nach Italien schleusen wollten.

Das teilte die Küstenwache am Sonntag in Piräus mit. Die Jacht und zwei Fahrzeuge wurden beschlagnahmt, mit denen die Schleuser Migranten zur Westküste Griechenlands gebracht hatten. Die Bande soll seit Monaten aktiv sein. Die Migranten kommen meist unentdeckt aus der Türkei und werden in Griechenland nicht registriert, so dass sie nach ihrer Weiterreise über Italien nach Deutschland nicht nach Griechenland zurückgeschickt werden können. Eine Schleusung koste 3500 bis 5000 Euro, hieß es.

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