Stier attackiert Bauern und Feuerwehr

Ein Stier wird auf dem Bauernhof in Laiche gefüttert. Foto: epa/Julien Warnand
Ein Stier wird auf dem Bauernhof in Laiche gefüttert. Foto: epa/Julien Warnand

ROßBACH: Ein ausgebrochener Stier hat in Österreich einen Landwirt und die Feuerwehr attackiert und ist schließlich erschossen worden. Das Tier war am Samstag aus der Weide im Bezirk Braunau ausgebrochen und ging auf der Landstraße zunächst auf seinen Besitzer los, wie die Polizei mitteilte. Der Bauer konnte das Tier mit seinem E-Bike abblocken, mit dem er schon die Verfolgung aufgenommen hatte.

Als der wild gewordene Stier aber weiter rannte und auch angerückte Feuerwehrleute attackierte, sei er nach Rücksprache mit dem Landwirt erschossen worden. Ein zweiter entlaufener Stier konnte auf eine Pferdeweide getrieben, vom Tierarzt betäubt und später auf den Hof zurückgebracht werden. Der Zwischenfall passierte in Roßbach im Inntal rund 25 Kilometer südlich von Bad Füssing in Niederbayern.

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Bernd Wendland 11.05.21 00:37
Der Bulle war seinem Chef überlegen
Auch ich musste als Biotopkartierer einer Behörde des öfteren vor Bullen "stiften gehen", besonders wenn einer seine Herde bewachte oder wenn eine Gruppe Mastbullen ohne weibliche Begleitung auf der Weide steht, wobei sich die jungen Kraftprotze ganz ähnlich verhalten wie eine Gruppe junger Männer. Das heißt, dass fast immer ein oder zwei Wortführer dabei sind, die sich als Machos hervortun, während die anderen friedlich zuschauen. Wenn die beiden Schwachköpfe nicht da wären, könnte man vielleicht zu ihnen gehen und sie liebkosen. Die Wichtigtuer stehen dann am Hecktor, werfen mit den Hufen Dreck hinter sich, wälzen sich mit dem Kopf im Schlamm, bis sie verwegen schmutzig ausschauen, und stellen sich mit der Breitseite zum Betrachter, um noch größer zu erscheinen. Das wütende "Muh"-Gebrüll gerät zu einem "Müh", da sie die Zunge herausstrecken und sie zu einem "U" formen. Macht man ihnen das nach, regen sie sich noch mehr auf, denn sie achten sehr wohl auf den Gesichtsausdruck des Menschen, obwohl ihre eigene Mimik eingeschränkt ist. Währenddessen stehen die anderen im Hintergrund und schauen friedlich zu, genauso wie es bei jungen Männern der Fall ist, selbst wenn die sich an Wehrlosen vergreifen. Der Stier auf dem Foto dieses Artikels scheint auch etwas genervt zu sein, da er mit weit geöffneten Augen zu Boden schaut. Den Roßbacher Bullen zu erschießen, war konsequent, denn der wusste jetzt ganz genau, dass er körperlich seinem Chef gefährlich überlegen war.