Aus Plastikmüll werden Roben und Schuhe

Mönche in Samut Prakan leisten Aufklärung und aktiven Umweltschutz

Als erstes wird der angelieferte Plastikmüll, zumeist Plas­tikflaschen, für die Weiterverarbeitung sortiert. Fotos: epa/Rungroj Yongrit
Als erstes wird der angelieferte Plastikmüll, zumeist Plas­tikflaschen, für die Weiterverarbeitung sortiert. Fotos: epa/Rungroj Yongrit

THAILAND: Statt Blumen oder Geld nimmt der Wat-Chak-Daeng-Tempel in Samut Prakan eine erstaunliche Opfergabe entgegen: Plastikmüll.

Anschließend landen die Plastikflaschen in einer Presse, um ihr Volumen wesentlich zu reduzieren.
Anschließend landen die Plastikflaschen in einer Presse, um ihr Volumen wesentlich zu reduzieren.

Die Mönche der buddhistischen Anlage haben sich das Recycling zur Aufgabe gemacht. „Plastik ist kein Müll, denn es kann verwendet werden“, erklärte der leitende Mönch Phra Tipakorn Ariyo der Deutschen Presse-Agentur. Containerweise werden die Spenden – vor allem PET-Flaschen – aus der rund 30 Kilometer entfernten Millionenmetropole Bangkok zum Tempel gekarrt.

Bevölkerung sensibilisieren

Nachdem das gereinigte Plastik mit Textilstoff gemischt wurde, fertigen Näherinnen im Tempel die Roben an.
Nachdem das gereinigte Plastik mit Textilstoff gemischt wurde, fertigen Näherinnen im Tempel die Roben an.

Vor drei Jahren entstand im Tempel die Idee zum Recycling. Aus dem Rohstoff gewinnen die Mönche unter anderem die typischen orangenen Roben ihres Standes. Auch für die Herstellung von Schuhen, Federmappen bis hin zu Booten wird das Material aufgearbeitet. Die Mönche reinigen und pressen das Plastik. Eine Fabrik webt es in einen Textilstoff hinein und Näherinnen fertigen die Kleidung schließlich im Tempel. Geplant ist zudem ein Bildungszentrum auf dem Gelände, das über die Umweltbemühungen informiert.

Vorbildfunktion sinnvoll nutzen

Das fertige Ergebnis: Rein optisch sind die recycelten Roben nicht von herkömmlichen zu unterscheiden.
Das fertige Ergebnis: Rein optisch sind die recycelten Roben nicht von herkömmlichen zu unterscheiden.

Die Tempeldiener wollen damit ein Vorbild in ihrem Land sein: Das Umweltbewusstsein sei in der Bevölkerung nicht sonderlich ausgeprägt, sagte der 56-jährige Phra Tipakorn. Laut einer Regierungsstudie fielen 2017 in Thailands Haushalten mehr als 27 Millionen Tonnen Müll an. Nicht einmal ein Drittel davon wurde recycelt oder wiederverwendet. Auch gehört das südostasiatische Land laut der Organisation Greenpeace zu den größten Verschmutzern der Meere mit Müll – und dieser besteht etwa zur Hälfte aus Plastik.

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JoHu 24.11.19 14:45
@ Hop-Ben
Danke für Ihre Nachhilfestunde und Ihr ausführliches Outing. Jetzt weiß auch ich Bescheid, was mit Ihnen los ist!
Wilfried Stevens 23.11.19 00:03
Plastik-Textilstoff ist doch nichts Neues
Gibt´s tonnenweise in DE, der bekannte Polyester-Wahnsinn. Ok, die Mönche sind vorbildlich und machen ja auch andere Dinge daraus. Eine private Mönchs-Aktion, die zum Nachdenken und Mitmachen anregt, was gibt es dazu wieder einige Oberlehrer-Kommentare, oder ;)
Oliver Harms 23.11.19 00:03
Na Farang Redaktion,schon vergessen?
Das bringt ihr jetzt schon zum ZWEITEN mal in diesem Jahr! Beim letzten mal stellte hier ein Kommentator folgende Frage: Schwitzen die Mönche nicht in diesen Roben aus Plastik? Na klingelt es? Anm. der Redaktion: Na, dann haben Sie ihn ja zweimal gelesen, wunderbar... und jetzt? Wo liegt Ihr Problem Herr Harns? LG Rüegsegger
Hansruedi Bütler 21.11.19 23:48
Ganz meine Worte ...
Ansatzweise passiert manchmal etwas, aber bein "an" bleibt es vielfach stehen und dann geht der "Satz" und die "Weise" oft den Bach hinunter! Es entspricht der hiesigen Mentalität, dass etwas angedacht wird, aber es fehlt oft die benötigte Energie es KONSTANT weiterzuführen. Man schaue doch einmal in die bereitgestellten Abfalleimer, welche für die Mülltrennung bereit stehen! Alles gut beschriftet und bebildert und wie wird "ansatzweise" getrennt???
Wilfried Stevens 21.11.19 21:22
Danke Rüdiger !
Ein weiterer assimilierter Farang mit Verständnis der Gegebenheiten und kein einäugiger Meckerer.