Zahlreiche Zivilisten laut Augenzeugen erschossen

Foto: Pixabay/Alexander Jungmann
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ADDIS ABEBA: Frauen, Kinder und ältere Menschen sind in Ostafrikas Vielvölkerstadt Äthiopien erschossen worden: Augenzeugen berichten von mehr als 100 Toten. Das ganze Ausmaß und die Umstände des Angriffs sind noch unklar.

Unbekannte Angreifer haben in Äthiopien Augenzeugenberichten zufolge mehr als 100 Menschen getötet. Bewaffnete Männer erschossen den Angaben vom Sonntag zufolge in Oromia, dem größten Bundesstaat des ostafrikanischen Landes, vor allem Angehörige der Volksgruppe der Amharer. Der Angriff habe sich am Samstag nahe der Stadt Gimbi ereignet und gegen mehrere umliegende Dörfer gerichtet. Die Regionalregierung in Oromia bestätigte die Attacke und machte die Rebellengruppe Oromo-Befreiungsarmee (OLA) dafür verantwortlich. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.

Ein OLA-Sprecher dementierte die Verantwortung für den Angriff auf Twitter. Die Zentralregierung von Premierminister Abiy Ahmed in Addis Abeba war für eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zunächst nicht erreichbar.

Ein Augenzeuge sagte der Deutschen Presse-Agentur, er habe von um die 300 geborgenen Toten gehört. Viele Menschen versteckten sich aus Furcht vor Folgeangriffen in den umliegenden Wäldern, berichtete ein weiterer Augenzeuge der Deutschen Presse-Agentur. Bei dem Angriff seien vor allem Frauen, Kinder und ältere Menschen erschossen worden.

Äthiopien hat die OLA als terroristische Gruppe eingestuft, nachdem sie sich mit der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) verbündet hatte. OlA und TPLF wird vorgeworfen, die Regierung von Premierminister Abiy Ahmed destabilisieren zu wollen. Die OLA, eine Splittergruppe der politischen Partei Oromo Liberation Front, fordert mehr Autonomie und Selbstbestimmung für das Volk der Oromo.

Die vom Staat eingesetzte äthiopische Menschenrechtskommission forderte die Regierung am Sonntag dazu auf, die Zivilbevölkerung in der Region Oromia dauerhaft zu schützen.

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