Armee behauptet Angriff militanter Rohingya

 Myanmars Militärchef Min Aung Hlaing. Foto: epa/Nyunt Win
Myanmars Militärchef Min Aung Hlaing. Foto: epa/Nyunt Win

MAUNGDAW (dpa) - Militante Rohingya haben nach Angaben von Myanmars Armee ein Militärfahrzeug angegriffen und sieben Menschen verletzt. Das Fahrzeug habe im Norden des Krisen-Bundesstaats Rakhine Soldaten und Polizisten transportiert, als es angegriffen wurde, teilte das Militär am Freitagabend mit. Ein Polizist, fünf Soldaten und ein Zivilist seien in ein Krankenhaus gebracht worden. Der Angriff habe sich in Maungdaw, direkt an der Grenze zu Bangladesch, ereignet.

Die rund 20 Angreifer hätten zur Rohingya-Rebellengruppe ARSA (Arakan Rohingya Salvation Army) gehört, hieß es von der Armee. In einer separaten Botschaft teilte die Regierung von Myanmar hingegen mit, die Identität der Angreifer sei unbekannt.

Die Armee des mehrheitlich buddhistischen Myanmar war in Rakhine seit vergangenem August brutal gegen die muslimische Minderheit der Rohingya vorgegangen. Mehr als 600.000 Angehörige der Volksgruppe sind deshalb seitdem ins benachbarte Bangladesch geflohen. Angriffe der ARSA auf Polizeiposten waren nach Armeeangaben der Auslöser der Offensive.

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Leserkommentare

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Zil Zelini 08.01.18 22:29
Diesen...
Konflikt gibt es nicht erst seit 2017, wo man auf einmal ein Herz für die muslimischen Rohingya entdeckt hat. Schon von 1974 bis 1982 operierte dort die islamistische Rohingya Patriotic Front, von 1986 bis 1998 deren Nachfolgeorganisation Arakan Rohingya Islamic Front, danach bis 2002 die Rohingya National Army, die alle einen islamischen Staat anstrebten. Seither sind es verschiedene kleinere Gruppen, die immer wieder losschlagen. Die Unruhen 2012 begannen, als nach der Massenvergewaltigung einer Buddhistin durch Rohingya ein buddhistischer Mob etliche Rohingya lynchte und daraufhin ein Rohingya-Mob Buddhisten tötete. Die letzten Unruhen begannen am 25. August 2017. Dabei kamen bei einem Angriff durch muslimische "Rebellen" auf mehrere Polizeiposten 71 Menschen ums Leben. Die Gruppe Arakan Rohingya Valvation Army wurde laut einem Bericht der International Crisis Group (ICG) 2016 von Rohingya im Exil in KSA gegründet. Als Führer gilt Attullah Abu Amar Jununi, ein in Pakistan geborener Rohingya, der in Mekka aufwuchs. Hinzu kommt ein Komitee aus etwa zwanzig weiteren emigrierten Rohingya. Laut ICG könnten Jununi und andere Mitglieder eine militärische Ausbildung in Pakistan und und Afghanistan erhalten haben. Vermutlich finanziert von Spendern in KSA.