Anschlag auf Lokalpolitiker

Elf Menschen erschossen

Archivbild: epa/Farooq Khan
Archivbild: epa/Farooq Khan

KHONSA (dpa) - Mutmaßliche Separatisten haben in Indien einen Lokalabgeordneten und mindestens zehn weitere Menschen erschossen.

Kämpfer mit Sturmgewehren griffen am Dienstag in einer ländlichen Gegend im äußersten Nordosten des Landes einen Konvoi des Politikers Tirong Aboh an, wie die Polizei mitteilte. Örtliche Medien berichteten unter Berufung auf Polizeiquellen, bei den Tätern handle es sich vermutlich um Angehörige des Naga-Volkes von der Rebellengruppe NSCN. Diese kämpft in dem an Myanmar grenzenden Gebiet für einen eigenen Staat der ethnischen Minderheit.

Aboh war ein Kandidat bei der Regionalwahl im Bundesstaat Arunachal Pradesh. Diese fand zur selben Zeit statt wie die am vergangenen Sonntag abgeschlossene, knapp sechswöchige nationale Parlamentswahl, deren Ergebnis am Donnerstag feststehen soll. Er gehörte einer Regionalpartei an, die Mitglied einer Parteienallianz mit der indischen Regierungspartei BJP von Premierminister Narendra Modi ist. Unter den Toten waren nach Polizeiangaben auch einige Familienangehörige von Aboh. Vier Menschen, darunter auch Polizisten, seien verletzt worden.

Es gibt im Nordosten wie auch in anderen Teilen Indiens mehrere bewaffnete Gruppen, die gegen den Staat kämpfen. Auch mutmaßliche maoistische Rebellen, die in Waldgebieten in Zentralindien aktiv sind, hatten während der Wahl Anschläge verübt. Bei einem davon töteten sie einen Lokalabgeordneten, bei einem anderen kamen 15 Polizisten ums Leben.

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