Anklage gegen mutmaßlichen Kriegsverbrecher aus Sri Lanka

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KARLSRUHE (dpa) - Die deutsche Justiz hat gegen einen mutmaßlichen Kriegsverbrecher aus Sri Lanka Anklage erhoben.

Wie die Bundesanwaltschaft am Freitag in Karlsruhe mitteilte, soll sich der 37-Jährige sri-lankische Staatsangehörige (Sivatheeban B.) vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf als Mitglied einer ausländischen terroristischen Vereinigung gemeinsam mit anderen wegen Kriegsverbrechen in 15 Fällen verantworten.

Darüber hinaus besteht der hinreichende Tatverdacht des Totschlags in zwei Fällen und des versuchten Totschlags in 11 weiteren Fällen.

Der Mann soll von 2006 bis 2009 der Rebellengruppe Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) angehört haben, die die Bundesanwaltschaft als terroristische Vereinigung einstuft. Die LTTE kämpften 26 Jahre lang für einen unabhängigen tamilischen Staat im Norden der Insel. 2009 besiegte die Armee die Aufständischen.

Die Terrororganisation habe ihre Ziele insbesondere durch gewaltsame Angriffe auf Einrichtungen und Repräsentanten des sri-lankischen Staates, Sprengstoffanschläge und Selbstmordattentate erreichen wollen, so die Bundesanwaltschaft.

Die Ermittler werfen dem 37-Jährigen vor, im sri-lankischen Bürgerkrieg an der Tötung von 15 Kriegsgefangenen der Regierungsarmee beteiligt gewesen zu sein. Er soll 2008 die Soldaten auf der Fahrt zur Hinrichtungsstätte bewacht haben, ehe sie erschossen wurden, und dann bei der Verbrennung der Leichen geholfen haben.

Im März 2009 soll der Angeschuldigte an einer von ihm bewachten Straße auf Soldaten der sri-lankischen Regierungsarmee geschossen und 13 getroffen haben. Mindestens zwei Soldaten starben.

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