Amokläufer trainierte im Schießstand der Armee

Foto: The Nation
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BANGKOK: Der 14-jährige Schütze, der am Dienstag (3. Oktober 2023) einen tödlichen Amoklauf im Bangkoker Einkaufszentrum Siam Paragon beging, hatte über 20-mal auf einem Schießstand der Armee geübt, wie die Polizei am Freitag (6. Oktober 2023) mitteilte.

Generalmajor Theeradej Thammasuthee, Kommandeur der Ermittlungsabteilung des Metropolitan Police Bureau, bestätigte, dass der 14-Jährige auf dem Schießplatz der Territorialverteidigung im Bangkoker Bezirk Phra Nakhon geübt hatte.

„Der Verdächtige sagte bei der Befragung durch die Polizei, dass er am Tag vor dem tödlichen Angriff mehr als 20-mal das Schießen geübt habe“, so der leitende Beamte.

Er wies darauf hin, dass der Schießstand nur für Mitglieder zugänglich ist und dass jeder Nutzer unter 18 Jahren von einem erwachsenen Mitglied begleitet werden muss.

Am Dienstagnachmittag hatte ein 14-jähriger Junge, der mit einer modifizierten Schreckschusspistole bewaffnet war, im Siam Paragon Schüsse auf Menschen abgefeuert, wobei zwei Menschen getötet und fünf weitere verletzt wurden.

Ein Video, das in den sozialen Medien kursiert, zeigt offenbar, wie der Teenager eine Reihe von Schüssen auf Schießscheiben abgibt, die sich an einem Ort befinden, der später als Schießplatz der Territorialverteidigung identifiziert wurde.

Die Königlich Thailändische Armee, die den Schießstand betreibt, stellte fest, dass der jugendliche Schütze kein Mitglied war, so dass es möglich war, dass er mit einem erwachsenen Mitglied kam, sagte eine Quelle am Freitag. Eine Überprüfung der Videoaufzeichnungen der Sicherheitskameras des Schießstandes in den letzten 10 Tagen habe laut der Quelle keinen Hinweis auf den Schützen ergeben.

Die Mitarbeiter des Schießstandes seien angewiesen worden, Informationen über die Nutzung der Anlage durch den Verdächtigen zu sammeln, so die Quelle.

Die Armee habe den Ermittlern, die an dem Fall arbeiten, relevante Informationen zur Verfügung gestellt, fügte die Quelle hinzu.

Der Webseite zufolge ist der Schießstand täglich, außer an Feiertagen, von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Wie Justizminister Tawee Sodsong am Freitag mitteilte, hat die Jugendstrafanstalt den mutmaßlichen Schützen auf Anraten eines Arztes zur psychiatrischen Untersuchung und Behandlung in das Galya Rajanagarindra Institut gebracht.

Er lehnte es ab, über die Art der psychischen Probleme des Jungen zu sprechen, da die Offenlegung von Details über den Gesundheitszustand gegen die Persönlichkeitsrechte des Jungen verstoße.

Einer mit der Angelegenheit vertrauten Quelle zufolge wurde der Teenager am Donnerstagnachmittag in das Galya Rajanagarindra Institut eingewiesen, nachdem das Jugendstrafvollzugszentrum zu dem Schluss gekommen war, dass die Beurteilung seiner psychischen Gesundheit durch einen Spezialisten erforderlich sei, da es sich um einen schweren Kriminalfall handele.

Das zentrale Jugend- und Familiengericht hatte am Mittwoch angeordnet, dass der junge Verdächtige in der Jugendstrafanstalt festgehalten werden sollte. Das Gericht hatte einen Antrag der Polizei abgelehnt, den Teenager zur Untersuchung und Behandlung in das Galya Rajanagarindra Institut zu überführen, da die Ermittler keine ausreichenden Beweise dafür vorlegen konnten, dass der Verdächtige an einer psychischen Krankheit leidet.

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Johannes Heinrich Paul Schulte 07.10.23 22:42
Verschaerfung der Gesetze
Es kommt mir irgendwo doch bekannt vor.

Wenn kuemmern in Thailand die Gesetze? Eine Befolgung von Gesetzen und Verordnungen ist Geschmackssache. Sie dienen mehr dazu, einigen Personenkreisen ein Zusatzeikommen zu verschaffen.

Aber das werden alle klugen Kommentare hier nicht aendern. Es ist ein Land in dem man gut und gerne leben kann. (Zitataehnlichkeit?) Es gibt hier aber keinen so gefaehrlichen Mainstream wie er Deutschland in den Ruin treibt. Es ist mehr ein Konsenz mit dem man gut leben kann.
Andreas Brixa 07.10.23 17:16
Amok
Dumme Gesetze,
Ein 14 jaehriger hat auch in Begleitung eines Erwachsenen dort nichts verloren
Peter Buehler thail.Tv als Ursache anzuprangern ist leicht.
Grad wir Europaer sollten still sein.schaut doch europ. Fernsehprogramme an.kein Tag ohne Gewaltaetigkeiten.
Ganz zu Schweigen von all den Abscheulichkeiten die jeder im Internet sehen kann wenn er will.
Johann Mueller 07.10.23 17:10
@Jomtien Franky 07.10.23 16:30
Khun FRANKY - was Sie angesprochen haben, ist ein sehr schwieriges & problematisches Thema à la USA - eine Kultur, in welchem Land auch immer, lässt sich nicht kurzfristig ändern - in diesem Bereich; Vorbild USA - Niét (zaklepka) VG & schönen Abend !
Jomtien Franky 07.10.23 16:30
Naja...
... Herr Bühler, so ganz Unrecht hat Herr Meyer doch nicht. In den USA wird geballert, bis dass sich die Balken biegen! Auch von kleinen Jungs in der ländlichen Gegend! Alles kann einen Einfluss haben, natürlich auch die Medien...
Fakt ist, dass irgendein Soldat mal tüchtig einen auf den Latz kriegen muss, einen 14 jährigen schiessen zu lassen. Wer zahlte denn die Munition? Die ist auch nicht gerade billig....
Georg Meyer 07.10.23 14:10
Vorbild
.. ist die USA, da können Kinder auch rumballern wie sie möchten, um später fuer das Leben gerüstet zu sein.
Ingo Kerp 07.10.23 13:50
Sehr fürsorglich von der Armee, einem 14jährigen Kind eine so kindgerechte Freizeitbeschäftigung zu ermoeglichen. Man kann es kaum glauben und fragt sich, welcher (hirnlose) verantwortungslose Mensch hat das Bübchen dort Schießen üben lassen?