Almosen-Empfänger missachten die Ausgangssperre

Knapp 1.000 Bedürftige standen die ganze Nacht vor einer Verteilstelle für kostenlose Lebensmittel Schlange und verstießen damit gegen die Ausgangssperre. Foto: The Nation
Knapp 1.000 Bedürftige standen die ganze Nacht vor einer Verteilstelle für kostenlose Lebensmittel Schlange und verstießen damit gegen die Ausgangssperre. Foto: The Nation

PATTAYA: Rund 1.000 Frauen und Männer standen am Donnerstag bereits ab 1 Uhr morgens an der Thappraya Road Soi 5 Schlange, um von der Norwegischen Seemannskirche Pattaya bereitgestellte Lebensmittel und Konsumgüter entgegenzunehmen.

Die Kirchengemeinde verteilt jeden Donnerstag um 9 Uhr 2.000 Päckchen an Menschen, die von der Covid-19-Situation in Pattaya betroffen sind. Gegen 3 Uhr morgens zerstreuten Polizeibeamte die Menschenmenge, da zwischen 23 Uhr und 4 Uhr morgens die von der Regierung verhängte Ausgangssperre gilt. Medien berichteten, dass sich die Menge nur vorübergehend auflöste und wieder Schlange stand, nachdem die Polizisten gegangen waren.

Eine Frau, deren Haus in der Nähe der Kirche liegt, äußerte sich besorgt darüber, dass die Menschenansammlung das Risiko einer Ausbreitung von Covid-19 erhöhen könnte, da die soziale Distanzierung in der fast einen halben Kilometer langen Schlange nicht aufrechterhalten wurde. „Außerdem war das laute Geplapper wirklich lästig und hielt uns bis zum Morgengrauen wach", fügte die Frau hinzu.

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Markus Boos 30.05.20 17:41
@Michael Meier
Mit dem Teich ist die Bucht von Bangkok gemeint. Schräg vis a vis liegt Pranburi. Eine Fähre verbindet Hua Hin mit Pattaya. Wäre mal was für ein Bierchen mal rüber zu schippern. Und auf der Redaktion vom FARANG verschollene Kommentaren zu suchen.
Josef Hupe 30.05.20 12:23
Wahres Gesicht
Weiss seit langem, dass arme Leute in diesem reichen Land unter traurigen
Bedingungen leben; andere in unglaublichem Reichtum.
Dass es aber so schlimm ist und Leute, weil sie für Essen anstehen, kriminalisiert werden, überrascht mich dann doch.
Hat man von diesen Armen nichts gewusst und daher nichts planen können?
Markus Boos 29.05.20 23:39
Danke Homer
Auch gerne ein Bier mit dir. Leider bin ich gegenüber am Teich zu Hause. Was nicht ist kann werden.
Markus Boos 29.05.20 23:38
Dank auch dir Homer
Wir Farangs sind Gäste in diesem schönen Land. Ich unternehme einiges, aber vielleicht zu wenig. Um gerade jetzt nicht nur als Profitoer hier zu leben. Ich habe schon erleben dürfen, wie überrascht die Menschen sind, wenn Ausländer für sie einstehen. Das soll den Unterschied zwischen Farangs und den Profitoeren aus dam Land des Dachens verdeutlichen.
anton schuler 29.05.20 20:18
laestiges Geplapper
Grosses Lob an alle, die den Hilfsbeduertigen in dieser Zeit helfen. Es macht mich traurig wenn ich die Menschenkolonne [n Pattaia sehe, welche anstehen fuer ein weni Essen. Wuetend macht mich jedoch die Dame, welche sich an dem "geplapper" stoert. Wenn sie stattdessen einigen von diesen Menschen mit etwas Essen unterstuetzen wuerde, baebe es vielleicht etwas weniger Geplapper!?!
aurel aurelis 29.05.20 20:17
Einsicht, Nachsicht
... könnte es sein, dass die Polizisten aus mitfühlender Einsicht weiter gingen?
Markus Boos 29.05.20 16:38
Ja die Kommentare
Auf die warten wir gespannt. Was da wohl wieder alle verurteilt wird. Die hier anstehen für Nothilfe sind zu bedauern. Die verstossen nicht aus Plausch und Langeweile gegen die Regeln wie gewisse Ignoranten. Wie können wir das Problem angehen? Hat jemand eine gute Idee? Wenn ja dann bitte hier kommentieren. Dann können wir alle dazu beitragen, dass die Menschen nicht mehr Angst haben müssen, nichts mehr zu bekommen. Danke
Ingo Kerp 29.05.20 14:42
Wenn es "nur" 2.000 Essenspäckchen gibt, kann man sich ausrechnen, wann man umsonst angestanden hat. Also, so früh wie moeglich erscheinen. Klar, man verstoeßt gegen die Verordnung, weshalb die Polizei erscheint. Bringt aber nichts, da diese wieder abzieht. Wirkung verpufft. Was allerding bedenklich stimmt, ist die Tatsache, wie das Bild zeigt, das die Menschen ohne Abstand dicht gedrängt stehen. Hoffentlich ist das Anstehen ohne Infizierung gut gegangen.
Thomas Thoenes 29.05.20 09:38
@Norbert
wie man sieht Schweigen im Walde der Haftstrafenbeführworter. Zu@Jochen Richter. Doch es interessiert und schockt uns alle. Diese Situation ist sehr bemitleidenswert, aber bei mir persönlich hält sich das Mitleid mittlerweile in Grenzen. Nachdem die Schlangen am ersten Tag des Alkoholverkaufs ähnlich lang waren und es hierzulande Menschen gibt die TÄGLICH mehrere Millionen Baht alleine an Zinsen auf geparktes Guthaben bekommen und ich sehr wenig Hilfe aus dieser Ecke sehe.
Jochen Richter 28.05.20 23:53
Interessiert es eigendlich niemanden ...
...wie groß die Not der Leute sein muss, das die sich bereits 8 Stunden vorher anstellen um in Genuß des Hilfpaketes zu kommen ? Natürlich verstösst das gegen die Ausgangsbeschränkungen, und auch der Mindestabstand sollte sicherlich größer sein.
Klar wird hier aber das es viel mehr HILFE braucht, als darüber zu diskutieren, ob es "gleicher" ist, wenn 8 Leute feiern und bestraft werden, oder 1000 Leute aus Not anstehen um etwas zu Essen zu haben.
Thomas Thoenes 28.05.20 18:03
Na nun bin ich mal gespannt auf die
Kommentare der Herren die vor ein paar Tagen noch lange Haftstrafen und hohe Geldbußen für die acht Menschen forderten die kurz nach 23 Uhr verhaftet wurden. Wobei es sich dabei mit Sicherheit um ein Versehen bzw. die Zeit aus den Augen verloren haben handelte und hier um wissentlichen Vorsatz. Sollen diese armen Menschen die aus Angst nichts mehr zu bekommen in ihrer Not um 1 Uhr schon da standen und lieber die Konsequenzen ertragen als hungern jetzt auch alle in den Knast und mit hohen Geldstrafen belegt werden? Oder ist Vorsatz nicht so schlimm wie ein Versehen nur weil er nachvollziehbar ist?