Aktuelle Meldungen der Luftfahrt am Samstag

Fotomontage: DER FARANG
Fotomontage: DER FARANG

Buchungsportal: Flugreisen und Mietwagen teils deutlich teurer

FRANKFURT/MAIN: Mit der Rücknahme der Corona-Reisebeschränkungen steigt die Nachfrage nach Urlaubsreisen. Das treibt auch die Preise. Aber nicht in jedem Fall wird es für Reisende teurer als vor der Pandemie.

Reisende, die es nach der Corona-Zwangspause in die Ferne zieht, müssen in vielen Fällen mit steigenden Preisen kalkulieren. Einer Auswertung des Buchungsportals Check24 zufolge kosteten Hin- und Rückflug für die zehn am häufigsten im Mai gebuchten Ziele im Schnitt 16 Prozent mehr als 2019.

Besonders stark zogen demzufolge die Preise für Flüge in die Niederlande (plus 114 Prozent), in die Schweiz (101 Prozent) und nach Österreich (81 Prozent) an. Aber auch bei Verbindungen zum Beispiel nach Spanien schlugen Fluggesellschaften im Schnitt 22 Prozent auf.

«Ein Hauptgrund für die steigenden Flugpreise ist, dass die Fluggesellschaften in der Corona-Pandemie vorsichtiger geplant haben», erklärte Sebastian Sager, Geschäftsführer Flüge bei Check24. «Dadurch stehen generell geringere Kapazitäten zur Verfügung als in den Vorjahren. Gleichzeitig sind Anbieter bei steigender Nachfrage weniger gezwungen, Rabatte zu gewähren.»

Ein Hin- und Rückflug nach Griechenland in den Sommermonaten 2021 unterdessen kostete im Mai im Schnitt gerade einmal zwei Prozent mehr als 2019. Flüge in die Türkei (minus 9 Prozent) und nach Italien (minus 2 Prozent) waren zuletzt sogar günstiger zu haben als damals.

Wer sich am Urlaubsort ein Auto mieten will, muss dafür zum Teil deutlich tiefer in die Tasche greifen als im Jahr vor der Pandemie. Vor allem auf beliebten Urlaubsinseln zogen die Preise für Mietwagen nach Beobachtung von Check24 in jüngerer Zeit kräftig an - im Durchschnitt um etwa ein Viertel (23 Prozent). Auf Ibiza beispielsweise zahlten Reisende im Schnitt pro Tag mehr als dreimal so viel wie 2019. Auf Mallorca kostet der Leihwagen fast 200 Prozent mehr als vor der Pandemie, auf Sizilien ist gut das Doppelte fällig.

Ein Grund für die Preissprünge nach Einschätzung des Buchungsportals: Viele Vermieter sind nicht in der Lage, ihre während der Pandemie verkleinerten Mietwagenflotten kurzfristig wieder aufzustocken.


Mutter des in Belarus inhaftierten Bloggers bittet Merkel um Hilfe

BERLIN: Die Mutter des in Belarus inhaftierten Regierungskritikers Roman Protassewitsch hat Bundeskanzlerin Angela Merkel gebeten, sich für die Freilassung ihres Sohnes und anderer in dem Land Gefangener einzusetzen. «Wir bitten Sie sehr, uns zu helfen, damit alle Unschuldigen aus den Gefängnissen freikommen», sagte Natalia Protassewitsch der «Bild» (Samstag). «Sie brauchen dringend Hilfe, weil sie täglich Sadismus und Gewalt ausgesetzt sind.» Sie forderte, den belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko zu stoppen. «Jeder weitere Tag, nein, jede weitere Stunde, die vergeht, kostet Unschuldigen, darunter Kindern, das Leben.»

Vor knapp drei Wochen hatten die belarussischen Behörden eine Ryanair-Passagiermaschine auf dem Weg von Athen nach Vilnius zur Zwischenlandung in Minsk gezwungen und den an Bord befindlichen Regierungskritiker Roman Protassewitsch und dessen Freundin Sofia Sapega festgenommen. Die EU verhängte daraufhin erneut Sanktionen gegen die ehemalige Sowjetrepublik.

Der Vater des Bloggers, Dmitri Protassewitsch, sagte der «Bild», ihre Briefe würden ihrem Sohn nicht zugestellt. «Auch seine Anwältin kann mit uns nicht frei am Telefon reden», sagte er. «Stattdessen wurden von der Staatsmacht schon zwei Videos veröffentlicht, in denen er erzwungene Geständnisse ablegt.» Dabei sehe man deutliche Folterspuren. Seine Nase sei schief. Sie sei wahrscheinlich gebrochen. Am Hals habe er blaue Flecken. «Eine Expertin sagte uns, dass das Würgemale seien.» Die Eltern von Protassewitsch leben im polnischen Exil.

Am Donnerstag hatte das Europäische Parlament weitere Sanktionen gegen Belarus gefordert. Strafmaßnahmen solle es etwa gegen die Rohölverarbeitung und weitere Industriesparten geben. Schon seit vergangenem Samstag dürfen belarussische Fluggesellschaften nicht mehr in den Luftraum der EU fliegen.

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