Aktuelle Meldungen der Luftfahrt am Montag

Flughafen in Frankfurt am Main. Foto: epa/Ronald Wittek
Flughafen in Frankfurt am Main. Foto: epa/Ronald Wittek

Lufthansa nimmt A380 wieder in Betrieb - Flüge Mitte 2023 geplant

FRANKFURT/MAIN: Die Lufthansa nimmt angesichts einer stark gestiegenen Ticketnachfrage ihre Riesenjets vom Typ Airbus A380 wieder in Betrieb. Das weltgrößte Passagierflugzeug werde voraussichtlich ab Sommer 2023 wieder eingesetzt, teilte das im MDax notierte Unternehmen am Montag in Frankfurt mit. Die Lufthansa hatte ihre A380-Flotte wegen der Corona-Krise außer Betrieb genommen und eine Reaktivierung lange Zeit so gut wie ausgeschlossen. Der Konzern erklärte seine Kehrtwende nun auch mit Verzögerungen bei der Auslieferung anderer Flugzeugtypen.

Die Lufthansa besitzt noch vierzehn A380, hat aber sechs davon bereits verkauft. Die übrigen acht Maschinen sollen bis auf Weiteres in der Flotte bleiben, sind aber derzeit geparkt. Sie wieder in Betrieb zu nehmen, braucht Zeit. Wie viele der Jets im nächsten Jahr zum Einsatz kommen und auf welchen Strecken, wird der Lufthansa zufolge derzeit noch geprüft.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte eine Reaktivierung der A380 bereits vergangene Woche in Aussicht gestellt. Im April hatte dies noch ganz anders geklungen: «Sie kommt bei Lufthansa nicht wieder», hatte Spohr dem «Spiegel» gesagt. Die Lufthansa setzt bei der Erneuerung ihrer Langstreckenflotte auf die Flugzeugtypen Airbus A350 sowie Boeing 787 «Dreamliner» und Boeing 777X. Allerdings gibt es beim US-Konzern Boeing erhebliche Verzögerungen.


Bundesregierung: Ausländische Arbeiter an Flughäfen in einigen Wochen

BERLIN: Bevor die ersten im Ausland angeworbenen Arbeitskräfte an deutschen Flughäfen mit anpacken, dürften noch einige Wochen vergehen. Da Bundesinnenministerium rechnet jedoch damit, dass sie noch während der Sommerferienzeit eingesetzt werden können. Die kurzfristig angeworbenen Arbeitskräfte könnten zum Beispiel bei der Gepäckabfertigung eingesetzt werden, sagte der Sprecher des Ministeriums, Maximilian Kall, am Montag in Berlin. «Bei den Sicherheitskontrollen kommt das wegen der dort nötigen Ausbildung und den dort geltenden Sicherheitsstandards nicht in Betracht», fügte er hinzu.

Auch wer in der Gepäckabfertigung arbeite, müsse eine Sicherheitsüberprüfung durchlaufen, betonte der Sprecher. Diese Überprüfung durch die jeweiligen Landesbehörden nehme etwa zwei Wochen in Anspruch. Ziel der Bundesregierung sei es, den Einsatz der zusätzlichen Arbeitskräfte rasch zu ermöglichen, «damit die Unternehmen diese massive Personalnot, die sie haben nach der Corona-Zeit an den Flughäfen, schnell ausgleichen können». Bei dieser Maßnahme gehe es auch darum, im Reiseverkehr «noch in diesem Sommer» Entlastung zu schaffen.

Ein Sprecher des Arbeitsministeriums sagte, um die Einreise von dringend benötigtem Personal für eine vorübergehende Tätigkeit an den Flughäfen zu ermöglichen, dauerten Gespräche in der Regierung an.

Die Bundesregierung hatte am Wochenende ihre Zustimmung zu einem Branchenplan signalisiert. Die deutschen Flughäfen und ihre Bodendienstleister wollen tausende ausländische Aushilfen direkt anstellen. Der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV, Ralph Beisel, sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag, die Arbeitskräfte sollen befristet für bis zu drei Monate unter anderem aus der Türkei und einigen Balkanstaaten kommen.


Flughäfen und Dienstleister wollen Aushilfen direkt anstellen

FRANKFURT/BERLIN: Tausende Arbeitskräfte aus Südosteuropa sollen das Sommer-Chaos an den deutschen Flughäfen lindern. Doch noch sind nicht alle Details um Sicherheit und soziale Standards geregelt.

Zur Bewältigung des Abfertigungschaos im Luftverkehr wollen die deutschen Flughäfen und ihre Bodendienstleister tausende ausländische Aushilfen direkt anstellen. Die Arbeitskräfte sollen befristet für bis zu drei Monate unter anderem aus der Türkei und einigen Balkanstaaten kommen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV, Ralph Beisel, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Sie würden voraussichtlich direkt bei Bodenverkehrsdienstleistern angestellt. Modelle zur Arbeitnehmerüberlassung wären damit vom Tisch.

Die Bundesregierung hatte am Wochenende ihre Zustimmung zu dem Branchenplan signalisiert. Eine endgültige Entscheidung in Abstimmung der Ministerien für Arbeit, Inneres und Verkehr steht aber noch aus. Insbesondere geht es um den Verzicht auf die sogenannte Vorrangprüfung, ob für die Jobs nicht auch inländische Arbeitnehmer zu Verfügung stünden.

Am Wochenende hatte es zum Ferienstart im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen erneut Probleme in den Terminals mehrerer Flughäfen gegeben. Wegen Personalmangels entstanden lange Wartezeiten an den Passagierkontrollen, viel Gepäck blieb zunächst liegen. In Düsseldorf musste sogar die Flughafen-Feuerwehr mitanpacken, wie mehrere Medien berichteten. Größere Probleme werden auch zum Ferienstart in Hessen am 23. Juli erwartet.

Der ADV hatte den Gesamtbedarf der Flughäfen einschließlich des Check-ins und der Luftsicherheitskontrollen für diesen Sommer auf rund 5500 Kräfte beziffert. Die Zeit drängt. Für die besonders an den größeren Flughäfen überlasteten Ladedienste hat ein Personaldienstleister aus Istanbul bis zu 2000 Kräfte angeboten, heißt es in Branchenkreisen. Sie hätten Flughafen-Vorerfahrung und verfügten über die entsprechenden Unterlagen für schnelle Zuverlässigkeitsüberprüfungen.

Innenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte angekündigt, bei der Sicherheit keine Abstriche zu gewähren. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) befürwortet zwar den Einsatz ausländischer Hilfskräfte beim Gepäck, warnt aber gleichzeitig vor einer Ausweitung des Modells auf Luftsicherheitskräfte. Auf die Schnelle sei es in diesem Bereich nicht möglich, neues Personal zu rekrutieren, sagte der GdP-Vorsitzende für die Bundespolizei, Andreas Roßkopf, der «Rheinischen Post» (Dienstag). «Das wäre aus Sicherheitsgründen fatal. Wir sprechen über Personen, die intensiv sicherheitstechnisch überprüft und eingewiesen werden müssen. Das dauert eine gewisse Zeit.»

Kurz vor Beginn der Haupturlaubszeit hatten zahlreiche Fluggesellschaften Flüge gestrichen. Lufthansa sagte insgesamt knapp 3000 Flüge an ihren Drehkreuzen Frankfurt und München ab, auch weil sich vermehrt Besatzungen wegen Corona-Fällen krankmelden. Auch die Billigtochter Eurowings hat Hunderte Flüge im Juli gecancelt. Allein am Berliner Flughafen strich Marktführer Easyjet sein Programm für die Sommermonate um rund 1000 Flüge zusammen.


Koffer-Chaos am Düsseldorfer Flughafen: Feuerwehr musste helfen

DÜSSELDORF: Ungewöhnlicher Einsatz für die Düsseldorfer Flughafenfeuerwehr: Am Samstagabend halfen Einsatzkräfte beim Gepäck. Das bestätigte ein Flughafensprecherin in der westdeutschen Metropole. Mehrere Medien hatten zuvor berichtet.

Der Hintergrund: Am Freitag und Samstag war es zu Störungen in der Computertechnik der Gepäckförderanlage gekommen. Die ohnehin schon angespannte Situation am Düsseldorfer Flughafen - am Freitag war Sommerferienbeginn in Nordrhein-Westfalen - wurde noch schwieriger. Nach Flughafenangaben blieben mehr als 1000 Gepäckstücke zunächst zurück.

Wie die «NRZ» berichtete, musste am Samstagabend Hunderte ankommende Passagiere zunächst ohne ihr Gepäck nach Hause fahren - die Koffer seien nachts in der inzwischen leeren Halle neben den Gepäckbändern abgestellt worden.

Für das Gepäck sind eigentlich die Fluglinien und deren Dienstleister zuständig. Beim Entladen am Samstagabend half aber ein eigenes Team aus «qualifizierten Mitarbeitern» des Flughafens selbst und auch die Feuerwehr. Die sei «ausnahmsweise unterstützend» dabei gewesen, so die Flughafensprecherin. Die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr sei «selbstverständlich jederzeit gewährleistet» gewesen.

Servicekräfte des Flughafens seien vor Ort gewesen, um Wasser an die zuvor wartenden Fluggäste zu verteilen. «Grundsätzlich informiert unser Servicepersonal die wartenden Passagiere auch über die jeweilige Situation, sobald entsprechende Informationen seitens der durch die Airlines beauftragten Dienstleister verfügbar sind.»

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Peter Joe 28.06.22 19:10
Zusammenbruch
Es ist wie der Zusammenbruch unseres Wohlstandes wenn man das verfolgt was mit den Airlines passiert. Die EU ist platt und weiss nicht wie weiter, die Krise bricht durch ueberall durch.
Ling Uaan 28.06.22 12:30
Warum in die Ferne schweifen?
Lt. Arbeitsagentur gelten fast 356.000 Syrer als erwerbsfähige Leistungsberechtigte, 253.000 davon als „arbeitssuchend“ registriert.
Fast alles junge, kräftige Kerle - die könnte man doch da beschäftigen.
Oder zahlt der Flughafen noch schlechter als die Arbeitsagentur? Oder sind die alle überqualifiziert?
Andreas Hamm 28.06.22 08:50
Haben wir denn Vollbeschäftigung in Deutschland?
Gibt es keine Deutschen mehr die diese Arbeit ausüben können? Oder besser gesagt ausüben wollen? Zu schlecht bezahlt? Zu schwere Arbeit? Nicht passende Arbeitszeiten? Irgendwie schon beschämend daß für bald jede Arbeit händeringend im Ausland nach Arbeitskräften gesucht wird.