Aktuelle Meldungen der Luftfahrt am Montag

Foto: Freepik
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Kritik an Ryanair wegen Sprachtests für südafrikanische Passagiere

DUBLIN: Die irische Billig-Airline Ryanair ist wegen Sprachtests, die südafrikanische Passagiere vor Flügen nach Großbritannien absolvieren müssen, in die Kritik geraten. Mehrere Betroffene äußerten sich in den sozialen Medien empört darüber, dass sie einen Test mit mehreren Wissensfragen auf Afrikaans machen sollten, wie unter anderem die BBC am Montag berichtete.

Afrikaans ist eine von mehreren Amtssprachen in Südafrika und wird nur von einer überwiegend weißen Minderheit der Bevölkerung gesprochen. Betroffene klagten, die Praxis sei diskriminierend und erinnere an das Unterdrückungssystem aus der Zeit der als Apartheid bezeichneten Benachteiligung von Menschen nicht-europäischer Abstammung in dem Land.

Von Ryanair hieß es auf dpa-Anfrage, man habe den Test in Afrikaans eingeführt, nachdem man Kenntnis über ein erhöhtes Aufkommen von gefälschten südafrikanischen Pässen bekommen habe. «Wenn Passagiere nicht in der Lage sind, den Test auszufüllen, werden ihnen die Flugkosten erstattet», hieß es weiter. Der Test soll dem Bericht zufolge keine Anforderung britischer Grenzbehörden sein.


Russisches Flugzeug darf Sri Lanka wieder verlassen

COLOMBO: Ein zeitweise auf Sri Lanka festgesetztes russisches Passagierflugzeug hat den Inselstaat wieder verlassen dürfen. Ein Gericht in der Hauptstadt Colombo erlaubte dies am Montag. Noch vergangene Woche hatte das Gericht dem Flieger der Fluggesellschaft Aeroflot verboten, das Land zu verlassen. Der Grund für das Verbot war nach Angaben des Gerichts ein hängendes Schiedsgerichtsverfahren in Großbritannien, bei dem eine irische Leasingfirma, die Anspruch auf das Flugzeug erhebt, wegen Nicht-Zahlung von Leasinggebühren gegen Aeroflot vorgehe.

Der Flieger verließ den Bandaranaike International Airport am Montagabend (Ortszeit), wie Daten auf Flugtracking-Seiten zeigten.

Ursprünglich sollte die Maschine am vergangenen Donnerstag mit 191 Passagieren nach Russland fliegen. Wegen des Gerichtsbeschlusses hatte das Außenministerium in Moskau am Freitag den Botschafter des Inselstaates im Indischen Ozean einbestellt. Sri Lankas Minister für Luftfahrt, Nimal Siripala de Silva, erklärte: «Wir haben der russischen Regierung mitgeteilt, dass dies eine gerichtliche Angelegenheit sei und die Regierung nicht involviert gewesen war.» Sri Lankas Generalstaatsanwalt hatte das Gericht aufgefordert, seine ursprüngliche Entscheidung angesichts größerer Folgen zu überdenken.

Sri Lanka positioniert sich zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine neutral. Das stark vom Tourismus abhängige und verschuldete Land erlebt derzeit seine schlimmste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Colombo hat Moskau um Treibstoffhilfe gebeten. Außerdem sind russische Touristen wichtig für das Land.

Wegen Russlands Krieg haben nicht nur viele westliche Staaten ihren Luftraum für russische Flugzeuge gesperrt; über 700 im Ausland geleasten Maschinen wurde die Zulassung entzogen. Moskau überführte diese Flugzeuge deshalb in ein eigenes russisches Register. Damit droht den Maschinen aber auf vielen Flugplätzen weltweit die Beschlagnahme. Um dem zu entgehen, haben russische Fluglinien einige Jets mittlerweile von den Leasingfirmen gekauft. Dies gilt nicht als Verstoß gegen die Sanktionen.


Kreml bezeichnet Europas Luftraumsperre als «feindliche Handlungen»

MOSKAU: Der Kreml hat die Sperrung des europäischen Luftraums für Russlands Außenminister Sergej Lawrow nach dessen geplatzter Serbien-Reise als «feindliche Handlung» kritisiert. «Zweifellos können solche feindlichen Handlungen gegenüber unserem Land, gegenüber hochrangigen Vertretern unseres Landes gewisse Probleme verursachen und dazu führen, dass der Zeitplan dieser Kontakte um einige Zeit verschoben wird», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag laut der Nachrichtenagentur Interfax. Diese Maßnahmen könnten aber prinzipiell Russlands gute Beziehungen zu freundschaftlich gesinnten Staaten wie Serbien nicht zerstören, fügte er hinzu.

Lawrow musste seine Reise nach Belgrad absagen, weil Bulgarien, Montenegro und Nordmazedonien dem Regierungsflugzeug des Ministers die Überflugrechte verweigerten. Lawrow steht wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine auf der Sanktionsliste der EU.

Mit dem Kriegsverlauf selbst zeigte sich Moskau derweil zufrieden. Der Kreml sehe «optimistisch» auf die Entwicklung der «militärischen Spezialoperation in der Ukraine», sagte Peskow. Moskau bezeichnet den Krieg gegen das Nachbarland nur als militärische Spezialoperation.


Tausende Briten wegen Flugausfällen im Ausland gestrandet

LONDON: Wegen etlicher Flugausfälle sind Berichten zufolge Tausende Britinnen und Briten im Ausland gestrandet. Die auf die Reisebranche spezialisierte Beratungsagentur PC Agency schätzte der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge, dass mindestens 15.000 Passagiere von kurzfristigen Änderungen am Sonntag betroffen sein könnten. Viele Briten hatten das verlängerte Wochenende rund um das Thronjubiläum von Queen Elizabeth II. sowie Schulferien für Reisen ins Ausland genutzt und wollten am Sonntag in die Heimat zurückreisen.

Allerdings strichen sowohl die Airline Easyjet als auch British Airways und Tui wie auch schon in den Tagen zuvor etliche Flüge. Als Grund für die zahlreichen Ausfälle in der Branche gelten Personalengpässe. Nach Entlassungen im Laufe der Pandemie sind bei den Unternehmen noch nicht genug Beschäftigte angestellt und einsatzfähig, um dem Reiseansturm gerecht zu werden. Die britische Regierung warf der Branche vor, sich nicht ausreichend vorbereitet zu haben.

Die Reisebranche fordert dagegen Notfallmaßnahmen von der Regierung - etwas durch spezielle Visa für Arbeitskräfte aus dem EU-Ausland, die nach dem Brexit nicht mehr ohne weiteres in Großbritannien arbeiten können. Dies lehnt Verkehrsminister Grant Shapps jedoch ab. Die Lösung könne nicht immer wieder «mehr Einwanderung» lauten, sagte er.

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