Aktuelle Meldungen der Luftfahrt am Montag

Foto: Freepik
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Slot-Regeln: Wissing dringt auf kurzfristige Entlastung für Airlines

BERLIN/BRÜSSEL: Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) dringt auf eine kurzfristige Entlastung für Airlines in der Corona-Pandemie und fordert von der EU-Kommission mehr Maßnahmen gegen sogenannte Leerflüge. In einem Schreiben an EU-Verkehrskommissarin Adina Valean habe der Minister betont, dass dies für ihn von besonderer Bedeutung sei, teilte das Verkehrsministerium am Montag mit. Zuvor hatte die «Rheinische Post» darüber berichtet. Hintergrund sind unterschiedliche Ansichten der EU-Kommission und der Lufthansa über klimaschädliche Flüge, die kaum besetzt sind. Am Dienstag wollen sich Valean und Wissing austauschen.

Grundsätzlich müssen die Airlines in diesem Winter an bestimmten, zu normalen Zeiten stark belasteten Flughäfen mindestens die Hälfte ihrer zugeteilten Zeitfenster nutzen, um sie nicht in der kommenden Saison abgeben zu müssen. Damit soll Wettbewerb zwischen den Airlines gewährleistet werden. Vor der Pandemie lag die geforderte Quote bei 80 Prozent. Die für den Winterflugplan auf 50 Prozent gesenkte Quote kann der Kommission zufolge mit Ausnahmeregeln weiter unterschritten werden, die etwa beim Auftreten neuer Virusvarianten greifen.

Die EU-Kommission betont, dass die Lufthansa bereits von Ausnahmeregeln profitiere. «Die Entscheidung, Strecken zu bedienen oder nicht, ist eine kommerzielle Entscheidung der Fluggesellschaft und nicht das Ergebnis von EU-Vorschriften», so ein Sprecher der EU-Kommission jüngst. Auch der europäische Flughafenverband ACI spricht davon, dass es aufgrund der Quoten keinen Grund für Leerflüge gebe. Lufthansa beklagt, dass diese Ausnahmeregeln in verschiedenen Ländern unterschiedlich angewendet würden. Auch die französisch-niederländische Fluggesellschaft Air France-KLM fordert, dass es angesichts der Omikron-Variante des Coronavirus flexiblere Ausnahmeregelungen von den Quoten geben sollte.


Frankfurter Flughafen bleibt 2021 weit vom Vorkrisen-Niveau entfernt

FRANKFURT/MAIN: Deutschlands größter Flughafen kämpft sich mühsam aus der Krise und wagt noch keine genaue Prognose für das laufende Jahr. Noch immer kommen deutlich weniger Passagiere als vor der Pandemie. Doch ein anderer Geschäftsbereich boomt.

Der Frankfurter Flughafen ist im Jahr 2021 ein Stück aus seinem Corona-Tief herausgekommen. Mit 24,8 Millionen Passagieren zählte der Betreiberkonzern Fraport fast ein Drittel mehr als im ersten Corona-Jahr 2020. Dennoch blieb das Niveau aus der Zeit vor der Krise immer noch weit entfernt, wie Konzernchef Stefan Schulte bei der Vorlage der Zahlen am Montag einräumte. Im Rekordjahr 2019 waren an Deutschlands größtem Airport fast 70,6 Millionen Fluggäste abgefertigt worden.

Eine genaue Prognose für 2022 wollte Schulte nicht abgeben. «Niemand kann heute konkret vorhersagen, wie sich die Pandemie in den kommenden Monaten entwickeln wird.» Nach seiner Einschätzung dürften die damit einhergehenden Reisebeschränkungen erneut vielfach uneinheitlich ausfallen und der Luftfahrtbranche weiterhin viel abfordern. Dennoch erwartet er ab dem Frühjahr eine deutlich anziehende Nachfrage.

Nachdem die Pandemie den Passagierverkehr ab März 2020 für mehrere Monate weitgehend zum Stillstand gebracht hatte, ging es im abgelaufenen Jahr vor allem ab April wieder aufwärts. Im Zeitraum April bis Dezember habe sich die Zahl der Fluggäste im Vergleich zu 2020 verdreifacht, sagte Schulte. Dabei kam dem Flughafen die gestiegene Reisenachfrage im Sommer ebenso zugute wie im Herbst die Öffnung der USA für Reisende aus Europa.

Im Dezember zählte Fraport in Frankfurt 2,7 Millionen Passagiere und damit gut dreimal so viele wie ein Jahr zuvor, allerdings immer noch 44 Prozent weniger als im Dezember 2019. Mehr Verkehr auf den Interkontinentalstrecken und mehr Reisen über die Weihnachtsfeiertage hätten für eine Fortsetzung der Erholung gesorgt, schrieb Fraport.

Ein Rekordjahr gab es unterdessen im Cargo-Geschäft, das während der Pandemie einen regelrechten Boom erlebt. Im Gesamtjahr 2021 kam der Frankfurter Flughafen auf rund 2,3 Millionen Tonnen, fast 19 Prozent mehr als 2020 und knapp 9 Prozent mehr als 2019. «Getrieben ist dieses Wachstum insbesondere von der Luftfracht», hieß es. Das Luftpost-Aufkommen sei hingegen weiterhin von den fehlenden Beilade-Kapazitäten in Passagiermaschinen betroffen.

Fraport hat auch Flughäfen im Ausland. Abgesehen vom Flughafen Xi'an in China hätten alle Standorte im Vergleich zu 2020 zugelegt, hieß es. Im Sommer sei es vor allem an den Flughäfen in Urlaubsregionen stärker aufwärts gegangen. Im Vergleich zu 2019 gab es aber weiterhin teils deutliche Rückgänge.

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