Aktuelle Meldungen der Luftfahrt am Montag

Foto: Pixabay
Foto: Pixabay

Moskau: Rückkehr zum Militär-Abkommen über Beobachtungsflüge möglich

MOSKAU: Russland sieht noch Chancen für eine Rückkehr zum Vertrag über militärische Beobachtungsflüge, setzt den USA aber eine Frist bis zum Sommer. Wenn die neue US-Regierung bereit sei, vollständig zu dem Abkommen zurückzukehren, dann werde Moskau entsprechende Schritte «konstruktiv prüfen», sagte der im Außenministerium für Rüstungsfragen zuständige Diplomat Konstantin Gawrilow am Montag in Moskau. «Wir setzen auf den gesunden Menschenverstand und echte Schritte zur Wahrung des Vertrags.»

Kremlchef Wladimir Putin hatte zuletzt bei einem Telefonat mit dem neuen US-Präsidenten Joe Biden vereinbart, Gespräche über eine Rückkehr zum Open-Skies-Abkommen über militärische Beobachtungsflüge über die Nato-Staaten und Russland zu erörtern. Nach dem Ausstieg der USA hatte auch Russland seine Mitgliedschaft dort aufgekündigt.

Dieses Ausstiegsverfahren werde in Russland bis zum Sommer dauern, sagte Gawrilow. Bis dahin könne Washington seine Bereitschaft zur Weiterarbeit erklären. «Die Russische Föderation wird nicht auf unbestimmte Zeit warten können. (...) Es bleibt wenig Zeit zum Nachdenken.» Russland wolle seinem Ziel verpflichtet bleiben, Vertrauen und Sicherheit im militärischen Bereich aufzubauen, meinte der Leiter der russischen Delegation für Abrüstungsgespräche.

Der Vertrag über den Offenen Himmel war 1992 geschlossen worden und trat 2002 in Kraft. Er erlaubt es den Vertragsstaaten, jährlich eine bestimmte Zahl vereinbarter Beobachtungsflüge über dem Staatsgebiet anderer Staaten durchzuführen. Zuletzt hatten sich Russland und die USA schon auf eine Verlängerung des atomaren Abrüstungsvertrags New Start kurz vor dem Auslaufen des Abkommens verständigt.


Vorerst letzte Fluggäste im alten Terminal Schönefeld empfangen

SCHÖNEFELD: Passagiere aus Rom sind am Montag als vorerst letzte Fluggäste im alten Flughafen-Terminal Schönefeld angekommen. Ihre Ryanair-Maschine landete am Mittag am früheren DDR-Zentralflughafen, dem heutigen Terminal 5 des neuen Hauptstadtflughafens BER. Die Betreiber schließen das Abfertigungsgebäude nun für mindestens ein Jahr, um Kosten zu sparen.

«Wir drücken auf die Pausentaste», teilte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup mit. Denn die Corona-Pandemie hat auch in Schönefeld die Fluggastzahlen einbrechen lassen. Das im Herbst eröffnete Hauptterminal genügt. Die Flughafengesellschaft hält es auch für möglich, dass sie das alte Schönefelder Terminal nicht wieder in Betrieb nimmt.


Kühne + Nagel kauft Luftfrachtdienstleister Apex aus China

SCHINDELLEGI: Das Transportunternehmen Kühne + Nagel baut sein Geschäft in Asien aus: Der Konzern kauft eine Mehrheitsbeteiligung am chinesischen Luftfrachtdienstleister Apex International von der Beteiligungsgesellschaft MBK ab. Über den Preis sei Stillschweigen vereinbart worden, teilte Kühne + Nagel am Montag im schweizerischen Schindellegi mit. Finanziert werde der Kaufpreis aus liquiden Mitteln und sofern notwendig aus bestehenden Kreditlinien. MBK war 2015 beim chinesischen Luftfrachtspediteur eingestiegen.

Ein Teil der Apex-Aktien solle auch nach dem Zukauf beim Apex-Management verbleiben. Apex soll den Angaben zufolge nach der Übernahme innerhalb der Kühne+Nagel-Gruppe weiter eigenständig agieren. Die Behörden müssen noch grünes Licht geben, hieß es weiter.

Laut Kühne+Nagel ist dies die größte Akquisition in der Geschichte des Unternehmens. «Die Übernahme von Apex ist ein wichtiger Meilenstein unserer Strategie mit Fokus auf Asien, eine der schnellst wachsenden Regionen der Weltwirtschaft», wird der Präsident des Verwaltungsrats der Kühne + Nagel, Jörg Wolle, in der Mitteilung zitiert.

Apex International ist den Angaben nach einer der führenden Logistikanbieter in Asien und wurde 2001 in China gegründet. Mit rund 1600 Mitarbeitern erzielte das Unternehmen zuletzt einen Jahresumsatz von mehr als 2,1 Milliarden Schweizer Franken (1,93 Mrd Euro).


Nach Triebwerksausfall bei Denver kündigt Luftfahrtbehörde Prüfung an

WASHINGTON: Nach dem Triebwerksausfall einer Boeing 777 unweit von Denver im Bundesstaat Colorado hat die US-Luftfahrtbehörde FAA Konsequenzen angekündigt. Maschinen dieses Typs, die mit bestimmten Triebwerken von Pratt & Whitney ausgestattet seien, sollten verstärkt und sofort überprüft werden, teilte FAA-Chef Steve Dickson am Sonntag (Ortszeit) mit und kündigte eine entsprechende Notfall-Richtlinie an. «Dies wird wahrscheinlich bedeuten, dass einige Flugzeuge aus dem Verkehr gezogen werden müssen.» Die Zahl der Inspektionen solle erhöht werden.

Boeing teilte mit, man empfehle, den Betrieb der 69 in Betrieb befindlichen und 59 eingelagerten 777-Maschinen mit Pratt & Whitney 4000-112-Triebwerken auszusetzen, während die Untersuchung der unabhängigen US-Verkehrsbehörde NTSB laufe. Man unterstütze die Maßnahmen der japanischen Zivilluftfahrtbehörde und der FAA, den Betrieb der Maschinen auszusetzen und arbeite mit ihnen zusammen.

Die europäische Luftfahrtbehörde EASA teilte am Montag mit, sie sei in Kontakt mit der FAA. Man habe um weitere Informationen über die Ursache gebeten, um gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen.

Am Samstag waren infolge des Triebwerkausfalls große Flugzeugteile unweit von Denver als Trümmer in Wohngebiete gestürzt. Die Boeing 777 von United Airlines (UA) landete mit 241 Menschen an Bord dennoch sicher am Internationalen Flughafen in Denver. Es gab keine Berichte über Verletzte - weder an Bord noch am Boden. Die Maschine war auf dem Weg von Denver in die Hauptstadt von Hawaii, Honolulu. Nach FAA-Angaben war das rechte Triebwerk der Maschine kurz nach dem Start ausgefallen.

Unterdessen ordnete das japanische Verkehrsministerium vorsorglich ein Flugverbot für mit den betroffenen Triebwerken ausgestattete Flugzeuge im eigenen Land an. Betroffen davon sind 13 Flugzeuge der Fluglinie Japan Airlines (JAL) sowie 19 Maschinen der Linie All Nippon Aiwars (ANA), wie das Ministerium in Tokio bekanntgab.

United Airlines teilte mit, freiwillig als sofortige Vorsichtsmaßnahme 24 Boeing 777-Flugzeuge mit Triebwerken der Serie 4000 von Pratt & Whitney aus dem Flugplan herauszunehmen. Es solle sichergestellt werden, dass diese Flugzeuge die strengen Sicherheitsstandards erfüllten und wieder in Betrieb genommen werden könnten. Derzeit habe man 52 dieser Flugzeuge in der Flotte - 24 aktiv und 28 im Lager.

Der Lufthansa-Konzern hat einem Sprecher zufolge bei den Gesellschaften Lufthansa Cargo, Swiss und Austrian ausschließlich Triebwerke von General Electric im Einsatz, die nicht betroffen sind.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.