Aktuelle Meldungen der Luftfahrt am Mittwoch

Foto: Pixabay
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Krisenjet 737 Max: Boeing und FAA schließen Zertifizierungsflüge ab

SEATTLE/WASHINGTON: Die heiße Testphase zur Wiederzulassung von Boeings nach zwei Abstürzen mit Startverboten belegten Krisenflieger 737 Max ist abgeschlossen. Die US-Luftfahrtaufsicht FAA teilte am Mittwoch (Ortszeit) mit, dass die dreitägigen Zertifizierungsflüge beendet worden seien. Damit sei ein wichtiger Meilenstein erreicht, allerdings blieben noch eine Reihe weiterer Hürden, wie etwa die Auswertung der Flugdaten. Das Startverbot werde nur aufgehoben, wenn die Sicherheitsexperten der FAA überzeugt seien, dass die Maschine alle Standards erfüllt, betonte die Behörde.

Boeings meistverkaufter Flugzeugtyp 737 Max war im März 2019 im Zuge von zwei Abstürzen aus dem Verkehr gezogen worden. Als Hauptursache der Unglücke gilt ein fehlerhaftes Steuerungsprogramm. Boeing hatte die Probleme mit dieser Software eigentlich längst behoben haben wollen, stattdessen kamen jedoch etliche neue Mängel hinzu. So dauerte es über ein Jahr, bis die FAA die entscheidende Phase der Zertifizierung einläutete. Wenn nun alles glatt geht, könnte die 737 Max in den kommenden Monaten wieder zugelassen werden.


Griechenlands Regionalflughäfen wieder für Charterflüge geöffnet

ATHEN: Griechenland hat am Mittwoch alle seine Flughäfen auf den Inseln und in den Ferienregionen des Festlandes für Auslandsflüge geöffnet. Erstmals nach Ausbruch der Corona-Pandemie sind am Vormittag Charterflugzeuge aus Deutschland auf dem Flughafen von Kreta gelandet und wurden feierlich mit Musikanten und den lokalen Schnaps Tsikoudiá empfangen, wie das griechische Fernsehen zeigte. «Es wird eine schwierige Saison sein», sagte der griechische Regierungssprecher Stelios Petsas dem Nachrichtensender Skai.

Urlauber können zudem seit Mittwoch per Fähre wieder aus Italien nach Griechenland reisen. Das Land hat seine Häfen von Patras und Igoumenitsa für den Tourismus geöffnet. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie waren nur kommerzielle Transporte mit Fähren zwischen den Häfen der Adria und des Ionischen Meeres möglich. Auf dem Landweg können Urlauber nur über Bulgarien (Grenzübergang Kulata/Promachonas) nach Griechenland reisen. Alle anderen Übergänge sind zwar geöffnet, Reisende können aber nur im Ausnahmefall einreisen, erklärte die Regierung.

Ärzte führen in allen Flughäfen Kontrollen durch. Alle Reisenden nach Griechenland müssen sich mindestens 48 Stunden vor der Ankunft elektronisch anmelden und angeben, wo sie vorher waren und wo sie sich in Griechenland aufhalten werden. Ein Algorithmus errechnet, ob und welche Reisende nach ihrer Ankunft einen Corona-Test machen müssen, berichtete das Staatsfernsehen (ERT). 

Wer positiv getestet wird muss dann 14 Tage in eigens für die Coronaepidemie eingerichtete Isolierunterkünfte in Hotels gehen. Die Kosten übernimmt Griechenland. Das Land hat verglichen mit anderen Staaten Europas eine sehr niedrige Coronavirus Infektionsrate.


Germanwings-Prozess: Gericht weist Klage der Angehörigen ab

ESSEN: Die Lufthansa AG muss den Hinterbliebenen der Opfer des Germanwings-Absturzes vom März 2015 kein zusätzliches Schmerzensgeld zahlen.

Das Landgericht Essen hat am Mittwoch die Klagen von acht Angehörigen abgewiesen. Am 24. März 2015 hatte der früher unter Depressionen leidende Co-Pilot das Flugzeug in den französischen Alpen absichtlich gegen einen Berg gesteuert, wie die Ermittlungen ergaben. Nach Ansicht der Richter waren für die Prüfung, ob der Mann überhaupt flugfähig war, jedoch nicht die Lufthansa oder die ebenfalls beklagte Flugschule in den USA verantwortlich. «Die Flugsicherheit ist eine staatliche Aufgabe», sagte Richter Lars Theissen.


Airbus will Tausende Jobs streichen - Sorge in Hamburg

HAMBURG: Die Corona-Krise hat den Airbus-Konzern in eine nie dagewesene Krise gestürzt. Das bekommen nun die Mitarbeiter zu spüren. Auch in Hamburg müssen viele um ihren Arbeitsplatz zittern. Die Gewerkschaft warnt vor einem Kahlschlag.

Der Flugzeugbauer Airbus streicht Tausende Stellen in Deutschland - offen ist, wie stark der große Standort Hamburg betroffen sein wird. Das sei noch Gegenstand von Diskussionen mit den Sozialpartnern, sagte ein Airbus-Sprecher am Mittwoch in Hamburg der Deutschen Presse-Agentur. Nach Informationen von NDR 90,3 steht im Werk Finkenwerder mehr als jeder sechste Job auf der Kippe. Noch im vergangenen Jahr war am Standort Hamburg die Zahl der Mitarbeiter um 1000 auf knapp 14.000 aufgestockt worden.

Insgesamt sollen in Deutschland 5100 Stellen wegfallen, wie Airbus am Dienstagabend mitteilte. Der Konzern hat betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen. Weltweit will Airbus wegen der Corona-Krise 15.000 Stellen streichen. Airbus-Chef Guillaume Faury betonte, man habe derartige Maßnahmen vermeiden wollen, müsse nun aber der Realität ins Auge sehen. Die Pläne sollen bis Sommer 2021 umgesetzt werden.

Airbus beschäftigt in Deutschland nach eigenen Angaben rund 46.000 Mitarbeiter an fast 30 Standorten - etwa in Hamburg-Finkenwerder, Stade oder Bremen. In der Verkehrsflugzeugsparte arbeiten demnach mehr als 28.000 Menschen.

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