Aktuelle Meldungen der Luftfahrt am Mittwoch

Foto: Freepik
Foto: Freepik

Volocopter soll Flugtaxis und Lastdrohnen für Saudi-Arabien liefern

RIAD/BRUCHSAL: Der baden-württembergische Flugtaxi-Hersteller Volocopter soll für die neue Stadt Neom in Saudi-Arabien Fluggeräte liefern. Neom habe zehn Flugtaxis und fünf Schwerlastdrohnen bestellt, die in der Stadt am Roten Meer in den nächsten zwei bis drei Jahren Menschen und Güter befördern sollen. Das teilten beide Seiten am Mittwoch mit. Ein Gemeinschaftsunternehmen solle in Neom «das erste maßgeschneiderte System für öffentliche vertikale Mobilität» entstehen lassen, also für den Verkehr durch die Luft.

Saudi-Arabien hatte 2017 den Bau der Megastadt Neom angekündigt, die mit 26.500 Quadratkilometern Fläche größer werden soll als Mecklenburg-Vorpommern. Die Stadt entsteht im äußersten Nordwesten des Landes an den Grenzen zu Ägypten und Israel. Die erste Bauphase soll 2025 abgeschlossen sein. Bei Fragen zu Mobilität aber etwa auch bei der Versorgung mit Energie, Wasser und Lebensmitteln will Neom auf modernste und nachhaltige Technologien setzen.

Ziel sei, in Neom mit Hilfe von Volocopter neben der Logistik etwa auch Notfalleinsätze und Tourismus mit vertikalen Starts und Landungen möglich zu machen. Dort solle ein «Reallabor für Mobilität der Zukunft» entstehen, sagte Neom-Geschäftsführer Nadhmi al-Nasr. Es sei die einmalige Chance, ein System für urbanen Lufttransport ohne «Einschränkungen herkömmlicher Infrastruktur oder Regulierung» zu schaffen, sagte Volocopter-Vertriebsleiter Christian Bauer.

Volocopter gilt als einer der führenden Hersteller in dem Bereich. Die Bruchsaler Entwickler hatten im Oktober in Hamburg erstmals eine selbst entwickelte Schwerlastdrohne öffentlich fliegen lassen. Volocopter will solche Drohnen gemeinsam mit dem Logistikriesen DB Schenker als Teil der Logistikkette etablieren.

Innerhalb der Megacity Neom ist auch eine komplett autofreie Stadt namens «The Line» geplant. In dem Ort, der sich über eine Länge von 170 Kilometern erstrecken soll, sind nach Ankündigung der Entwickler keine Autos, Straßen und kein CO2-Ausstoß vorgesehen. Orte des täglichen Lebens - etwa Schulen, Gesundheitszentren, Freizeit-Anlagen und Grünflächen - sollen in höchsten fünf Minuten zu Fuß erreichbar sein. Für längere Strecken soll ein komplett automatisiertes Verkehrsnetz entstehen.


Fraport-Konsortium bleibt Betreiber des Flughafens Antalya

FRANKFURT/ANTALYA: Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport betreibt weiter mit Partnern den Flughafen im türkischen Badeort Antalya. Gemeinsam mit dem türkischen Mehrheitsgesellschafter TAV Airports Holding erhielten die Frankfurter den Zuschlag für die langfristige Konzession bis zum Ende des Jahres 2051, wie der MDax-Konzern am Mittwoch mitteilte. Das Gebot betrug 7,25 Milliarden Euro, von dem ein Viertel innerhalb von 90 Tagen an die türkische Flughafenbehörde gezahlt werden muss.

Fraport ist mit 49 Prozent an dem Konsortium beteiligt und bereits seit 1999 in Antalya vertreten. Es sei seitdem gelungen, die herausragende Bedeutung des Flughafens für den internationalen Tourismus in der Mittelmeerregion auszubauen, erklärte das Unternehmen. 2019 hatte Antalya mehr als 35 Millionen Fluggäste und damit die Hälfte des Fraport-Drehkreuzes in Frankfurt. Fraport betreibt in unterschiedlichen Beteiligungsverhältnissen weltweit Flughäfen.

Die aktuelle Konzession in Antalya läuft planmäßig Ende 2026 aus. Die Konzessionäre haben sich mit dem neuen Vertrag verpflichtet, das Terminal 2 und das Inlandterminal auszubauen sowie neue VIP-Bereiche zu schaffen.


Am Berliner Flughafen werden nun beide Bahnen genutzt

SCHÖNEFELD: Häufig wurde der deutsche Hauptstadtflughafen als zu klein geraten kritisiert, dann kam die Pandemie, und dem BER genügte eine einzige Start- und Landebahn. Jetzt ändert sich das.

Gut ein Jahr nach der Eröffnung des neuen deutschen Hauptstadtflughafens BER gibt es ab Mittwoch erstmals reguläre Flüge von beiden Start- und Landebahnen. Bislang nutzen die Flugzeuge nur eine der Bahnen, zuletzt im monatlichen Wechsel. Grund war der Einbruch der Passagierzahlen in der Corona-Krise.

In den vergangenen Monaten flogen wieder deutlich mehr Passagiere vom neuen Flughafen am Südostrand von Berlin. Bis März rechnet die Betreiberin mit doppelt so vielen Starts und Landungen wie im vergangen Winter. Es werden demnach zwischen 3000 und 4600 im Monat sein.

Der Ein-Bahn-Betrieb habe operativ gut funktioniert, erklärte Flughafenchefin Aletta von Massenbach. «Wir haben unsere Ausgaben reduzieren können und trotzdem die seit Sommer steigende Zahl an Flugbewegungen gut bewältigt.» Jetzt würden wieder beide Bahnen benötigt. Das sorge auch für einen stabileren Betrieb bei Winterwetter.

Das Unternehmen hatte den Zwei-Bahn-Betrieb Anfang November angekündigt. Ob sich die vierte Welle der Corona-Krise stärker auf die Passagierzahlen im Winter auswirkt, ist bislang nicht absehbar.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.