Aktuelle Meldungen der Luftfahrt am Freitag

Foto: Freepik
Foto: Freepik

Merkel mahnt zur Vorsicht bei Corona-Lockerungen

SCHÖNEFELD: Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich für einen vorsichtigen Kurs in der Corona-Krise ausgesprochen. «Wir wollen nicht diese dauernden «Rein und Raus in die Kartoffeln»», sagte Merkel bei der Nationalen Luftfahrtkonferenz in Schönefeld bei Berlin.

Sie verwies auf Großbritannien, wo angekündigte Lockerungen verschoben wurden, weil sich dort die sogenannte Delta-Variante des Virus ausbreitet. «Wir müssen einfach Schritt für Schritt und vorsichtig vorgehen», sagte Merkel in einem öffentlichen Video-Gespräch mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr.

In Deutschland ist die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen am Freitag auf 10,3 gesunken. Zum Höhepunkt der dritten Welle am 25. April lag sie bei knapp 175. Bis zum Freitag haben 50,1 Prozent der Bevölkerung eine Corona-Erstimpfung erhalten.


Warnstreik bei Alitalia - Flüge nach Deutschland gestrichen

ROM/MAILAND: Italienische Transport-Gewerkschaften haben das Airline-Personal in Italien zu einem Warnstreik aufgerufen. Der Aufruf richtete sich an die Mitarbeiter mehrerer Airlines, darunter auch die vor dem Aus stehende italienische Fluggesellschaft Alitalia, wie aus einer gemeinsamen Mitteilung der Gewerkschaften hervorging. Die Arbeitnehmervertreter forderten, Entlassungen zu stoppen und die Gelder aus der Lohnausgleichskasse weiter zu zahlen. Sie wollten sich demnach mit dem Protest für die Mitarbeiter in der Abfertigung und dem Catering sowie für die Saisonkräfte einsetzen.

Der Warnstreik fällt in eine Zeit, da in Italien die lockersten Corona-Regeln für den Großteil des Landes gelten und wieder mehr Touristen dorthin in den Urlaub fliegen oder über ein Wochenende einreisen. Bestreikt werden sollten nach Medieninformationen die Flughäfen Rom Fiumicino und Mailand Linate. Alitalia reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage.

Online war auf der Webseite des Airports in Rom zu sehen, dass viele Alitalia-Flüge am Nachmittag gestrichen wurden. Der Warnstreik war für 13.00 bis 17.00 Uhr angesetzt. Betroffen waren demnach unter anderem auch die Verbindungen Rom-München und Frankfurt-Rom.

Alitalia macht seit Jahren keine Gewinne mehr und ist auf staatliche Hilfen angewiesen. Sie soll durch die schlanker aufgestellte Italia Trasporto Aereo (Ita) ersetzt werden. Die neue Airline wollte eigentlich im Frühjahr an den Start gehen. Es gab jedoch bis zuletzt Streit mit den EU-Wettbewerbshütern etwa über Landerechte.

Am Donnerstag gab das italienische Wirtschaftsministerium außerdem bekannt, dass der Manager Alfredo Altavilla neuer Ita-Chef werde. Die Transport-Gewerkschaft Fit-Cisl wertete das als Zeichen, dass die Regierung versuche, den Ita-Start zu beschleunigen. Sie forderte allerdings auch, dass dies keine weitere Verkleinerung der neuen Firma bedeuten dürfe.


Merkel: Luftverkehr schnell auf Erneuerbare umstellen

BERLIN: Für mehr Klimaschutz beim Reisen muss der Luftverkehr aus Sicht der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel so schnell wie möglich auf erneuerbare Energiequellen umsteigen.

Erforderlich sei eine «disruptive Erneuerung», sagte Merkel am Freitag bei der Nationalen Luftfahrtkonferenz. «Und das nicht irgendwann, sondern so schnell wie möglich, weil ja die Produktzyklen in der Luftfahrtindustrie sehr lang sind.»

Merkel sprach sich etwa dafür aus, die Nutzung synthetischer Kraftstoffe weiter voranzutreiben. Sie werden mit Hilfe von Strom hergestellt. «Derzeit lassen Preise und Menge noch zu wünschen übrig», sagte Merkel.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr sagte, Kraftstoffe aus sauberer Elektrizität seien heute zehnmal so teuer wie herkömmliches Kerosin. «Das werden wir nur gemeinsam mit dem Staat schaffen.» Mehrkosten müssten kompensiert werden. Merkel zeigte sich überzeugt, dass die Preise sinken. Sie verwies auf die Solarenergie. Als deutsche Umweltministerin in den 90ern habe sie nie gedacht, dass damit Preisrentabilität erreicht werden könnte.


Lufthansa: Staatshilfe möglichst vor Bundestagswahl zurückzahlen

SCHÖNEFELD: Die Lufthansa will staatliche Milliardenhilfe aus der Corona-Krise in wenigen Monaten zurückzahlen. «Wir waren eines der ersten Unternehmen, das von der Bundesregierung gerettet wurde», sagte Vorstandschef Carsten Spohr am Freitag bei der Nationalen Luftfahrtkonferenz in Schönefeld. «Wir wollen auch eines der ersten Unternehmen sein, dass die Rettungsmittel zurückzahlt - hoffentlich noch vor der Bundestagswahl. Da sind wir dran.» Der Wahltermin ist am 26. September.

Deutschland, Österreich, Belgien und die Schweiz hatten dem Konzern wegen des Geschäftseinbruchs durch die Pandemie im vergangenen Jahr neun Milliarden Euro Staatshilfe zugesagt und ihn damit vor dem Untergang bewahrt. Nach den jüngsten veröffentlichten Zahlen hatte die Lufthansa nach eigenen Angaben bis Ende April von der Bundesregierung 2,3 Milliarden Euro in Anspruch genommen und davon eine Milliarde Euro bereits zurückgezahlt. Von den übrigen Staaten hat sie demnach 1,2 Milliarden Euro in Anspruch genommen.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.