Aktuelle Meldungen der Luftfahrt am Freitag

Lufthansa Flugzeuge sind auf dem Frankfurter Flughafen in Frankfurt am Main stationiert. Foto: epa/Andre Pain
Lufthansa Flugzeuge sind auf dem Frankfurter Flughafen in Frankfurt am Main stationiert. Foto: epa/Andre Pain

Rom warnt vor Scheitern von Lufthansa-Einstieg bei Ita

MAILAND: Italien hat die EU-Kommission vor einem Verbot des geplanten Einstiegs der Lufthansa bei der staatlichen italienischen Fluggesellschaft Ita gewarnt. Verkehrsminister Matteo Salvini sagte am Freitag in Mailand, ein Nein aus Brüssel wäre ein «ernsthafter Angriff auf Italien, dem wir nicht tatenlos zusehen werden». Der Vorsitzende der Rechtspartei Lega sprach von Tausenden Arbeitsplätzen, die dann in Italien verloren gehen könnten.

Die Lufthansa will in einem ersten Schritt 41 Prozent der früheren Alitalia übernehmen. Dafür sollen der Ita 325 Millionen Euro Eigenkapital aus Lufthansa-Barmitteln zufließen. Später soll die deutsche Fluglinie weitere 49 Prozent und dann die restlichen 10 Prozent bekommen können. Die EU-Kommission als zuständige Genehmigungsbehörde gibt das Vorhaben wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken bislang jedoch nicht frei.

Salvini - zugleich stellvertretender Ministerpräsident - sagte: «Wenn es stimmt, dass Brüssel bis zum Tag nach der Europawahl wartet, um die Vereinbarung zwischen Ita und Lufthansa abzulehnen, wäre das sehr ernst.» Die Europawahl ist am Sonntag. «Wenn jemand aus Egoismus oder aufgrund Drucks der französischen Bürokratie daran denkt, Tausende Arbeitnehmer über Bord zu werfen und Italiens nationale Fluggesellschaft zu einem ungewissen Schicksal von Entlassungen zu verurteilen, wäre das ein ernsthafter Angriff.»

Sowohl die Lufthansa als auch der italienische Staat haben Zugeständnisse gemacht, um die Vereinbarung über die Hürden zu bringen. Die EU-Kommission befürchtet, dass Kunden nach der Übernahme unter steigenden Preisen oder schlechterer Qualität leiden könnten.


Ungarischer Staat übernimmt Mehrheit an Budapester Flughafen

BUDAPEST: Der ungarische Staat hat 80 Prozent der Anteile an der Betreibergesellschaft des Budapester Flughafens Ferihegy erworben. Das teilte das ungarische Wirtschaftsministerium am Donnerstagabend in Budapest mit. Nach mehrjährigen Verhandlungen mit dem bisherigen Mehrheitseigentümer, der in Düsseldorf ansässigen AviAlliance GmbH, sei nun der Kaufvertrag unterzeichnet worden. 20 Prozent der Anteile an der Budapest Airport AG erwirbt der französische Infrastruktur-Konzern Vinci. Den Kaufpreis gab das Ministerium mit 3,1 Milliarden Euro an.

«Der Besitz des Flughafens ist eine Frage der Souveränität», sagte Wirtschaftsminister Marton Nagy. In Hinblick auf den Tourismus wie auch auf den Cargo-Verkehr handele es sich bei Ungarns größtem internationalen Airport um «eine Schlagader des Wirtschaftskreislaufs».

AviAlliance ist ein 1997 von Hochtief gegründeter Flughafeninvestor, der unter anderem die Flughäfen Düsseldorf, Hamburg und Athen betreibt. Die Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban hatte in den letzten Jahren Druck auf die Budapester Tochter des Unternehmens ausgeübt, um den Konzern zum Verkauf der Betreibergesellschaft zu bewegen.

Der seit 2010 regierende Orban hat es sich zum Ziel gesetzt, als strategisch betrachtete Sektoren der Volkswirtschaft unter die Kontrolle des Staates oder von Orban abhängiger Oligarchen zu bringen. Unter anderen gelangten große Banken, ein Mobiltelefon-Netzbetreiber und andere Telekom-Unternehmen unter Orbans Einfluss, nachdem der Staat oder staatsnahe Unternehmen sie ihren bisherigen privaten ausländischen Besitzern abgekauft hatten.

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