Aktuelle Meldungen der Luftfahrt am Freitag

Foto: Pixabay/Andrzej
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EU-Einigung: Airlines müssen mehr Fluggastdaten mit Behörden teilen

BRÜSSEL: Im Kampf gegen Terrorismus und schwere Kriminalität müssen Fluggesellschaften künftig bestimmte Passagierdaten mit den nationalen Behörden in der EU teilen. Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten einigten sich am Freitag in Brüssel auf die neuen Vorgaben, wie beide Seiten mitteilten.

Betroffen von den Regeln sind die sogenannten erweiterten Fluggastdaten. Diese enthalten den Angaben zufolge den Namen des Fluggastes, sein Geburtsdatum, seine Staatsangehörigkeit, seine Reisepassdaten sowie grundlegende Fluginformationen. Sie müssen vor und nach dem Abflug an die Behörden am Ankunftsort übermittelt werden. In Kombination mit einem anderen Datenset, das die Airlines erheben müssen, sollen so etwa besonders gefährliche Passagiere entdeckt werden können. Gespeichert werden sollen die Daten in der Regel 48 Stunden.

Grundsätzlich sind von den Regeln nur Flüge betroffen, die außerhalb der EU starten, wie der Rat der EU-Staaten mitteilte. Die Mitgliedstaaten könnten jedoch beschließen, auch Flüge innerhalb der EU zu erfassen.

Das Europaparlament und die EU-Staaten müssen die Einigung vom Freitag noch bestätigen, was in der Regel eine Formsache ist.


Warnstreik bei Austrian Airlines am Freitagnachmittag

WIEN: Das fliegende Personal der Lufthansa-Tochter Austrian Airlines hat für Freitagnachmittag unerwartet einen Warnstreik ausgerufen. Das Management bemühe sich, die etwa 20 betroffenen Flüge mittels Personal-Umschichtungen oder Verspätungen doch noch durchführen zu können, sagte eine Firmensprecherin. Sie bat Reisende, sich online über etwaige Änderungen ihrer Flüge zu informieren.

Grund für die Aktion, die bis 17.00 Uhr dauern soll, waren laut einem Gewerkschaftsvertreter stockende Tarifverhandlungen und eine schlechte Bezahlung innerhalb der Lufthansa-Gruppe. Austrian bezeichnete den Warnstreik hingegen als unverständlich.

Bereits am Vormittag fand eine Betriebsversammlung des Cockpit- und Kabinenpersonals statt. Da dies angekündigt war, hatte Austrian vorsorglich etwa 100 der 300 Flüge für Freitag gestrichen und Passagiere informiert. Bei der Betriebsversammlung wurde kurzfristig ein Warnstreik beschlossen.


Nächster Verdi-Warnstreik bei Frachttochter empört Lufthansa

FRANKFURT/MAIN: Der Warnstreik bei der Technik war noch nicht vorbei, da hat die Gewerkschaft Verdi bei der Lufthansa die nächste Gruppe der Bodenbeschäftigten aufgerufen. Dieses Mal trifft es die Fracht.

Im Tarifkonflikt beim Lufthansa-Bodenpersonal hat die Gewerkschaft Verdi die Gangart noch einmal verschärft. Für Samstag ruft sie die rund 2500 Tarifbeschäftigten der Frachttochter Lufthansa Cargo zum Warnstreik auf, wie Verhandlungsführer Marvin Reschinsky am Freitag mitteilte. Der dreitägige Warnstreik bei den verschiedenen Technik-Gesellschaften sollte um Mitternacht enden.

Erneut werde der Passagierbereich geschont, erklärte der Gewerkschafter. «Die Streiks sollen wirtschaftlichen Druck erzeugen und nicht in erster Linie Passagiere in Mitleidenschaft ziehen.» Die Lufthansa müsse mit einem verbesserten Angebot an den Verhandlungstisch zurückkehren. Bislang ist die nächste Verhandlungsrunde für den 13. und 14. März angesetzt. Für frühere Gespräche ist Verdi nur bei einem erhöhten Angebot bereit.

Die Lufthansa reagierte scharf auf den neuerlichen Warnstreik. Ein Konzernsprecher stellte grundsätzlich die Fortsetzung der Verhandlungen infrage, weil die Gewerkschaft kein Interesse an gemeinsamen Lösungen zeige. «Verdi möchte lieber streiken. Vorabbedingungen zu stellen, um überhaupt an den Verhandlungstisch zurückzukehren, verurteilen wir aufs Schärfste. Vor diesem Hintergrund müssen wir prüfen, ob und wie wir die Tarifverhandlungen mit Verdi weiter fortsetzen können.»

Lufthansa-Cargo-Finanzchef Frank Bauer sprach von einem großen Vertrauens- und Qualitätsverlust durch die Streiks. «Allein in den vergangenen drei Tagen mussten wir 28 Frachter-Flüge streichen und haben dadurch einen mittleren einstelligen Millionenbetrag verloren. Der neue Streik belastet uns zusätzlich und stärkt unmittelbar unsere Wettbewerber - unseren Verhandlungsspielraum vergrößert er nicht.»

Die Auswirkungen des am Mittwoch gestarteten Streiks bei der Technik auf den Passagierverkehr waren nach übereinstimmender Darstellung beider Seiten gering. Die vor allem am Drehkreuz Frankfurt tätigen Cargo-Mitarbeiter sollen am Samstag von 6.00 bis 23.10 Uhr die Arbeit ruhen lassen. Laut Verdi gibt es im Frachtgeschäft noch aus den beiden vorangegangenen Warnstreikwellen große Rückstände.


Verspätete Flugzeuglieferung - Ryanair muss Flüge im Sommer streichen

DUBLIN: Die Fluggesellschaft Ryanair streicht nun auch im Sommerplan einige Flüge, weil sich die Auslieferung neuer Flugzeuge verzögert. Der Hersteller Boeing werde nur 40 von 57 Maschinen ausliefern, die bis Ende Juni hätten kommen sollen, teilte Ryanair am Freitag mit. Im Sommerplan sei allerdings mit mindestens 50 neuen Flugzeugen gerechnet worden. Für Juli, August und September müssten einige Flüge gestrichen werden.

«Alle betroffenen Fluggäste haben bereits Benachrichtigungen über die Flugplanänderungen erhalten, in denen ihnen alternative Flugzeiten oder eine vollständige Rückerstattung angeboten werden, wenn sie dies wünschen», teilte Ryanair mit.

Die irische Airline sprach von «einigen geringfügigen Flugplanänderungen». Die Kürzungen hätten sie bereits an einigen Flughäfen mit überdurchschnittlichen Kostensteigerungen vorgenommen - «vor allem in Dublin, Mailand-Malpensa, Warschau-Modlin und auf vier portugiesischen Flughäfen».

«Wir sind sehr enttäuscht über die jüngsten Auslieferungsverzögerungen bei Boeing», teilte Ryanair-Chef Michael O'Leary mit. Sie arbeiteten aber weiter mit Boeing zusammen. Die Fluggesellschaft geht davon aus, im Geschäftsjahr 2024/2025 (31. März) weniger Passagiere befördern zu können als angepeilt - knapp 200 Millionen statt 205 Millionen. Ryanair hatte wegen Lieferproblemen schon im Winterplan einige Flüge gestrichen.


Lufthansa kauft und zerlegt früheren Kanzler-Jet

HAMBURG/FRANKFURT: Der als Pannenjet bekannt gewordene Regierungsflieger «Konrad Adenauer» vom Typ Airbus A340 wird abgewrackt. Die Lufthansa Technik hat die im Herbst 2023 ausgemusterte Regierungsmaschine gekauft und will sie nun ausschlachten, wie ein Unternehmenssprecher am Freitag in Hamburg bestätigte. Zahlreiche Teile des 25 Jahre alten Jets könnten noch verkauft und in anderen Flugzeugen verwendet werden. Unter anderem gelten die Triebwerke noch als hochwertig.

Die Lufthansa-Technik kauft dem Sprecher zufolge regelmäßig ältere Maschinen zur Weiterverwertung an. Das häufig von Kanzlerin Angela Merkel und ihrem Nachfolger Olaf Scholz genutzte Flugzeug soll nach einem kurzen Zwischenstopp in Hamburg ins spanische Teruel fliegen, um dort demontiert zu werden. Laut Spiegel hat Lufthansa Technik einen einstelligen Millionenbetrag an das bundeseigene Verwertungsunternehmen Vebeg gezahlt. Der Jet hatte bei mehreren Regierungsreisen unterschiedlichste Pannen erlitten. Probleme gab es unter anderem in New York, Beijing und zuletzt für Bundesaußenministerin Annalena Baerbock in Abu Dhabi.

Unklar bleibt zunächst die Verwendung der luxuriösen Sonderausstattung mit Schlafzimmer, Dusche und Konferenzräumen. Darüber werde später entschieden, sagte der Lufthansa-Sprecher. Die Flugbereitschaft der Bundeswehr hatte den von der Lufthansa übernommenen Langstreckenjet gemeinsam mit dem Schwesterflugzeug «Theodor Heuss» im Jahr 2011 in Betrieb gesetzt. Inzwischen trägt eine neue Regierungsmaschine vom größeren Typ A350 den Namen des ersten Bundeskanzlers Adenauer.

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Leserkommentare

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