Aktuelle Meldungen der Luftfahrt am Donnerstag

Foto: Freepik
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London untersagt russischen Airlines Verkauf von Landerechten

LONDON: Mit neuen Sanktionen gegen die russische Luftfahrtindustrie will Großbritannien weitere Zahlungen an die Führung von Kremlchef Wladimir Putin verhindern. Die Regierung in London untersagte russischen Fluglinien, ihre lukrativen Landerechte an britischen Flughäfen zu verkaufen. Die sogenannten Slots haben einen Wert von rund 50 Millionen Pfund, wie das Außenministerium am Donnerstag mitteilte. Zuvor hatte London bereits den britischen Luftraum für die Staatsairline Aeroflot und andere russische Fluggesellschaften wie Rossija und Ural Airlines geschlossen.

«Solange Putin seinen barbarischen Angriff auf die Ukraine fortsetzt, werden wir weiterhin die russische Wirtschaft ins Visier nehmen», sagte Außenministerin Liz Truss. «Jede Wirtschaftssanktion bekräftigt unsere klare Botschaft an Putin: Wir werden nicht aufhören, bis die Ukraine gewonnen hat.»

Lufthansa-Chef: Derzeit teuerstes Ticket kostet 24.000 Dollar

WASHINGTON: Das derzeit teuerste Ticket der Lufthansa kostet nach Angaben von Airline-Chef Carsten Spohr 24.000 Dollar (22.650 Euro) - und zwar für einen Erste-Klasse-Flug von San Francisco nach Frankfurt und zurück. Sogar diese Tickets seien derzeit ausverkauft, sagte Spohr am Donnerstag im Aviation Club of Washington in der US-Hauptstadt. Die Lufthansa erhole sich schneller von der Covid-Pandemie als erwartet. Besonders auf der Nordamerika-Strecke «sehen wir sehr starke Zahlen», betonte der Vorstandsvorsitzende. «Ich glaube, in der Sommersaison, um ehrlich zu sein, sind wir sowieso schon ausgebucht.» Lufthansa habe die Zahl der angeflogenen Ziele in den USA auf 25 erhöht - mehr als vor der Krise.

Spohr sagte, Passagiere betrachteten Fluggesellschaften nach deren schweren Verlusten wegen der Pandemie nicht mehr als eine «Bankrott-Industrie». Stattdessen stünden inzwischen wieder Fragen wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit im Zentrum. «Für mich waren es die Osterferien, die den Umschwung gebracht haben von zu vielen Ressourcen für zu wenige Passagiere zu plötzlich zu vielen Passagieren für zu wenige Ressourcen.» Die Luftfahrtindustrie müsse daher um Arbeitskräfte mit verschiedensten Qualifikationen werben. «Lassen Sie uns dafür sorgen, dass sich herumspricht, wie aufregend es ist, in dieser Branche zu arbeiten.»


Spirit Airlines lehnt feindliche Übernahmeofferte von Jetblue ab

MIRAMAR/NEW YORK: Die US-Fluggesellschaft Jetblue beißt auch mit ihrem feindlichen Übernahmeangebot für die Konkurrentin Spirit auf Granit. Die Offerte sei nicht im besten Interesse der Gesellschaft und ihrer Aktionäre, teilte Spirit Airlines am Donnerstag in Miramar (US-Bundesstaat Florida) mit. Die Spirit-Führung bevorzugt weiter die bereits vereinbarte Übernahme durch die Jetblue-Rivalin Frontier Airlines und empfiehlt ihren Anteilseignern, ihre Aktien an Frontier zu verkaufen.

Das Spirit-Management hatte bereits eine 3,6 Milliarden US-Dollar (3,5 Mrd Euro) schwere Offerte von Jetblue abgelehnt, obwohl Frontier Airlines nur 2,9 Milliarden Dollar für das Unternehmen bietet. Nach eigenen Angaben zweifeln Spirits Verwaltungsräte stark daran, ob die Kartellbehörden ein Zusammengehen mit Jetblue genehmigen würden. Am Montag wandte sich Jetblue daraufhin an die Aktionäre der Gesellschaft, senkte das Gebot jedoch von 33 auf 30 Dollar je Aktie. Dies gelte, solange Spirits Verwaltungsrat sich querstelle. Bei einer Konsenslösung sei Jetblue weiter offen, den höheren Preis zu zahlen.


Lufthansa schickt Germanwings-Piloten in Zwischengesellschaft

FRANKFURT/MAIN: Der Lufthansa-Konzern will rund 280 Piloten und Pilotinnen der eingestellten Tochter Germanwings in eine Zwischengesellschaft schicken. Aus formalen Gründen wurden in dieser Woche betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen, bestätigte am Donnerstag eine Unternehmenssprecherin. Gleichzeitig hätten die Beschäftigten aber ein Angebot erhalten, zu vergleichbaren Bedingungen in die neue Cockpitpersonal GmbH einzutreten.

Die Verhandlungen über eine endgültige Verwendung der Kapitäne und Co-Piloten innerhalb des Lufthansa-Konzerns sollen mit der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit fortgeführt werden, erklärte Lufthansa. Zuvor hatte das Portal «aero.de» berichtet.

Die Vereinigung Cockpit bezeichnete die «technischen Kündigungen» zunächst als «unnötig». Sie stellten eine Zumutung für die Piloten und ihre Familien dar. Man sei aber weiterhin in Gesprächen über eine Lösung, deren rechtliche Ausgestaltung wie auch die betriebliche Umsetzung komplex sei.

In einer schriftlichen Mitteilung verurteilte die VC später die Kündigungen als «sozial unverantwortlich und aus unternehmerischer Sicht vollkommen unsinnig». An anderen Stellen im Konzern fehle Cockpit-Personal, so dass Flugzeuge am Boden bleiben müssten. Die Gewerkschaft nannte die Kernmarke Lufthansa, Eurowings Discover sowie die Direktflugtochter Eurowings, bei der zunehmend samt Crews angemietete Jets anderer Gesellschaften wie Air Baltic oder Tuifly unterwegs seien.

Lufthansa hatte den Betrieb der Tochter Germanwings bereits zu Beginn der Corona-Krise im April 2020 eingestellt. Für einen Sozialplan stellte das Unternehmen kein Geld zur Verfügung.


Easyjet rechnet mit starkem Sommergeschäft

LUTON: Der britische Billigflieger Easyjet rechnet dank einer anziehenden Ticketnachfrage mit einem starken Geschäft mit Urlaubsflügen im Sommer. Zwar buchten die Kunden weiterhin kurzfristiger als in der Zeit vor der Pandemie, teilte das Unternehmen bei der Vorlage der Zwischenbilanz am Donnerstag in Luton bei London mit. Allerdings hätten die Buchungszahlen in den vergangenen zehn Wochen durchgehend höher gelegen als zur gleichen Zeit im Jahr 2019. In den wichtigsten Reisemonaten Juli bis September will Easyjet nun 97 Prozent der Flugkapazität aus dem Jahr 2019 anbieten. Im laufenden Quartal bis Ende Juni sollen es bereits 90 Prozent sein.

«Wir sind zuversichtlich, dass wir mit unseren Plänen für den Sommer fast das Flugniveau von 2019 erreichen werden», sagte Easyjet-Chef Johan Lundgren. Auf Urlaubs- und Inlandsflügen erwartet er sogar einen stärkeren Bedarf: Hier will Easyjet in der laufenden zweiten Hälfte des Geschäftsjahres bis Ende September sogar noch mehr Flüge anbieten als im gleichen Zeitraum vor der Pandemie. Der Geschäfts- und Städtereiseverkehr erhole sich zwar, habe das Niveau von 2019 aber noch nicht wieder erreicht, berichtete Easyjet. Unterdessen wagt das Management keine Prognose, ob es Easyjet nach der schweren Zeit während der Pandemie in diesem Geschäftsjahr in die schwarzen Zahlen schafft. Das liegt auch an den gestiegenen Treibstoffpreisen.

Im abgelaufenen Winterhalbjahr bis Ende März versechsfachte Easyjet den Umsatz - wie bereits bekannt - auf rund 1,5 Milliarden britische Pfund (1,8 Mrd Euro), nachdem das Geschäft ein Jahr zuvor stark unter der Corona-Pandemie und den Reisebeschränkungen gelitten hatte. Der bereinigte Vorsteuerverlust verringerte sich um gut ein Fünftel auf 545 Millionen Pfund und lag damit im Bereich der Mitte April genannten Prognose. Unter dem Strich sank der Fehlbetrag ähnlich stark auf 422 Millionen Pfund.


British-Airways-Mutter IAG will 50 Boeing 737 Max kaufen

LONDON: Die British-Airways-Mutter IAG will beim US-Flugzeugbauer Boeing weitere 50 Mittelstreckenjets aus der 737-Max-Reihe kaufen. Beide Seiten seien sich über den Auftrag einig, teilte die International Airlines Group (IAG) am Donnerstag in London mit. Die Hälfte der Bestellungen entfällt auf die Variante 737-8200 mit mehr Sitzen und zusätzlichen Türen, die Boeing vor allem für Billigfluggesellschaften wie Ryanair entwickelt hat. Bei den anderen 25 bestellten Maschinen handelt es sich um die Langversion 737-Max-10, deren Zulassung durch die Luftfahrtbehörden noch aussteht.

Die 50 Maschinen sollen in den Jahren 2023 bis 2027 ausgeliefert werden und ältere Maschinen in den Flotten der IAG-Töchter British Airways, Iberia, Vueling, Aer Lingus und Level ersetzen. Laut Preisliste kosten die Jets insgesamt rund 6,5 Milliarden US-Dollar (6,2 Mrd Euro). Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen hohe Rabatte üblich. Im Fall von IAG müssen die Aktionäre dem Kauf erst noch zustimmen. Zudem sichert sich der Konzern bei dem Deal Kaufrechte für weitere 100 Flugzeuge.

Die 737 Max ist Boeings meistverkauftes Modell und ein wichtiger Gewinnbringer. Die Baureihe war nach zwei verheerenden Abstürzen seit März 2019 weltweit mit Startverboten belegt und im Heimatmarkt USA erst im November 2020 wieder für den Flugverkehr zugelassen worden.

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