Aktuelle Meldungen der Luftfahrt am Donnerstag

Die ATR72-Maschine der Yeti Airlines mit 68 Passagieren und 4 Besatzungsmitgliedern an Bord stürzt in Pokhara ab. Foto: epa/Krishna Mani Baral
Die ATR72-Maschine der Yeti Airlines mit 68 Passagieren und 4 Besatzungsmitgliedern an Bord stürzt in Pokhara ab. Foto: epa/Krishna Mani Baral

Nach Absturz in Nepal soll Blackbox in Singapur ausgewertet werden

KATHMANDU: Die Blackbox des vor anderthalb Wochen abgestürzten Flugzeugs in Nepal mit 72 Toten soll in Singapur ausgewertet werden. Sie solle noch möglichst diese Woche dorthin gebracht werden, sagte ein Sprecher des nepalesischen Ministeriums für Zivilluftfahrt am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Die Maschine der nepalesischen Yeti Airlines war auf dem etwa halbstündigen Flug zwischen der Hauptstadt Kathmandu und Pokhara beim Landeanflug verunglückt. Pokhara ist der Ausgangspunkt für zahlreiche Trekkingtouren im Himalaya, unter anderem zum Annapurna-Massiv, einer beliebten Wanderregion. In Nepal gibt es immer wieder Flugzeugabstürze. Das hat unter anderem damit zu tun, dass sich dort viele der welthöchsten Berge befinden, darunter der Mount Everest, und sich Wetterverhältnisse schnell ändern können.


Verdi ruft zu Warnstreik am Düsseldorfer Flughafen auf

DÜSSELDORF: Passagiere am Düsseldorfer Flughafen müssen am Freitag nach Angaben der Gewerkschaft Verdi mit Ausfällen und Verspätungen rechnen. Die Gewerkschaft hat die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gepäck- und Flugzeugabfertigers Aviapartner zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen, wie sie am Donnerstag mitteilte. Die Arbeitsniederlegung soll von Freitag um 3.30 Uhr bis Samstagmorgen dauern. Mehr als die Hälfte der Flüge am größten NRW-Flughafen könnten durch den Arbeitskampf ausfallen, hieß es bei Verdi. Denn Aviapartner habe am Düsseldorfer Flughafen einen Marktanteil von rund 75 Prozent.

Hintergrund des Ausstandes ist eine Neuvergabe der Abfertigungsaufgaben, bei der Aviapartner nicht zum Zuge kam. Dadurch seien 700 Arbeitsplätze gefährdet, berichtete Verdi. Der Abfertiger verweigere einen Sozialplan mit Abfindungen für die vom Arbeitsplatzverlust bedrohten Beschäftigten.

Ab dem 1. April sollen die bisherigen Aufgaben von Aviapartner Verdi zufolge von einem bereits aktiven Abfertigungsunternehmen und zwei neuen Unternehmen, die bislang kein Personal vorhalten, übernommen werden. Die Beschäftigten von Aviapartner würden aber trotz ihrer Berufserfahrung nicht pauschal mit ihren jetzigen Bedingungen von den neuen Anbietern übernommen, sondern müssten sich auf ihre bisherigen Tätigkeiten neu bewerben und erhielten unsichere, teils befristete Jobangebote mit deutlich geringeren Einkommen.

Verdi-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky betonte, in Anbetracht der existenziellen Sorgen der Beschäftigten hoffe die Gewerkschaft auf das Verständnis der Passagiere für die Streikaktion. «Alle Beteiligten sind aufgerufen, eine gemeinsame Lösung zu finden, damit dem Flughafen und vor allem den Reisenden tage- und wochenlange Streiks erspart bleiben.»

Beim Flughafenverband ADV stieß das Vorgehen auf Kritik. «Offensichtlich hat Verdi die deutschen Flughäfen als medienwirksame Schaubühne für Streikaktionen entdeckt. Es ist unverantwortlich, wenn innerhalb einer Woche der zweite Großflughafen in Deutschland einem ganztägigen Streik ausgesetzt wird», klagte Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Zehntausende Passagiere seien die Leidtragenden.

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Matthias von Randow, klagte: «Diese unverhältnismäßigen Streiks gefährden den wirtschaftlichen Hochlauf der in der Pandemie schwer angeschlagenen Unternehmen der Luftverkehrswirtschaft, die gerade aus der Talsohle herauskommen.»

Bereits am Mittwoch hatten in Berlin Warnstreiks der Beschäftigten der Flughafengesellschaft, der Bodenverkehrsdienste und der Luftsicherheit den Passagierverkehr am Flughafen BER zum Erliegen gebracht. Verdi wollte mit der Aktion den Druck auf die Arbeitgeberseite vor den nächsten Verhandlungen erhöhen.


American Airlines erwartet 2023 überraschend viel Gewinn

FORT WORTH: Die US-Fluggesellschaft American Airlines will nach einem lukrativen Weihnachtsquartal auch 2023 beim Gewinn überraschend hoch hinaus. Der um Sonderposten bereinigte Gewinn je Aktie dürfte im laufenden Jahr 2,50 bis 3,50 US-Dollar erreichen, teilte das Unternehmen am Donnerstag im texanischen Fort Worth mit. Das wäre mindestens fünfmal so viel wie im vergangenen Jahr, als unter anderem hohe Treibstoffkosten im ersten Quartal das Ergebnis belastet hatten. Analysten hatten für 2023 bisher im Schnitt einen bereinigten Gewinn von 2 Dollar je Aktie erwartet.

Im Flugverkehr will American Airlines nun wieder nah ans Vorkrisenniveau herankommen: Das Flugangebot soll 2023 nur noch 5 Prozent kleiner ausfallen als im Jahr 2019.

Zuletzt hatte die Gesellschaft wie andere Fluglinien von einem starken Anstieg der Ticketpreise profitiert. Im vierten Quartal verdiente American Airlines unter dem Strich 803 Millionen Dollar (737 Mio Euro). Nur dank des starken Weihnachtsquartals gelang dem Unternehmen auch im Gesamtjahr unter dem Strich ein Gewinn. Dieser belief sich auf 127 Millionen Dollar, nachdem hier im zweiten Corona-Jahr 2021 noch ein Verlust von zwei Milliarden Dollar gestanden hatte.


Bericht zu Flughafen-Unfall: Mitarbeiterin von Turbine eingesaugt

MONTGOMERY: Ein Bericht enthüllt die tragischen Umstände, unter denen die Mitarbeiterin eines regionalen US-Flughafens an Silvester zu Tode gekommen ist. Demnach wurde die 34-Jährige am Flughafen von Montgomery im US-Bundesstaat Alabama von einer noch laufenden Turbine eines geparkten Flugzeuges regelrecht eingesaugt und getötet, wie der lokale TV-Sender WBRC aus dem am Montag veröffentlichten vorläufigen Bericht der US-Behörde für Transportsicherheit (NTSB) zitiert.

Demnach gehörte die Mitarbeiterin zum Bodenpersonal und hatte augenscheinlich die mehrfach ausgesprochenen Warnungen nicht beachtet. So sei das Personal zuletzt noch einmal vor der Landung der Maschine gewarnt worden, dass beide Turbinen am Gate zur Abkühlung noch zwei Minuten laufen würden. In dieser Zeit solle sich kein Personal der geparkten Maschine der Fluglinie American Eagle nähern, zitierte WBRC weiter aus dem Bericht.

Auch der Copilot hatte demnach sein Cockpit-Fenster geöffnet und noch einmal das Personal gewarnt, dass die Turbinen noch laufen würden. Zuvor hatte die Crew ein Alarmsignal bekommen, dass die vordere Frachttür geöffnet worden sei.

Auf Videoaufnahmen seien die Momente vor dem tödlichen Vorfall zu sehen, hieß es weiter. Darauf sei zu erkennen, dass die Frau zunächst mit einem orangen Sicherheitskegel in der Hand Richtung Flugzeugheck läuft und aus dem Blickfeld verschwindet. Anschließend ist sie wieder zu sehen, wie sie entlang der Vorderkante des linken Flügels und direkt vor dem Triebwerk Nummer eins geht. «Daraufhin wurde sie von ihren Füßen gerissen und in den laufenden Motor hineingezogen», zitierte der Sender aus dem Bericht der Behörde. Weitere Informationen wurden nicht bekannt. Unklar war, wann die Behörde einen endgültigen Bericht vorlegt.


Indonesischer Billigflieger rammt mit Flügel Passagierbrücke

JAKARTA: Eine Maschine der indonesischen Low-Cost-Airline Lion Air hat kurz vor dem Start mit einem Flügel eine Passagierbrücke gerammt. Der Vorfall ereignete sich am Donnerstag auf dem Mopah International Airport in der Provinz Papua. Die Maschine habe 129 Menschen an Bord gehabt, sagte Lion-Air-Sprecher Danang Prihantoro. Das Flugzeug sei zum Gate zurückgekehrt. Die Passagiere hätten wählen können, ob sie den Flug in die Provinzhauptstadt Jayapura doch noch wahrnehmen oder eine Rückerstattung haben wollten.

Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand. Die Passagierbrücke trug jedoch schwere Schäden davon, wie auf einem Video zu sehen war. Indonesischen Medienberichten zufolge sollten die Piloten einen Urin-Test abgeben, um Drogenmissbrauch auszuschließen.

Der Luftverkehr im Inselstaat Indonesien steht wegen Sicherheitsbedenken immer wieder in der Kritik. Ab 2007 standen sieben indonesische Airlines jahrelang auf der «schwarzen Liste» der Europäischen Union. Im Oktober 2018 stürzte eine Boeing 737 MAX von Lion Air in die Javasee, alle 189 Menschen an Bord kamen ums Leben.

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Leserkommentare

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