Aktuelle Meldungen der Luftfahrt am Dienstag

Foto: Freepik
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IATA: Einbruch im Flugverkehr 2021 nur etwas weniger stark als 2020

GENF: Im vergangenen Jahr wurde zwar wieder etwas mehr geflogen als im ersten Corona-Jahr 2020, aber der Einbruch gegenüber dem Vorkrisenniveau war immer noch massiv. Insgesamt lag das Passagieraufkommen 2021 rund 58,4 niedriger als im Jahr 2019, wie der Verband der Fluggesellschaften (IATA) am Dienstag in Genf berichtete. 2020 betrug der Einbruch noch 65,8 Prozent.

Besonders betroffen war der internationale Flugverkehr: Das Passagieraufkommen lag 75,5 Prozent unter dem Niveau von 2019. Auf inländischen Strecken waren es minus 28,2 Prozent gegenüber 2019. Die europäischen Fluggesellschaften sahen im vergangenen Jahr insgesamt 67,6 Prozent weniger Passagierverkehr als 2019.

Die Fluggesellschaften strichen ihren Flugplan 2021 erneut massiv zusammen. Die Flugkapazität war um 65,3 Prozent niedriger als 2019. Die fliegenden Maschinen waren deutlich weniger voll. Die Auslastung lag bei nur 58 Prozent, 24 Prozentpunkte unter dem Niveau 2019.

Trotz der Corona-Variante Omikron stieg das Passagieraufkommen aber zuletzt leicht. Im November lag es noch 47 Prozent unter dem Vorkrisenniveau, im Dezember 45,1 Prozent. IATA-Chef Willie Walsh rief die Regierungen auf, Reisebeschränkungen aufzugeben. Es habe sich gezeigt, dass das nicht effektiv sei, um eine Ausbreitung des Virus zu stoppen. In der IATA sind rund 290 Fluggesellschaften, die zusammen 83 Prozent des weltweiten Flugverkehrs abdecken.


Türkei und Griechenland ächzen unter Schneemassen - Verkehrschaos

ISTANBUL/ATHEN: Flug- und Straßenverkehr brachen zusammen, Menschen steckten stundenlang auf Autobahnen fest, vielerorts gab es Stromausfälle - mit den Schneemassen der vergangenen Tage kommen die südlichen Länder nicht zurecht. Entspannung tritt nur langsam ein.

In der Türkei und in Griechenland hat es nach den starken Schneefällen der vergangenen Tage auch am Dienstag weiterhin große Probleme gegeben. Nur eingeschränkt funktioniert der Luftverkehr der Großflughäfen in Ankara und Athen, auch sind noch längst nicht alle Stromausfälle behoben. Derweil mussten viele Menschen in den Flughäfen, aber auch auf verschneiten Autobahnen in ihren Autos ausharren.

Der Flughafen Istanbul hat den Betrieb am Mittag teilweise wieder aufgenommen, zahlreiche Flüge fallen aber weiterhin aus. Überseeflieger wurden ab Dienstagmittag zur Landung zugelassen, wie ein Sprecher der Betreibergesellschaft der Deutschen Presse-Agentur sagte. Bis in die Nacht erwarte man aber keinen regulären Betrieb. Eine Landebahn sei frei, man arbeite daran, den Schnee auf zwei weiteren zu räumen.

Schon von Montag an mussten Passagiere teils stundenlang in den Fliegern warten. Gestrandete Reisende protestierten unterdessen in den Terminals und riefen im Chor «We need hotel» (etwa: «Wir brauchen Hotels»), wie Videos in den sozialen Medien zeigten. Busbahnhöfe sind noch bis Mittwochmorgen gesperrt, während die Lage in Istanbuls Straßen sich entspannt - die Innenstadt sei wieder befahrbar, twitterte Bürgermeister Ekrem Imamoglu.

Auch der Athener Flughafen ist weit entfernt vom Normalbetrieb. Inlandsflüge etwa von kleinen Inselflughäfen wurden vielfach gestrichen, ebenso wie internationale Flüge, von denen am Dienstag nur ein Teil planmäßig stattfand. Schulen, Behörden und Läden sollen noch bis Mittwoch weitgehend geschlossen bleiben. Immer noch gibt es Gegenden, in denen der Strom ausgefallen ist, weil Bäume unter der Schneelast zusammenbrachen und Stromleitungen kappten.

Vor allem im Großraum Athen und in Mittelgriechenland hatte es seit Montag zudem massive Verkehrsprobleme gegeben. Tausende Autofahrer mussten die Nacht in ihren Wagen auf Autobahnen verbringen. Das Militär rückte an, um die Menschen abzuholen und Fahrzeuge aus dem Weg zu schieben. Noch am Dienstagmorgen waren rund 1200 Menschen in ihren Fahrzeugen im Schnee gefangen, sie hatten zum Teil bis zu 22 Stunden Wartezeit hinter sich.

Das Chaos auf den Autobahnen des Landes hatte bereits am Montag seinen Lauf genommen, als schlecht ausgestattete Autos und Lastwagen ohne Winterreifen und Schneeketten nicht mehr weiterkamen und dadurch den Räumgeräten den Weg versperrten. In Griechenland gibt es keine Winterreifenpflicht - gerade im Großraum Athen schneit es im Winter normalerweise sehr selten und wenn, dann nur leicht. Der Minister für Zivilschutz Christos Stylianides entschuldigte sich bei den Bürgern. Regierungschef Kyriakos Mitsotakis verdonnerte die privaten Autobahnbetreiber, jedem, der über Nacht festsaß, eine Entschädigung von 2000 Euro zu zahlen.


Flugverkehr in Europa geht wegen Omikron-Variante stark zurück

BRÜSSEL: In den ersten Januarwochen ist der Flugverkehr in Europa laut der Europäischen Organisation zu Sicherung der Luftfahrt (Eurocontrol) im Vergleich zum Vormonat deutlich zurückgegangen. «Die Auswirkungen von Omikron sind nur allzu deutlich», schrieb der Generaldirektor der Organisation, Eamonn Brennan, am Dienstag auf Twitter. Demnach wurden im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum 2019 nur 70 Prozent des Flugverkehrs registriert, im Dezember waren es noch 78 Prozent. «Wir gehen davon aus, dass dies nur von kurzer Dauer sein wird», so Brennan.

Eurocontrol hatte für den Januar eigentlich mit einem Niveau von 79 Prozent im Vergleich zu vor der Pandemie gerechnet. Die Zahlen beziehen sich Eurocontrol-Angaben zufolge auf die Anzahl von Flügen in mehr als 40 europäischen Ländern, sowohl für Passagiere als auch für Fracht. Angesichts steigender Corona-Fallzahlen und der neuen Omikron-Variante des Coronavirus hatten viele Länder striktere Reisebestimmungen erlassen.


Lufthansa prüft bei ITA-Übernahme auch eigene Beteiligung

ROM/GENF/FRANKFURT: Bei der geplanten Übernahme der Alitalia-Nachfolgerin ITA prüft der Lufthansa-Konzern auch einen Einstieg mit eigenem Kapital. Man werde die 90-Tage-Frist nutzen, um sämtliche Optionen einschließlich einer Beteiligung zu überprüfen, sagte am Dienstag ein Unternehmenssprecher in Frankfurt. Am Vortag hatte die weltgrößte Reederei MSC ihre Absicht erklärt, die ITA mehrheitlich zu übernehmen, wobei die Lufthansa als «kommerzieller Partner» mitwirken sollte.

Bislang hatte Lufthansa eine direkte Beteiligung an der noch im Staatsbesitz befindlichen Airline ausgeschlossen. MSC und Lufthansa haben 90 Arbeitstage für exklusive Gespräche zu dem möglichen Geschäft verlangt. Der ITA-Verwaltungsrat soll die Details der Interessensbekundung in einer bevorstehenden Sitzung prüfen, hieß es. ITA war am 15. Oktober als Nachfolgerin von Alitalia gestartet, nachdem die italienische Traditionsfluggesellschaft wegen jahrelanger Verluste nicht mehr zukunftsfähig war.

ITA-Verwaltungsratspräsident Alfredo Altavilla feierte bereits die Offerte als großen Erfolg, weil es gelungen sei, das Interesse von Lufthansa und MSC zu wecken. Die industrielle Logik der Offerte sei «sehr überzeugend» und «äußert interessant», betonte Altavilla im Gespräch mit dem «Handelsblatt». Er sehe Möglichkeiten beim Transport der Kreuzfahrt-Kunden von MSC sowie im Frachtbereich. Die Reederei hat ihren Hauptsitz zwar in Genf, ist aber im Besitz einer italienisch-stämmigen Familie.


Schneechaos in Griechenland - Tausende verbringen Nacht in Autos

ATHEN: Wegen der starken Schneefälle in der griechischen Hauptstadt Athen und ganz Mittelgriechenland haben Tausende Autofahrer die Nacht in ihren Wagen auf Autobahnen verbracht. Die meisten Flüge vom Hauptstadtflughafen wurden gestrichen. Das Militär war im Einsatz, um Menschen aus ihren Autos zu holen und in Hotels unterzubringen - am Dienstagmorgen steckten allein im Großraum weiterhin rund 1200 Autos fest, wie griechische Medien berichteten. Manche der Betroffenen saßen nunmehr 22 Stunden fest.

Das Chaos auf den Autobahnen des Landes hatte bereits am Montagmittag seinen Lauf genommen, als schlecht ausgestattete Autos und Lastwagen ohne Winterreifen und Schneeketten nicht mehr weiterkamen und dadurch den Räumgeräten den Weg versperrten. In Griechenland gibt es keine Winterreifenpflicht - gerade im Großraum Athen schneit es im Winter normalerweise sehr selten und wenn, dann nur leicht.

Auch in anderen Landesteilen gab es Probleme. Vielerorts stürzten Bäume durch die Schneelast auf Stromleitungen - noch konnte die Elektrizität nicht überall wieder hergestellt werden. Für Dienstag hat die Regierung für die betroffenen Gebiete angeordnet, dass die meisten Unternehmen, Geschäfte und Behörden geschlossen bleiben sollen. Von Dienstagmittag an wird Tauwetter erwartet.


Schnee in der Türkei: Flughafen Istanbul nimmt Betrieb teilweise auf

ISTANBUL: Der Flughafen Istanbul hat den Betrieb nach starkem Schneefall teilweise wieder aufgenommen, zahlreiche Flüge fallen aber weiterhin aus. Überseeflieger wurden ab Dienstagmittag zur Landung zugelassen, wie ein Sprecher der Betreibergesellschaft der Deutschen Presse-Agentur sagte. Bis in die Nacht erwarte man aber keinen regulären Betrieb. Eine Landebahn sei frei, man arbeite daran, den Schnee auf zwei weiteren zu räumen.

Die halbstaatliche Fluggesellschaft Turkish Airlines teilte mit, dass alle Flüge vom Flughafen Istanbul bis Mitternacht gestrichen seien. Vom kleineren Airport Sabiha Gökcen am anderen Ende der Stadt wurden keine weiteren Ausfälle gemeldet.

Der Flughafen Istanbul im Norden der türkischen Millionenmetropole hatte die Flüge am Montagmittag wegen starkem Schneefall vorübergehend gestoppt. Zahlreiche Menschen verbrachten die Nacht im Flughafengebäude. Teilweise mussten Passagiere stundenlang in den Fliegern warten. Gestrandete Reisende protestierten unterdessen in den Terminals und riefen im Chor «We need hotel» (etwa: «Wir brauchen Hotels»), wie Videos in den sozialen Medien zeigten. Busbahnhöfe wurden nach Angaben des Gouverneurs noch bis Mittwochmorgen gesperrt. Der Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu teilte auf Twitter mit, die Straßen in der Innenstadt seien wieder befahrbar.

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