Aktuelle Meldungen der Luftfahrt am Dienstag

Foto: Pixabay
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Iran: Anklage gegen Offiziere wegen Abschuss von Passagierflugzeug

TEHERAN: Mehr als ein Jahr nach dem Abschuss einer ukrainischen Passagiermaschine im Iran hat ein Militärgericht Anklage gegen zehn Offiziere erhoben. Dies berichtete die iranische Nachrichtenagentur Isna am Dienstag. Zu den Hintergründen der Anklage und Vorwürfen waren zunächst keine Details bekannt. Dem Staatsanwalt zufolge werde jedoch bald ein Urteil im Prozess erwartet.

Die ukrainische Boeing-Maschine war am 8. Januar 2020 irrtümlich kurz nach dem Start in Teheran von der iranischen Luftabwehr abgeschossen worden. Alle 176 Insassen wurden dabei getötet. Die Opfer kamen vor allem aus der Ukraine und dem Iran sowie aus Kanada, Afghanistan, Großbritannien und Schweden. In einem 285-seitigen Abschlussbericht letzten Monat sprach der Iran von einem «menschlichen Fehler» und erklärte sich bereit, jeder Opferfamilie 150.000 Dollar (122.000 Euro) Schadenersatz zu zahlen.

Irans Präsident Hassan Ruhani hatte mehrmals ein Gerichtsverfahren gegen die Verantwortlichen gefordert. Die iranische Führung gab den Abschuss erst mit Verzögerung zu. Das führte im Land zu wütenden Protesten gegen die Regierung, die der Lüge bezichtigt wurde. Der Vorfall hatte in den vergangenen Monaten auch immer wieder zu diplomatischen Spannungen zwischen Teheran und den betroffenen Ländern geführt.


Boeing landet auf Baustelle - Minister ordnet Untersuchung an

LUSAKA: Nach der irrtümlichen Landung einer äthiopischen Boeing 737 auf dem im Bau befindlichen Copperbelt-Airport bei Ndola haben Sambias Behörden eine Untersuchung eingeleitet. Der zweistrahlige Frachtjet hatte am Ostersonntag zur Überraschung der dort befindlichen Bauarbeiter auf der noch nicht ganz fertiggestellten Landebahn aufgesetzt. Nur wenig später befand sich eine weitere äthiopische Boeing 737 dort im Landeanflug.

«Ein paar Stunden später landete ein anderes Flugzeug - ein Passagierflugzeug - beinahe ebenfalls auf dem noch im Bau befindlichen Flughafen; es startete aber durch, nachdem der Pilot bemerkte, dass es ja - oh no! - der falsche Flughafen ist», sagte Sambias Verkehrsminister Misheck Lungu am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Er ordnete eine Untersuchung des Vorfalls an. Nach ersten Erkenntnissen wird ein Pilotenfehler nicht ausgeschlossen.

In dem südafrikanischen Land entsteht mit chinesischer Hilfe ein neuer Großflughafen, der bisher zu etwa 90 Prozent fertiggestellt ist. Der nahe gelegene Simon Mwansa Kapwepwe International Airport ist noch in Betrieb. In der Regel werden im Bau befindliche oder in Reparatur befindliche Landebahnen auch optisch mit einem großen weißen «X» als gesperrt gekennzeichnet. Unklar blieb aber, inwieweit diese Markierung aus der Luft weiter deutlich erkennbar war.


EU-Kommission billigt staatliche Hilfen für Air France

PARIS: Die EU-Kommission hat staatliche Hilfen für die schwer von der Corona-Krise getroffene Fluggesellschaft Air France unter Auflagen gebilligt. Frankreich werde bis zu vier Milliarden Euro zur Stärkung des Eigenkapitals beisteuern und dem Unternehmen helfen, die finanziellen Schwierigkeiten zu bewältigen, erklärte die für den Wettbewerb zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager am Dienstag laut Mitteilung.

Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire sagte dem Radiosender France Inter, dass der französische Staat seinen Aktienanteil auf rund 30 Prozent erhöhen könne. Er hält aktuell gut 14 Prozent. Im Gegenzug muss Air France am Pariser Flughafen Orly einen Teil der Start- und Landeslots an andere Unternehmen abgeben. So könnten Konkurrenten ihre Aktivitäten auf diesem Flughafen ausweiten, wodurch faire Preise und eine größere Auswahl für Verbraucher gewährleistet seien, erklärte Vestager.

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