Aktuelle Meldungen der Luftfahrt am Dienstag

Das Flughafenpersonal wartet während eines Warnstreiks der Lufthansa in München vor einem leeren Abfertigungsbereich am Münchner Flughafen. Foto: epa/Anna Szilagyi
Das Flughafenpersonal wartet während eines Warnstreiks der Lufthansa in München vor einem leeren Abfertigungsbereich am Münchner Flughafen. Foto: epa/Anna Szilagyi

Verdi ruft zu Lufthansa-Warnstreik auf - Passagiere nicht betroffen

FRANKFURT/MAIN: Im Tarifkonflikt bei der Lufthansa erhöht die Gewerkschaft den Druck - diesmal mit einem dreitägigen Ausstand. Betroffen sein soll diesmal aber nur die Technik.

Im Tarifkonflikt um das Lufthansa-Bodenpersonal hat die Gewerkschaft Verdi ab Mittwoch im Technik-Bereich zu einem mehrtägigen Warnstreik aufgerufen. An dem dreitägigen bundesweiten Ausstand bis Freitag beteiligen sich unter anderem Beschäftigte und Auszubildende der Lufthansa Technik, Lufthansa Aviation Training und Lufthansa Technical Training, wie Verdi am Dienstagabend mitteilte. Beschäftigte der Lufthansa Technik Logistik und Lufthansa Technik Logistik Services würden sich je nach Standort zu unterschiedlichen Zeiten der Arbeitsniederlegung anschließen. Passagierflüge sollen von dem Ausstand laut Verdi diesmal nicht betroffen sein. Daher sei das Ausmaß der Arbeitsniederlegung auch geringer, Flugausfälle seien nicht zu erwarten.

Die Lufthansa geht nach eigenen Angaben davon aus, dass der von Verdi geplante dreitägige Warnstreik für das Technik-Personal «keine größeren Auswirkungen auf den Lufthansa Flugplan» an diesem Mittwoch (28. Februar) haben werde. Passagiere sollten dennoch stets den Status ihres Fluges auf lufthansa.com oder in der Lufthansa App prüfen. Die Auswirkungen des Verdi-Warnstreiks am Donnerstag und Freitag würden zurzeit geprüft.

Bislang hat Verdi in dem Konflikt zwei mehr als ganztägige Warnstreiks geführt, bei denen jeweils mehrere hundert Flüge ausgefallen waren. Verdi hatte zuletzt ein neues Angebot der Lufthansa nach zweitägigen Tarifverhandlungen als unzureichend abgelehnt. Dieses hatte Lufthansa nach der jüngsten Warnstreikwelle des Bodenpersonals unterbreitet. «Wir haben erneut einen großen Schritt auf Verdi zugemacht und ein neues, noch einmal verbessertes Angebot vorgelegt», hatte Personalvorstand Michael Niggemann kürzlich mitgeteilt. Im Detail würde demnach die erste von zwei geplanten Tabellenerhöhungen um 4 Prozent von Dezember 2024 auf März dieses Jahres vorgezogen. Zudem soll die Inflationsausgleichsprämie von 3000 Euro schneller ausgezahlt werden.

Verdi teilte nun mit, der Konzern habe sein Angebot im Kern lediglich an zwei Stellen verbessert: Die auch im neuen Angebot noch vorhandenen Nullmonate seien reduziert, und die nachhaltige Gehaltserhöhung sei um 0,5 Prozent verbessert worden. Gleichzeitig habe die Lufthansa die Laufzeit ihres Angebotes nochmals um drei Monate auf insgesamt 28 Monate verlängert. Die von Verdi aufgestellte Kernforderung von 12,5 Prozent, mindestens aber 500 Euro monatlich mehr, werde auch in dem neuen Angebot bei mehr als doppelt so langer Laufzeit im Vergleich zur Forderung nicht erreicht, kritisierte die Gewerkschaft. Der bereits vereinbarte fünfte Verhandlungstermin finde am 13. und 14. März statt.

Verdi-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky betonte am Abend: «Mit der kürzlichen Aufforderung, zügig an den Verhandlungstisch zurückzukehren, haben wir nochmals unterstrichen, dass wir ein schnelles Ende dieses Tarifkonfliktes wollen.» Lufthansa habe sich darauf bisher nicht eingelassen. «Wir beantworten dieses Aussitzen der Arbeitgeber nun im ersten Schritt bewusst so, dass die Passagiere nicht beeinträchtigt werden. Sollte es jedoch bei diesem verantwortungslosen Verhalten der Lufthansa bleiben, werden zu unserem Bedauern in Kürze auch wieder Passagiere vom Streik betroffen sein.»


Verzögerungen bei Volocopter-Zulassung vor Olympischen Spielen

BRUCHSAL/PARIS: Großer Bahnhof bei der Hangar-Eröffnung des Flugtaxi-Herstellers Volocopter letztes Jahr. Das Ziel damals: Die elektrischen Luftgefährte sollten bei Olympia 2024 regulär fliegen. Doch die Zeit rennt.

Das Vorhaben des Flugtaxi-Herstellers Volocopter, im Sommer bei den Olympischen Spielen in Paris den Passagierbetrieb mit den elektrischen Luftgefährten zu starten, könnte an der fehlenden Lizenz scheitern. Es gebe Verzögerungen im Zulassungsverfahren, sagte eine Sprecherin des Unternehmens aus Bruchsal bei Karlsruhe. Volocopter halte an den Plänen zwar grundsätzlich fest, diese seien aber inzwischen «sehr ambitioniert», sagte sie. Zuvor hatte die französische Zeitung «Les Échos» darüber berichtet.

Für den regulären Passagierbetrieb ist früheren Angaben des Bundesverkehrsministeriums zufolge eine Musterzulassung erforderlich. Die Agentur der Europäischen Union für Flugsicherheit Easa prüft dies für das VoloCity-Modell, das anfangs mit Sicherheitspiloten an Bord betrieben werden soll. Die neuartigen Fluggeräte mit markantem Ring für die Rotoren auf dem Dach können senkrecht starten und landen. Zwei Menschen haben darin Platz.

Die Sprecherin betonte, dass zum ersten Mal derartige Fluggeräte zugelassen würden. Daher seien manche Details bei den Anforderungen für spezielle Nachweise noch unklar. Man sei mit der Easa aber in einem konstruktiven Prozess, wie sie es formulierte.

Die Olympischen Spiele in der französischen Hauptstadt beginnen am 26. Juli. Alle arbeiteten darauf hin, dass dann auch Privatleute transportiert werden dürfen, sagte die Volocopter-Sprecherin. Wenn die Lizenz bis dahin aber nicht vorliegen sollte, werde der Start nur verschoben, nicht aufgegeben. «Wir wollen hier Geschichte schreiben.» In diesem Fall sollten Demonstrationsflüge während des Sport-Großereignisses zu sehen sein, erklärte sie. «Wir wollen auf jeden Fall zeigen, was man mit Airmobility in Städten alles machen kann.»

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