Airbus-Chef sieht keine Pflicht zu Rückzahlung von A380-Darlehen

Foto: epa/Guillaume Horcajuelo
Foto: epa/Guillaume Horcajuelo

LONDON/TOULOUSE (dpa) - Der Flugzeugbauer Airbus sieht sich nicht in der Pflicht, die Staatskredite für den vor dem Aus stehenden Riesenflieger A380 zurückzuzahlen.

Die Regierungen hätten ihre Unterstützung für den weltgrößten Passagierjet als Risikopartner gewährt, sagte der scheidende Airbus-Chef Tom Enders der «Financial Times» in einem am Freitag online veröffentlichten Interview. «Es ist Fakt, dass das eine Risikopartnerschaft ist, und die Darlehen basieren auf dem Versprechen der kreditgewährenden Regierungen, dass ihr Geld bei fehlendem Erfolg des Flugzeugs in Gefahr ist.»

Airbus hatte Mitte Februar bekannt gegeben, dass die Produktion des doppelstöckigen Flugzeugs mangels Aufträgen im Jahr 2021 endet. Zuvor hatte Großkundin Emirates eine Order über 39 Maschinen storniert. Auch der Flugzeugfinanzierer Amedeo nimmt seine georderten 20 Maschinen nicht ab. Zum nun geplanten Produktionsende wird die A380 14 Jahre lang im Liniendienst geflogen sein.

Airbus hatte von Deutschland, Großbritannien und Frankreich hunderte Millionen Euro erhalten, die als rückzuzahlende Startinvestition definiert waren. Bisher zahlte Airbus mit jeder ausgelieferten A380 einen Teil des Geldes zurück. Allerdings wird der Hersteller zum Produktionsende deutlich weniger Maschinen gebaut haben als ursprünglich gedacht.

Die Bundesregierung hat angekündigt, die Auswirkungen des Produktionsstopps zu analysieren und mit Airbus zu erörtern. Über etwaige weitere Rückforderungsansprüche aus einem Millionen-Darlehen könnten noch keine Auskünfte gegeben werden, hatte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums Anfang der Woche gesagt. Das für die Entwicklung des A380 seinerzeit von Deutschland gewährte Darlehen von 942 Millionen Euro sei bisher erst zu rund einem Drittel zurückgezahlt.

Airbus hatte erklärt, das Unternehmen werde mit der Bundesregierung über Rückforderungen sprechen. Allerdings habe die Bundesrepublik seit Gewährung des A380-Darlehens im Jahr 2002 hohe Zinszahlungen von Airbus erhalten. Außerdem habe der Jet in den vergangenen 18 Jahren in Deutschland zu einer großen Zahl von Jobs und der Entwicklung von Technologie in hohem Ausmaß geführt. Diese Ansicht bekräftigte Enders in dem Interview.

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Norbert Schettler 09/03/2019 11:52
A380 Darlehen
Natuerlich haben sie Recht, Herr Herstein, es ist zum koetzeln. Aber da sieht man mal wieder, das die "Spezialisten" der Regierungen denselben der Wirtschaftskonzerne weit unterlegen sind. Sonst wuerden solche Vertraege gar nicht erst unterschrieben.
Hans-Paul Herstein 09/03/2019 10:42
Keine Rueckzahlung
Die Gewinne privatisieren, die Verluste sozialisieren. Sprich der dumme Buerger darf mit seinem Geld fuer die Fehler der Manager einstehen. Einfach zum kotzen Herr Enders ihre Arroganz und ihr Verhalten.